WM-Gold für Pe­ter Pre­vc

Slo­we­ne ist neu­er Ski­flug-Welt­meis­ter

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SITE - Erik Roos

Pe­ter Pre­vc ju­bel­te nach ei­ner Flug­show der Su­per­la­ti­ve über WM-Gold im Ski­flie­gen, der ent­thron­te Ti­tel­ver­tei­di­ger Se­ve­rin Freund war nach ei­nem gu­ten zwei­ten Tag mit Rang sechs zu­frie­den. In ei­nem atem­rau­ben­den Wett­be­werb am Kulm un­ter­strich der Vier­schan­zen­tour­nee­sie­ger aus Slo­we­ni­en ges­tern sei­ne Schan­zen-Do­mi­nanz.

Als Pe­ter Pre­vc sei­ne toll­küh­ne Flug­show am Kulm in Bad Mit­ten­dorf mit WM-Gold ge­krönt hat­te, klatsch­te auch der ge­schla­ge­ne Se­ve­rin Freund an­er­ken­nend Bei­fall. „Es ist eben nicht je­den Tag Sonn­tag. Heu­te hät­te schon et­was Ko­mi­sches pas­sie­ren müs­sen, um noch ei­ne Me­dail­le zu ho­len“, sag­te der Ti­tel­ver­tei­di­ger aus Bay­ern nach sei­nem sechs­ten Rang bei der Ski­flug-WM am Kulm. Das Wun­der ge­schah al­ler­dings nicht, ganz im Ge­gen­teil: Der Slo­we­ne Pre­vc er­ober­te mit sei­nem fu­rio­sen Schan­zen­re­kord von 244,0 Me­tern völ­lig ver­dient die be­gehr­te Ski­flug-Kro­ne, die Freund vor zwei Jah­ren ge­won­nen hat­te. „Das ist Wahn­sinn, ich war so ner­vös und bin jetzt ein­fach glück­lich“, sag­te Pre­vc, der Ken­neth Gang­nes (Nor­we­gen) und Ste­fan Kraft (Ös­ter­reich) auf die Plät­ze ver­wies. Freund fehl­ten am En­de um­ge­rech­net knapp 50 Me­ter zum Po­dest. Pre­vc stieg mit sei­nem Sieg end­gül­tig zum über­ra­gen­den Mann des Win­ters auf. Der 23-Jäh­ri­ge ge­wann nur zehn Ta­ge nach sei­nem Tri­umph bei der Vier­schan­zen­tour­nee auch den zwei­ten Saisonhöhepunkt und da­mit den zwei­ten gro­ßen Ti­tel sei­ner Kar­rie­re. Der zwei­te slo­we­ni­sche Ski­flug-Welt­meis­ter nach Ro­bert Kran­jec im Jahr 2012 er­hielt ein Preis­geld von um­ge­rech­net 26 250 Euro. Pre­vc über­trumpf­te mit sei­nem Traum­flug und ins­ge­samt 640,1 Punk­ten noch den Halb­zeit-Füh­ren­den Gang­nes (636,8), Kraft hat­te schon deut­li­chen Rück­stand (629,2). Das galt um­so mehr für Freund. „Se­ve­rin ist seit dem Sturz in Inns­bruck nicht mehr so fit. Aber wir wer­den Pre­vc wei­ter das Le­ben schwer ma­chen. Auch ihm wird ein­mal das Gas aus­ge­hen“, sag­te Schus­ter. Freund ver­bes­ser­te sich am zwei­ten WM-Tag mit gu­ten 223,5 Me­ter noch um ei­nen Rang, ver­pass­te die er­hoff­te Me­dail­le aber klar. Sei­ne Ti­tel­chan­cen hat­te der Nie­der­bay­er schon ges­tern ver­spielt. „Ich war jetzt bei Ski­flug-Welt­meis­ter­schaf­ten Vier­ter, Ers­ter und Sechs­ter. Das ist nicht so schlecht“, sag­te Freund. Zweit­bes­ter DSV-Ad­ler wur­de Richard Frei­tag, der als Ach­ter noch drei Po­si­tio­nen gut­mach­te. „Heu­te war es noch ein­mal ziem­lich geil“, sag­te Frei­tag, dem mit 231,0 Me­ter ei­ne per­sön­li­che Best­wei­te ge­lang: „Oben war es ein biss­chen ver­wa­ckelt, aber das war rich­tig gu­tes Ski­flie­gen. Da­für macht man das. Wenn man am Hang ent­lang glei­tet, ist das gi­gan­tisch.“Rang vier ging an den Nor­we­ger Jo­hann An­dré For­fang, der sich bei ei­nem Sturz je­doch leicht ver­letz­te. Star­ker Fünf­ter wur­de „Flug­sau­ri­er“No­ria­ki Ka­sai. Der 43 Jah­re al­te Ja­pa­ner, Ski­flug-Welt­meis­ter 1992, sorg­te mit 220,0 Me­ter für Be­geis­te­rung bei den 25000 Zu­schau­ern. Team-Olym­pia­sie­ger Andre­as Wel­lin­ger lan­de­te bei eben­falls gu­ten 211,5 Me­tern und be­leg­te den 14. Rang. Das Top-Ta­lent hat­te zu­nächst mit ei­nem Sturz in der Pro­be für ei­ne Schreck­se­kun­de ge­sorgt. Noch ein­mal an­grei­fen wol­len die DSV-Ad­ler heu­te (14.15 Uhr/ZDF und Eu­ro­sport) im ab­schlie­ßen­den Te­am­wett­be­werb. „Nor­ma­ler­wei­se sind Slo­we­ni­en und Nor­we­gen bes­ser, wahr­schein­lich wer­den wir mit Ös­ter­reich um den drit­ten Platz kämp­fen“, sag­te Schus­ter, hofft aber auf ei­ne Über­ra­schung: „Schließ­lich ist nicht im­mer al­les nor­mal im Le­ben.“

„Flug­sau­ri­er“Ka­sai mit 43 Jah­ren noch Fünf­ter

Fo­to: AFP

Über­ra­gend und do­mi­nant: Der Slo­we­ne Pe­ter Pre­vc ge­wann nach der Vier­schan­zen­tour­nee nun auch die Ski­flug-Welt­meis­ter­schaft und stell­te da­bei mit 244 Me­tern ei­nen neu­en Schan­zen­re­kord auf.

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