Show­down am Berg­isel

Vier­schan­zen­tour­nee: Se­ve­rin Freund mit Re­ser­ven – Pe­ter Pre­vc po­kert

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Eric Dobias

Se­ve­rin Freund ließ sich für den Schan­zen-Show­down mit Pe­ter Pre­vc am Berg­isel noch Re­ser­ven, sein Ri­va­le die Qua­li­fi­ka­ti­on gleich ganz aus. „Das war nicht die fei­ne Klin­ge“, stell­te Freund nach sei­nem sechs­ten Platz in der Aus­schei­dung für den heu­ti­gen drit­ten Wettbewerb der 64. Vier­schan­zen­tour­nee (14 Uhr/ZDF und Eu­ro­sport) fest. Nach ei­nem Sprung auf 126,5 Me­ter lag der Ge­samt­zwei­te 4,8 Punk­te hin­ter dem Sie­ger Micha­el Hay­böck aus Ös­ter­reich. Der Schan­zen­re­kord­hal­ter kam auf 127 Me­ter und trifft im K.o.-Du­ell des ers­ten Durch­gangs auf Tour­nee-Spit­zen­rei­ter Pre­vc aus Slo­we­ni­en. Der po­ker­te wie Freund zwei Ta­ge zu­vor in Gar­misch-Par­ten­kir­chen und ver­zich­te­te auf die Qua­li­fi­ka­ti­on. „Er macht uns das nach. Mal se­hen, wer das bes­se­re Los zieht“, kom­men­tier­te Bun­des­trai­ner Wer­ner Schuster das Psy­cho-Spiel zwi­schen den bei­den Top­fa­vo­ri­ten. Ins­ge­samt war Schuster zu­frie­den, denn der Schan­zen­wech­sel ist sei­nen Schütz­lin­gen ge­lun­gen. Al­le sie­ben deut­schen Sprin­ger sind da­bei. Ne­ben Freund spran­gen Richard Frei­tag (7.) und Ste­phan Ley­he (8.) in die Top Ten. Auch Andre­as Wank, Andre­as Wel­lin­ger, Karl Gei­ger und Micha­el Ne­u­may­er qua­li­fi­zier­ten sich pro­blem­los. Se­ve­rin Freund glänz­te vor al­lem in der Pro­be, in der er zwei­mal vor Pre­vc lag. Den­noch klet­ter­te er in der Aus­schei­dung ein drit­tes Mal auf den Bak­ken. „Die Lan­dung war bei­de Ma­le nicht so gran­di­os, die woll­te ich sau­be­rer hin­be­kom­men. Des­halb ha­be ich die Qua­li­fi­ka­ti­on nicht aus­ge­las­sen“, be­grün­de­te der 27-Jäh­ri­ge sei­ne Ent­schei­dung. Im K.o.-Du­ell trifft er auf den Rus­sen De­nis Kor­ni­low. Am Mor­gen wa­ren die DSV-Ad­ler erst­mals seit dem Grand Slam von Sven Han­na­wald vor 14 Jah­ren mit be­rech­tig­ten Hoff­nun­gen auf den Tour­nee-Tri­umph zum Berg­isel ge­reist. Der klei­ne Dämp­fer beim Neu­jahrs­sprin­gen durch den Ver­lust der Ge­samt­füh­rung von Freund tat der Eu­pho­rie im Team kei­nen Ab­bruch. „Ich bin sehr zu­frie­den mit dem bis­he­ri­gen Ver­lauf der Tour­nee. Die Chan­ce lebt“, bi­lan­zier­te Schuster zur Halb­zeit. Das Du­ell um die Tour­nee-Krone sieht er längst noch nicht ent­schie­den, auch wenn Pre­vc ein klei­nes Pols­ter von 8,6 Punk­ten in den Wett­kampf mit­nimmt. „Das hier ist noch nicht zu En­de ge­schrie­ben“, sag­te Se­ve­rin Freund. „Für mich war das na­tür­lich der per­fek­te Start ins Jahr, es hät­te nicht bes­ser lau­fen kön­nen“, mein­te der­weil Pre­vc, dem die bei­den Schan­zen in Innsbruck und Bi­schofs­ho­fen, wo die Tour­nee am Mitt­woch en­det, ei­gent­lich ent­ge­gen­kom­men. Vor Ver­fol­ger Freund hat der 23-Jäh­ri­ge al­ler­dings ei­nen Hei­den­re­spekt: „Ich muss wei­ter das Bes­te aus mir her­aus­ho­len und im­mer im An­griffs­mo­dus blei­ben. Nur ein schlech­ter Sprung, und al­les dreht sich wie­der.“So tü­ckisch die Olym­pia­schan­ze in Gar­misch war, so unbequem ist die in Innsbruck. Ei­nes ha­ben die bei­den gro­ßen Kon­tra­hen­ten Freund und Pre­vc in die­ser Hin­sicht auch ge­mein­sam: Ei­nen Po­dest­platz in der Ti­ro­ler Haupt­stadt ha­ben bei­de noch nicht er­reicht. „Ich ha­be schon ziem­lich mit der Schan­ze ge­kämpft, die ist tri­cky“, sag­te Pre­vc. Auch Se­ve­rin Freund reist mit ge­misch­ten Ge­füh­len zum Inns­bru­cker Haus­berg. „Den ganz gro­ßen Wurf ha­be ich da noch nicht ge­lan­det, aber das wa­ren an­de­re Si­tua­tio­nen“, sag­te der DSV-Ad­ler.

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