Hal­te­punk­te

Aus­stel­lung OMG! lockt in Samm­lun­gen hin­ein

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Lie

Drei Buch­sta­ben lei­ten durch die neu­es­te Aus­stel­lung des Ba­di­schen Lan­des­mu­se­ums (BLM): Und es ist ei­ne be­wusst mehr­deu­ti­ge Ab­kür­zung. OMG! steht so­wohl für „Ob­jek­te mit Ge­schich­te“als auch für „Oh, mein Gott!“, wo­bei der Aus­ruf des Er­stau­nens auch Eng­lisch passt: „Oh, my God!“Sich über­ra­schen las­sen, das soll der Be­su­cher an den 27 Sta­tio­nen von OMG! im Karls­ru­her Schloss. Die­se et­was an­de­re Aus­stel­lung be­an­sprucht kei­ne ei­ge­nen Räu­me für sich, son­dern be­steht aus „Hal­te­sta­tio­nen“in al­len Sä­len der stän­di­gen Samm­lung des BLM. Da­mit sol­len Be­su­cher in die­se manch­mal we­ni­ger be­rück­sich­tig­ten Schatz- und In­for­ma­ti­ons­kam­mern hin­ein ge­lockt wer­den. Au­ßer­ge­wöhn­lich ist das für die Schau ver­ant­wort­li­che Team. Der Nach­wuchs durf­te ge­stal­ten. Al­so je­ne jun­gen Leu­te, die nach ei­ner meist kul­tur­wis­sen­schaft­li­chen Aus­bil­dung an Uni­ver­si­tä­ten Vo­lon­tä­re wer­den. Das heißt, sie be­rei­ten sich in zwei pra­xis­be­zo­ge­nen Jah­ren am Mu­se­um auf die ei­ge­ne Lauf­bahn vor. Die Vo­lon­tä­re tau­chen in der Aus­stel­lung auch selbst auf – wenn man möch­te. Die Aug­men­ted Reality App macht’s mög­lich. War­um ei­ne ira­ni­sche Toi­let­ten­kan­ne zum Schmuck­stück für west­li­che Woh­nun­gen wer­den konn­te oder wie das Lan­des­mu­se­um 1935 ei­nen sehr schlech­ten Tausch mit Mann­hei­mer Mu­se­en mach­te, ist au­ßer­dem nach­zu­le­sen im an­ge­nehm leicht­fass­li­chen Ka­ta­log. Hier und da blei­ben noch Fra­gen of­fen: Wie war die An­kaufs­po­li­tik des BLM et­wa 1972, als ein Apo­the­ken­ge­fäß aus Ke­ra­mik er­wor­ben wur­de, das, wie man seit 2007 weiß, aus 1939 zwangs­ver­stei­ger­tem jü­di­schem Be­sitz stamm­te?

Ein jun­ges Team von Nach­wuchs­wis­sen­schaft­le­rin­nen ent­warf die Aus­stel­lung „OMG!“im Ba­di­schen Lan­des­mu­se­um. Es fehl­ten bei der Auf­nah­me noch zwei aus dem Team, zu dem ein Mann ge­hört. Fo­to: Deck

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