Mar­tin Lu­ding: Der „Ca­ve­man“mach­te ihn be­rühmt

Schau­spie­ler und „Ca­ve­man“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Ekart Kin­kel

In der Kü­che von Mar­tin Lu­ding herrscht Ord­nung. Al­le Ko­chu­ten­si­li­en so­wie die Le­bens­mit­tel sind ak­ku­rat in den Schrän­ken ver­staut, die Ar­ma­tu­ren am Spül­be­cken glän­zen wie in ei­nem Wer­be­pro­spekt und auf den ers­ten Blick wirkt die­se Kü­chen­zei­le wie das Aus­stel­lungs­stück in ei­nem Mö­bel­haus. „Ich ko­che aber sehr ger­ne und auch oft“, sagt der 44 Jah­re al­te Schau­spie­ler mit ei­nem Schmun­zeln, „doch hin­ter­her räu­me ich eben ex­trem pe­ni­bel auf und put­ze gründ­lich durch“. Ein or­dent­li­cher Mann, der auch noch ger­ne kocht, passt ei­gent­lich so gar nicht in das Män­nerkli­schee, wel­ches Lu­ding seit 14 Jah­ren als Haupt­dar­stel­ler in dem So­lo-Stück „Ca­ve­man“auf die sa­ti­ri­sche Schip­pe nimmt. Über 2 000 Mal stand der ge­bür­ti­ge Ber­li­ner in sei­ner Pa­ra­de­rol­le be­reits auf der Büh­ne, knapp die Hälf­te der Auf­trit­te fand da­bei in Stutt­gart statt..“Und ich spie­le das Stück noch so lan­ge wei­ter, wie es die Leu­te se­hen wol­len“, kün­digt Lu­ding an. Am meis­ten Ap­plaus er­hal­te er üb­ri­gens in Karls­ru­he, be­tont Lu­ding, „die Ba­de­ner sind be­geis­te­rungs­fä­hig und las­sen sich ger­ne auf neue Sa­chen ein“. Am 18. März ist er mal wie­der als „Ca­ve­man“im Karls­ru­her Toll­haus zu er­le­ben. An­ge­fan­gen hat die stei­le Büh­nen­kar­rie­re des Be­triebs­wirts üb­ri­gens in sei­ner or­dent­lich auf­ge­räum­ten Kü­che. „Du spielst den Ca­ve­man“, sag­te ihm da­mals sei­ne gu­te Be­kann­te und Re­gis­seu­rin Es­t­her Schweins, die mit der Ins­ze­nie­rung des Broad­way-Stücks von Rob Rei­ner be­reits gro­ße Er­fol­ge in Ham­burg fei­er­te. „Das kann ich nicht“, sei sei­ne ers­te Re­ak­ti­on auf die­ses An­ge­bot ge­we­sen, er­in­nert sich Lu­ding, doch sei­ne Ex-Freun­din Schweins ha­be sei­ne Be­den­ken bei­sei­te ge­wischt. Re­den und Ge­schich­ten er­zäh­len konn­te Lu­ding be­reits als Schü­ler so­wie in sei­nem ers­ten Be­rufs­le­ben als Im­mo­bi­li­en­mak­ler. „Mein Va­ter hat im­mer ge­sagt, ich sei der ge­bo­re­ne Ver­käu­fer“, so Lu­ding, doch er ha­be im­mer wie­der Skru­pel ge­habt und konn­te kei­ne „Schrot­t­im­mo­bi­lie“als „Haus in bes­ter La­ge“ver­kau­fen. „Wahr­schein­lich war ich für die­sen Be­ruf fast zu ehr­lich“; meint Lu­ding rück­bli­ckend und in­so­fern kam der Wech­sel ins Schau­spiel­fach zur rech­ten Zeit. Geld ver­die­nen woll­te er aber auch als Un­ter­hal­tungs­künst­ler und des­halb grün­de­te der fin­di­ge Un­ter­neh­mer gleich sei­ne ei­ge­ne Ver­mark­tungs­ge­sell­schaft. Rei­zen wür­de ihn auch ei­ne Rol­le in ei­nem Ki­no­film, aber da­für müss­te auch das „pas­sen­de An­ge­bot“kom­men. Bis­lang fühlt sich der Ca­ve­man-Darstel­ler im Ko­mö­di­en­fach noch pu­del­wohl und das Über­prü­fen der ge­schlech­ter­spe­zi­fi­schen Rol­len­kli­schees ist fast schon zu sei­nem Hob­by ge­wor­den. „Bei all den im Stück be­schrie­be­nen Ver­hal­tens­mus­tern gibt es kei­ne Arche­ty­pen“, sagt Lu­ding. Bes­tes Bei­spiel für die­se The­se sei sei­ne 17-jäh­ri­ge Toch­ter. „Wenn die vorm Fern­se­her sitzt, nimmt sie wie die Ca­ve­man-Haupt­fi­gur Tom um sie her­um nichts mehr war.“Und er? „Ich bin schon noch ein ech­ter Kerl“, sagt der. „Manch­mal ma­che ich spon­tan Din­ge, die Män­ner eben so tun“.

Fo­to: pr

Nicht nur als „Ca­ve­man“fei­ert Mar­tin Lu­ding gro­ße Er­fol­ge auf der Thea­ter­büh­ne. Auch im „Män­ner­abend“bringt er die Zu­schau­er zum La­chen.

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