Kra­cher nicht nur an Sil­ves­ter

Eis­ho­ckey-Re­gio­nal­li­ga: Für Ba­den Rhi­nos nach „per­fek­tem“De­zem­ber nun ein „su­per“Ja­nu­ar?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Man­fred Spitz

Das „Dreh­buch“für den Run­den­end­spurt in der Eis­ho­ckey-Re­gio­nal­li­ga, es könn­te nicht span­nen­der sein. Für die Ba­den Rhi­nos des ESC Hü­gels­heim und de­ren An­hang auf je­den Fall. „Der Ja­nu­ar wird für uns der Mo­nat der Wahr­heit. Dann wird ent­schie­den, wo­hin der Weg geht und ob sich der per­fek­te De­zem­ber, in dem wir kei­nen Punkt ab­ge­ge­ben ha­ben, fort­setzt“, macht ESC-Sport­lei­ter Pas­cal Win­kel deut­lich. „Schon die Par­tie am 10. Ja­nu­ar beim EHC Zwei­brü­cken wird vor­ent­schei­dend sein – bei ei­nem Sieg sind wir erst­mals auf ei­nem Play-off-Platz, bei ei­ner Nie­der­la­ge fast un­ein­hol­ba­re fünf Punk­te da­von ent­fernt“.

ESC Hü­gels­heim will wie­der in die Play-offs

Et­was für die Sta­tis­ti­ker: Zwei­brü­cken liegt zwei Zäh­ler (31) vor Hü­gels­heim (29) auf Platz vier; und die „Hor­nets“aus der West­pfalz ha­ben da­mit (mo­men­tan) das, was die Rhi­nos vom Ba­den Air­park un­be­dingt wol­len: das letz­te Play-off-Ti­cket. „Zah­len-Nach­schlag“ge­fäl­lig? Bit­te sehr, denn selbst die Plät­ze drei (Schwen­nin­ger ERC/32 Punk­te), zwei (SC Bie­tig­heim/33) und eins (EHC Heil­bronn/34) sind nach zwei Drit­teln der Vor­run­de für den Fünft­plat­zier­ten Hü­gels­heim (29) noch in Reich­wei­te. Pas­cal Win­kel: „Im Prin­zip ist al­les von Platz eins bis fünf mög­lich, oben spielt noch­mal Je­der ge­gen Je­den und man nimmt sich ge­gen­sei­tig Punk­te ab.“So muss die Kon­kur­renz aus Heil­bronn nach ih­rer 5:7-Nie­der­la­ge kurz vor Weih­nach­ten bei den Rhi­nos gleich noch ein­mal in Hü­gels­heim die Schlitt­schu­he schnü­ren (Sams­tag, 16. Ja­nu­ar, 19.30 Uhr); ei­ne Wo­che spä­ter (Frei­tag, 22. Ja­nu­ar, 20 Uhr) kommt der SC Bie­tig­heim in den Ba­denAir­park. Und dann müs­sen die Hü­gels­hei­mer zu den Schwen­nin­ger Fi­re Wings (Sams­tag, 23. Ja­nu­ar, 20 Uhr). „Die Mann­schaft, die am bes­ten aus der Pau­se kommt“, glaubt Pas­cal Win­kel an­ge­sichts des be­vor­ste­hen­den hei­ßen Ja­nu­ars, „wird am En­de oben ste­hen.“Aus Hü­gels­hei­mer Sicht stim­men die bei­den letz­ten Vor­stel­lun­gen des al­ten Jah­res (5:1 beim Stutt­gar­ter EC, 7:5 ge­gen Se­ri­en­meis­ter Heil­bronn) sehr zu­ver­sicht­lich, dass es, wenn wohl auch nicht mit Platz eins, so doch zu­min­dest mit dem an­ge­peil­ten Play-of­fEin­zug – wie bis­her im­mer in den ver­gan­ge­wa­ren nen Eis­zei­ten – klappt. Und das nach ei­ner durch­aus ver­blüf­fen­den Sai­son: Da schie­nen die Play-off-Plät­ze En­de No­vem­ber nach drei Nie­der­la­gen in Fol­ge so un­nah­bar wie ei­ne Fa­ta Mor­ga­na. Dann bren­nen Hü­gels­heims Cracks ei­ne Se­rie von fünf Sie­gen aufs Eis und – zu­rück auf Los – al­les ist wie­der drin. Ver­rückt, oder? Pas­cal Win­kel lacht. „Ver­rückt viel­leicht, aber nichts un­ge­wöhn­li­ches bei den Ba­den Rhi­nos. Spie­ler und Ver­eins­ver­ant­wort­li­che des ESC sind mit die­ser Si­tua­ti­on ver­traut. Ein­zig für un­se­ren Trai­ner (Pa­vol Jan­co­vic steht seit Run­den­be­ginn beim ESC als Nach­fol­ger von Pas­cal Win­kel an der Ban­de; d. Red.) ist das ein we­nig neu.“Ga­ran­ten für die wich­ti­gen Sie­ge, mit de­nen die Play-off-Tü­ren of­fen­ge­hal­ten wur­den, die treff­si­che­ren ESC-Sturm­rei­hen. Vor al­lem Ced­rick Duhamel (28 To­re/17 As­sists) tat ein ums an­de­re Mal das, was er so gut kann, und wes­halb fast die gan­ze Li­ga hin­ter ihm her ist: den Puck im geg­ne­ri­schen Ge­häu­se zap­peln las­sen. Hin­ter dem 31-jäh­ri­gen Ka­na­di­er reih­te sich des­sen Lands­mann Ma­thieu Fleu­ry (7/14) und Rou­ven Siel (7/ 7) in die Hü­gels­hei­mer Sco­rer-Lis­te ein. Den­nis Walther zeich­ne­te sich zwar „nur“für vier To­re ver­ant­wort­lich, er­wies sich aber als ef­fek­tivs­ter Vor­be­rei­ter (21 As­sists). Auf der an­de­ren Sei­te ent­pupp­ten sich die En­de des Jah­res noch neu ver­pflich­te­ten Adri­an Ko­lar und Do­mi­nik Dech als Glücks­grif­fe. „Sie wa­ren für die Ab­wehr und da­mit auch für die Sie­ge ge­gen Stuttgart und Heil­bronn sehr wich­tig“, be­tont Pas­cal Win­kel. „Sie ge­ben uns noch mehr Sta­bi­li­tät in der De­fen­si­ve; das hat uns in dem ei­nen oder an­de­ren Spiel ge­fehlt. Und Adri­an ist ein of­fen­siv star­ker Ver­tei­di­ger, der auch Ak­zen­te nach vor­ne set­zen kann. Er wird die Trai­nings­ein­hei­ten wäh­rend der Pau­se zwi­schen den Jah­ren nut­zen, um sich mit sei­nen Team­kol­le­gen ein­zu­spie­len“, freut sich Hü­gels­heims Sport­li­cher Lei­ter na­tür­lich, dass er bei die­sen Neu­zu­gän­gen ganz of­fen­sicht­lich ein recht glück­li­ches Händ­chen be­wie­sen hat. „Ich hab’ ein­fach ver­sucht, mei­nen Job zu ma­chen“, meint Win­kel schmun­zelnd. „Aber ein we­nig Glück ge­hört auch da­zu. Wer weiß, viel­leicht kann ich vor En­de der Trans­fer­pha­se am 31. Ja­nu­ar ja noch was aus dem Hut zau­bern, das uns wei­ter­hilft das aus­ge­ge­be­ne Ziel, das Fi­na­le, zu er­rei­chen.“

Ver­tei­di­ger mit „Biss“: Se­bas­ti­an Wolf vom Eis­ho­ckey-Re­gio­nal­li­gis­ten ESC Hü­gels­heim. Mit den Puck­jä­gern vom Ba­den-Air­park kämpft er im „hei­ßen Ja­nu­ar“um den Ein­zug in die Play-offs. Noch ist für die Ba­den Rhi­nos al­les drin, ent­schei­dend könn­te sein, wie sie aus der Weih­nachts­pau­se kom­men. Foto: Col­let

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