Dahl­mei­er über­zeugt

Bi­ath­le­tin Dahl­mei­er ge­winnt den Welt­cup in Ruh­pol­ding

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - San­dra De­gen­hardt

Bi­ath­le­tin Lau­ra Dahl­mei­er hat in Ruh­pol­ding ih­ren fünf­ten Welt­cup­sieg ge­fei­ert. Nach Rang vier im Sprint lief die 22Jäh­ri­ge ges­tern im Ver­fol­gungs­ren­nen über zehn Ki­lo­me­ter auf den ers­ten Platz mit 7,3 Se­kun­den Vor­sprung vor der Tsche­chin Gabriela Sou­kal­o­va. Drit­te wur­de die Ita­lie­ne­rin Do­ro­thea Wie­rer (53,6 Se­kun­den zu­rück).

Selbst der strö­men­de Re­gen bei der Sie­ger­eh­rung konn­te Lau­ra Dahl­mei­er ih­re Fei­er­lau­ne nicht ver­der­ben. Un­ter dem to­sen­den Ju­bel der rund 9 000 Bi­ath­lon­Fans kos­te­te die 22-Jäh­ri­ge ih­ren ers­ten Welt­cup­sieg in Ruh­pol­ding in vol­len Zü­gen aus, war nach ih­rem drit­ten Sai­son­er­folg ganz oben auf dem Po­dest über­glück­lich. „Ich bin so hap­py. Es ist ein Wahn­sinns­ge­fühl, erst­mals zu Hau­se zu ge­win­nen“, sag­te die Staf­fel-Welt­meis­te­rin mit ei­nem brei­ten Grin­sen im Ge­sicht. Da­mit be­scher­te sie den deut­schen Da­men ei­nen Tag nach dem Sprint-Er­folg von Fran­zis­ka Hil­de­brand den nächs­ten emo­tio­na­len Hö­he­punkt. Da­mit ha­ben die deut­schen Ski­jä­ge­rin­nen in die­sem Win­ter be­reits fünf Welt­cup­sie­ge zu Bu­che ste­hen. Da­bei hät­te sich Dahl­mei­er ge­wünscht, „dass ich auf der Couch sit­ze und mir das im Fern­se­hen hät­te an­schau­en kön­nen“, wit­zel­te die Staf­fel- Welt­meis­te­rin. Denn ihr Sieg über die Welt­cup-Ge­samt­füh­ren­de Gabriela Sou­kal­o­va war ein har­tes Stück Ar­beit bei schwie­ri­gen Stre­cken­be­din­gun­gen. „Auf der letz­ten Run­de war es ein bru­ta­ler Fight. Ich ha­be nicht ge­glaubt, dass ich es noch pa­cke.“Denn Dahl­mei­er lag 13 Se­kun­den hin­ter Sou­kal­o­va, rang aber dank ei­ner phä­no­me­na­len Schluss­run­de („Ich ha­be mei­nen Kopf aus­ge­schal­tet und war wie im Tun­nel“) Sou­kal­o­va nie­der, die kurz vor dem Ziel ih­ren Wi­der­stand auf­gab: „Als ich Lau­ras Atem ge­hört ha­be, wuss­te ich, dass ich kei­ne Chan­ce ha­be.“Sprint­Sie­ge­rin Hil­de­brand be­en­de­te das Ren­nen nach vier Straf­run­den als Neun­te. Bei­de ge­hen heu­te im ab­schlie­ßen­den Mas­sen­start er­neut als Mit­fa­vo­ri­tin­nen in die Loi­pe. Wie gut Dahl­mei­er in Form ist, zeigt der Um­stand, dass sie noch zum Jah­res­wech­sel we­gen ei­ner Er­käl­tung kurz­zei­tig mit dem Trai­ning aus­set­zen muss­te. Sie schaff­te die dritt­bes­te Lauf­zeit, nahm Sou­kal­o­va in der Loi­pe 21 Se­kun­den ab. „Sie hat ein­fach ein un­heim­lich ho­hes Gr­und­ni­veau“, sag­te Bun­des­trai­ner Ge­rald Hö­nig. Und auch am Schieß­stand agier­te Dahl­mei­er so ab­ge­zockt, als wür­de sie schon jah­re­lang die Welt­spit­ze do­mi­nie­ren. Bei bei­den Ste­hendschie­ßen un­ter­brach sie kurz ih­ren Rhyth­mus, um sich neu zu fo­kus­sie­ren. Zwar mach­te sie im drit­ten An­schlag ei­nen Feh­ler, blieb dann aber feh­ler­frei und setz­te zu ih­rer be­ein­dru­cken­den Auf­hol­jagd an. „Lau­ra hat heu­te ein un­heim­lich star­kes Ren­nen ge­macht. Man hat so rich­tig ge­se­hen, wie si­cher sie sich ih­rer Fä­hig­kei­ten ist“, zoll­te Bun­des­trai­ner Ge­rald Hö­nig sei­ner Vor­zei­ge-Ath­le­tin Re­spekt. Die Män­ner sind oh­ne ih­ren er­krank­ten Über­flie­ger Si­mon Sch­empp der­zeit hin­ge­gen nicht sieg­fä­hig. In der Ver­fol­gungs­hatz wur­de Andre­as Birn­ba­cher als 15. Bes­ter der vier Deut­schen. Der ehe­ma­li­ge Sprint-Welt­meis­ter Arnd Peif­fer kam als 28. ins Ziel. Das Duo war­tet da­mit wei­ter auf die WM-Qua­li­fi­ka­ti­on und ist heu­te im Mas­sen­start nicht da­bei. Sch­empp ent­schei­det erst kurz vor dem Ren­nen, ob er wie­der an­greift. Er hat­te den Sprint und die Ver­fol­gung we­gen der Nach­we­hen ei­ner Er­käl­tung aus­ge­las­sen. Im Ge­samt­welt­cup ist er Fünf­ter und liegt schon 150 Punk­te hin­ter dem füh­ren­den Fran­zo­sen Mar­tin Four­ca­de.

Fo­to: AFP

In blen­den­der Form: Lau­ra Dahl­mei­er (vor­ne, im Hin­ter­grund die Fran­zö­sin Ma­rie Do­rin Ha­bert) be­ein­druck­te auch am Schieß­stand mit ei­ner fast feh­ler­frei­en Leis­tung. Mit ei­ner phä­no­me­na­len Schluss­run­de setz­te sie sich auf den letz­ten Me­tern noch vor die Welt­cup-Spit­zen­rei­te­rin Gabriela Sou­kal­o­va und ge­wann zum ers­ten Mal in ih­rer Kar­rie­re den Welt­cup in Ruh­pol­ding.

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