„Re­nais­sance 2.0“

Aus­stel­lung „Exo-Evo­lu­ti­on“im ZKM in Karls­ru­he

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Avs

Ro­bo­ter, künst­li­che Krea­tu­ren aus dem Drei-D-Dru­cker, ei­ne Ap­pa­ra­tur zur au­to­ma­ti­sier­ten Züch­tung von Mi­kro­or­ga­nis­men mit neu­en Ei­gen­schaf­ten: Im Karls­ru­her Zen­trum für Kunst und Me­dien­tech­no­lo­gie (ZKM) ha­ben sich Kunst und Wis­sen­schaft ver­bün­det, um der Fra­ge nach­zu­spü­ren, wie der Mensch aus der na­tür­li­chen Evo­lu­ti­on her­aus­tritt. Be­gon­nen ha­be al­les, als der Mensch den auf­rech­ten Gang lern­te und sei­ne Hän­de nutz­te, um Werk­zeu­ge her­zu­stel­len, sagt ZKM-Di­rek­tor und Aus­stel­lungs­ku­ra­tor Pe­ter Wei­bel: „Wir sind schon lan­ge aus der Na­tur aus­ge­tre­ten und schaf­fen uns un­se­re ei­ge­ne Na­tur.“Die Aus­stel­lung „Exo-Evo­lu­ti­on“ist im ZKM noch bis 28. Fe­bru­ar zu se­hen. Die The­men rei­chen vom Ein­satz drei­di­men­sio­na­ler Druck­ver­fah­ren in Ar­chi­tek­tur und Kunst bis zur au­to­ma­ti­sier­ten Züch­tung neu­er Mi­kro­or­ga­nis­men – et­wa mit dem Ziel, Um­welt­ver­schmut­zung zu be­kämp­fen. Für die Wis­sen­schaft­le­rin Ljil­ja­na Fruk vom Karls­ru­her In­sti­tut für Tech­no­lo­gie (KIT) ist klar, dass For­scher sich schon im­mer von Sci­ence-Fic­tion ha­ben in­spi­rie­ren las­sen. „Wir wol­len zei­gen, dass die Zu­kunft schon da ist“, sag­te Fruk, die als Ku­ra­to­rin an ei­nem Teil der Aus­stel­lung mit­wirk­te. Es sei wich­tig, die In­for­ma­tio­nen zu tei­len. Kunst und Kul­tur hät- ten sich schon ein­mal in der Re­nais­sance ver­schränkt. Heu­te ge­be es ei­ne Re­nais­sance 2.0, meint Wei­bel. Die Stu­di­os der Künst­ler sä­hen aus wie La­bors von Wis­sen­schaft­lern und die La­bors von Wis­sen­schaft­lern sä­hen aus wie Stu­di­os von Künst­lern. Ei­nen Blick zu­rück in die Blü­te­zeit von Kul­tur und Wis­sen­schaft im ara­bisch-is­la­mi­schen Raum zwi­schen den Jah­ren 800 und 1200 gibt es auch: Zwei Nach­bau­ten ver­blüf­fen­der Ap­pa­ra­tu­ren, ei­nes Mu­sik­au­to­ma­ten und ei­ner Ele­fan­ten­uhr sind zu se­hen.

Kunst und Wis­sen­schaft ha­ben sich ver­bün­det

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.