Nächs­te Run­de im „Krieg der Ster­ne“

For­mel 1: Le­wis Ha­mil­ton und Ni­co Ros­berg sor­gen bei Mer­ce­des für ein team­in­ter­nes Du­ell mit viel Bri­sanz

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DAS SPORTJAHR 2016 - Pe­ter Tre­bing

Drei Sie­ge, drei zwei­te Plät­ze und sie­ben­mal im Jahr 2015 als Drit­ter über die Zi­el­li­nie – kei­ne Fra­ge, für Se­bas­ti­an Vet­tel hat sich der Wech­sel von Red Bull Ra­c­ing zu Fer­ra­ri ge­lohnt. Bei den „Ro­ten Bul­len“war der ehe­ma­li­ge For­mel-1-Se­ri­en­welt­meis­ter aus Hep­pen­heim 2014 nur noch ein Mit­läu­fer, der Frust rie­sen­groß. In Ita­li­en scheint der Deut­sche ganz of­fen­sicht­lich sein neu­es sport­li­ches Glück ge­fun­den zu ha­ben. Das nächs­te gro­ße Ziel, das er mit der Scu­de­ria Fer­ra­ri in An­griff neh­men wird, ist der Ti­tel­ge­winn. Idea­ler­wei­se schon in die­sem Jahr, doch rea­lis­tisch ist dies eher nicht. Zwar ha­ben die „Sil­ber­pfei­le“von Mer­ce­des Bo­den ver­lo­ren, doch ge­hen Le­wis Ha­mil­ton und Ni­co Ros­berg ver­mut­lich er­neut als Fa­vo­ri­ten in die Sai­son. Der tech­ni­sche Vor­sprung dürf­te aus­rei­chen, um die Kon­kur­renz zu­min­dest am An­fang des Jah­res noch auf Dis­tanz zu hal­ten. Die Schar der Geg­ner ist oh­ne­hin über­schau­bar klein. Ne­ben Fer­ra­ri dürf­te even­tu­ell noch Wil­li­ams nach oben schie­len. Ob auch Red Bull Ra­c­ing und Lo­tus die Kur­ve krie­gen, hängt da­ge­gen da­von ab, ob Re­nault sei­ne Lek­ti­on aus der Sai­son 2015 ge­lernt hat. Mit der Über­nah­me von Lo­tus ha­ben die Fran­zo­sen auf je­den Fall ein Aus­ru­fe­zei­chen ge­setzt. Zu­mal das En­ga­ge­ment in der „Kö­nigs­klas­se“beim Au­to­mo­bil­her­stel­ler in­ten­siv dis­ku­tiert wor­den war. Be­son­ders die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Ma­te­schit­zRenn­stall Red Bull Ra­c­ing hat­te dem po­si­ti­ven Image von Re­nault ge­hö­ri­ge Krat­zer ver­passt. Als die Streit­häh­ne zwi­schen­durch so­gar so weit wa­ren, bei­de hin­zu­schmei­ßen, da dürf­te auch For­mel-1-Pro­mo­ter Ber­nie Eccles­to­ne die ei­ne oder an­de­re Schweiß­per­le auf der Stirn ge­stan­den ha­ben. Der Ver­lust ei­nes Mo­to­ren­her­stel­lers und ei­nes pro­mi­nen­ten Renn­stalls hät­te die Kri­se in der For­mel 1 noch wei­ter ver­schärft. Denn Eccles­to­nes Renn­se­rie lau­fen die Zu­schau­er weg, Spon­so­ren den­ken in­ten­siv über ih­ren Rück­zug nach, die TV-Sen­der wol­len für den sport­lich lang­wei­lig ge­wor­de­nen Wettbewerb nicht mehr so viel Geld zah­len, vie­le Renn­stäl­le kreb­sen wirt­schaft­lich am Li­mit her­um und sind sport­lich völ­lig au­ßen vor. Auch die Ver­an­stal­ter ha­ben Pro­ble­me, die ex­or­bi­tant ho­hen Li­zenz­ge­büh­ren auf­zu­trei­ben. Ob 2016 tat­säch­lich al­le ge­plan­ten Ren­nen aus­ge­tra­gen wer­den kön­nen, ist frag­lich. Im te­xa­ni­schen Aus­tin bei­spiels­wei­se schril­len schon län­ger die Alarm­glo­cken. Schnel­le Ab­hil­fe ist nur dann in Sicht, wenn Re­nault bald wie­der die Rol­le spie­len kann, die man bei­spiels­wei­se bei den vier Ti­tel­ge­win­nen von Se­bas­ti­an Vet­tel mit Part­ner Red Bull Ra­c­ing in­ne­hat­te. Und Fer­ra­ri den Druck auf Mer­ce­des er­hö­hen kann. Span­nung und Dra­ma­tik ga­ran­tiert der­zeit aber höchs­tens das team­in­ter­ne Du­ell bei den Schwa­ben. Bei der Mar­ke mit dem Stern ist man des­halb im Vor­feld der Sai­son ex­trem be­müht, die Kon­tra­hen­ten Ni­co Ros­berg und Le­wis Ha­mil­ton ein­zu­brem­sen. Doch das Ver­hält­nis zwi­schen dem Vi­ze-Welt­meis­ter aus Deutsch­land und dem Cham­pi­on aus En­g­land ist zer­rüt­tet. Aus ih­rer ge­gen­sei­ti­gen Ab­nei­gung ma­chen die bei­den „Sil­ber­pfeil“-Pi­lo­ten längst kein Hehl mehr. Ein ge­fähr­li­cher Zwei­kampf, der Mer­ce­des noch ziem­lich gro­ße Pro­ble­me be­sche­ren könn­te.

Wel­che Rol­le spielt Re­nault dies­mal?

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