Horst Wens­ke: Vor­sit­zen­der der Wirt­schafts­ju­nio­ren

Bun­des­vor­sit­zen­der der Wirt­schafts­ju­nio­ren

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Tho­mas Liebs­cher

Er weiß, was auf ihn zu­kommt in die­sem Jahr: Vie­le Termine in Ber­lin, Ge­sprä­che mit Po­li­ti­kern und Mi­nis­te­ri­en, wei­te Rei­sen ins Aus­land. Und das al­les in sei­ner pri­va­ten Zeit. Horst Wens­ke schmun­zelt. „Das war in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren ja ganz ähn­lich, da ge­hör­te ich schon dem Bun­des­vor­stand der Wirt­schafts­ju­nio­ren an und be­treu­te un­ter an­de­rem das Res­sort In­ter­na­tio­na­les. Im No­vem­ber war ich bei­spiels­wei­se zwei Wo­chen in Ja­pan un­ter­wegs.“Nun ist der 37-Jäh­ri­ge Karls­ru­her zum Bun­des­vor­sit­zen­den der Wirt­schafts­ju­nio­ren auf­ge­rückt. Da­mit re­prä­sen­tiert er 2016 die 10 000 Mit­glie­der die­ses größ­ten Ver­bands für jun­ge deut­sche Un­ter­neh­mer und Füh­rungs­kräf­te. Wäh­rend er na­tür­lich wei­ter­hin die Soft­ware und Be­ra­tungs-Fir­ma KTC lenkt. Ge­nau das durch­zieht das Le­ben des Fir­men­chefs: Per­sön­lich ehr­gei­zig und er­folg­reich sein – und da­bei noch Kraft zu ha­ben, sich für an­de­re zu en­ga­gie­ren, die dann von sei­ner Kom­pe­tenz pro­fi­tie­ren. „ Da bin ich so et­was wie ein Se­ri­en­tä­ter“, be­kennt der ge­bür­ti­ge Ham­bur­ger. Wäh­rend der Schul­zeit er­klär­te der tech­ni­sche Über­flie­ger an­de­ren Kin­dern in Ar­beits­ge­mein­schaf­ten, wie ein PC funk­tio­niert oder hat­te Kon­takt zum Wei­ßen Ring, der sich um Ver­bre­chens­op­fer küm­mert. Wens­ke bau­te Schach­com­pu­ter oder Ge­rä­teVe­te­ra­nen wie den C-64 aus­ein­an­der, um zu ver­ste­hen, wie sie funk­tio­nie­ren – und es war völ­lig klar, dass er be­ruf­lich ge­nau in die­se Rich­tung ge­hen wür­de. Be­wusst ver­ließ er zum Stu­di­um die Hei­mat­stadt Ham­burg und be­hielt den­noch die tie­fe Ver­bin­dung zu sei­ner Mut­ter, die ihn al­lein er­zog. In Karls­ru­he fühl­te sich der In­for­ma­tik- und Phy­sik­stu­dent schnell wohl. Nach sei­nem Ab­schluss war er als Be­triebs­sys­tem- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­spe­zia­list am Sci­en­ti­fic Su­per Com­pu­ting Cen­ter (SSCK) und der gu­ten al­ten Uni­ver­si­tät Karls­ru­he (TH) tä­tig. Aber es steck­te wie­der mehr Ener­gie in dem Ju­do­ka, der nicht nur öf­fent­lich for­schen, son­dern selbst­stän­dig et­was vor­an­trei­ben woll­te. „Al­so grün­de­ten wir das Un­ter­neh­men KTC – und zwar wur­de in der Kn­ei­pe ,Ti­ta­nic’ der Ent­schluss ge­fasst“, er­in­nert sich Wens­ke an die gu­te Ent­schei­dung, ei­ge­ner Chef zu wer­den. Heu­te hat die Fir­ma Räu­me im Hoch­haus in der Au­gar­ten­stra­ße 1, ar­bei­tet mit 30 Be­schäf­tig­ten „und kann ger­ne noch grö­ßer wer­den“, meint Wens­ke. Die seit 2010 be­ste­hen­de Mit­glied­schaft bei den Wirt­schafts­ju­nio­ren sieht Wens­ke we­ni­ger als Kon­takt­pfle­ge zu­guns­ten sei­ner Fir­ma, „da pro­fi­tie­re ich in mei­ner Bran­che kaum von“, son­dern als ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be. Schnell hat­te er bei den Karls­ru­her Ver­bands­kol­le­gin­nen und Kol­le­gen den Na­men „Bun­des-Horst“weg. Weil er auch auf der höchs­ten Ebe­ne so en­ga­giert mit­mischt. Was zeit­lich und fi­nan­zi­ell ei­ni­gen Ein­satz er­for­dert. „Die nö­ti­gen Rei­sen sind aber auch sehr an­re­gend und ei­ne Art Ur­laub vom All­tag“, sagt Wens­ke. Er be­kennt, dass es ihm ge­ne­rell schnell lang­wei­lig wird, wenn er nichts vor­an­trei­ben kann, phi­lo­so­phi­sche und li­te­ra­ri­sche Klas­si­ker liest oder mit Spin­ning die kör­per­li­che Fit­ness für sein tem­po­rei­ches prall­ge­füll­tes Le­ben er­hält.

Der Karls­ru­her Un­ter­neh­mer Horst Wens­ke ist Bun­des­vor­sit­zen­der der Wirt­schafts­ju­nio­ren. In sei­nem Bü­ro steht ein Kunst­werk aus der Se­rie „Back to Bam­bi“von Il­ka En­no Uh­de. Die Jah­res­zahl er­in­nert Wens­ke an ein wich­ti­ges Jahr im Le­ben der Mut­ter und an deut­sche Auf­brü­che. Fo­to: Ar­tis

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