Sieg der Mi­ni­ma­lis­ten

Ra­c­ing Straß­burg nach 2:0 ge­gen Bel­fort Spit­zen­rei­ter

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Auf­at­men bei Ra­c­ing Straß­burg – im Spit­zen­spiel ge­gen Bel­fort hol­te man sich nach drei Nie­der­la­gen in Se­rie am Frei­tag­abend wie­der ei­nen Sieg – Jé­ré­my Bla­y­ac (41.) und De­nis Bouan­ga (88.) tra­fen zum 2:0-Heim­sieg im Mein­au-Sta­di­on. Da­mit lös­ten die El­säs­ser Bel­fort an der Ta­bel­len­spit­ze der Na­tio­nal­li­ga, der drit­ten fran­zö­si­schen Li­ga, ab. Bei­de Teams ha­ben jetzt 29 Punk­te auf dem Kon­to. Nach ei­nem mi­se­ra­blen Start (1:4-Nie­der­la­ge bei USL Dun­ker­que) schien man bei Ra­c­ing Straß­burg längst die Kur­ve ge­kriegt zu ha­ben, denn es folg­te ei­ne Se­rie von zwölf Spie­len oh­ne Nie­der­la­ge (sie­ben Sie­ge und fünf Un­ent­schie­den). Doch im An­schluss ha­gel­te es gleich drei bit­te­re Plei­ten – 0:1 beim Auf­stiegs­aspi­ran­ten Ven­dée Luçon Foot­ball, 0:1 beim ab­stiegs­be­droh­ten Bas­tia CA und 0:2 beim SC Ami­ens – die ein­mal mehr Zwei­fel an der Rea­li­sie­rung des sport­li­chen Ziels für die­se Sai­son auf­kom­men lie­ßen. Denn die fast schon ver­zwei­fel­ten Be­mü­hun­gen, nach lan­ger Durst­stre­cke wie­der in den „ech­ten“Pro­fi­fuß­ball zu­rück­zu­keh­ren, könn­ten auch in der Sai­son 2015/16 schei­tern. Die Punkt­ab­stän­de in der Na­tio­nal­li­ga zwi­schen Auf- und Ab­stiegs­zo­ne sind ge­ring. Mehr als die Hälf­te der Clubs hat ak­tu­ell noch gu­te Chan­cen, auf den Rän­gen eins bis drei zu lan­den, die den Zu­gang zur Li­gue 2, der zwei­ten fran­zö­si­schen Li­ga, er­mög­li­chen wür­den. Von dort muss­te sich Ra­c­ing Straß­burg nach der Sai­son 2009/10 ver­ab­schie­den. Gro­ße fi­nan­zi­el­le Pro­ble­me und das un­se­riö­se Ver­hal­ten des zeit­wei­li­gen Club-Be­sit­zers Ja­far Hila­li führ­ten da­zu, dass Ra­c­ing sei­nen Pro­fiS­ta­tus ver­lor und nach ei­nem In­sol­venz­ver­fah­ren die Ver­eins-Ka­pi­tal­ge­sell­schaft auf­ge­löst wur­de. Am En­de stand der sport­li­che Ab­sturz in die Fünft­klas­sig­keit (CFA2). In­zwi­schen ist man nach Ir­run­gen und Wir­run­gen in­klu­si­ver ei­ner glück­li­chen Ver­bands­ent­schei­dung, die ei­nen er­neu­ten Ab­stieg in die vier­te Li­ga ver­hin­der­te, wie­der auf Tuch­füh­lung mit der Li­gue 2. Doch der Druck ist groß. Ei­ne Al­ter­na­ti­ve zum Auf­stieg gibt es ei­gent­lich nicht. Das Team um Ka­pi­tän Er­nest Se­ka ist zum Er­folg re­gel­recht ver­dammt – und scheint mit den ho­hen Er­war­tun­gen nicht im­mer zu­recht zu kom­men. Aber auch die per­so­nel­le Aus­stat­tung des Ka­ders von Chef­trai­ner Ja­cky Du­gué­pé­roux ist nicht so, dass man dem Rest der Li­ga haus­hoch über­le­gen wä­re. Schon der Blick auf die in­ter­ne Tor­schüt­zen­lis­te zeigt, wo es un­ter an­de­rem „klemmt“: Hier führt Jé­ré­my Bla­y­ac mit gera­de ein­mal sechs Tref­fern in 17 (!) Spie­len, da­nach fol­gen Sté­pha­ne Baho­ken und La­dis­las Dou­n­ia­ma mit je zwei To­ren. Über­haupt: 16 Tor­er­fol­ge in 17 Spie­len – mit solch ei­ner Zwi­schen­bi­lanz dürf­ten die Mi­ni­ma­lis­ten aus dem El­sass es nicht ein­fach ha­ben, den Auf­stieg zu schaf­fen.

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