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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - Wh

Um sti­lis­ti­sche Schub­la­den ha­ben sich die Tin­der­sticks noch nie ge­schert. Als die eng­li­sche Band mit dem im­mer ex­qui­sit ge­klei­de­ten Sän­ger Stuart A. Stap­les vor gut 20 Jah­ren in der Sze­ne auf­tauch­te, wirk­te ihr er­wach­se­ner In­die­Sound ne­ben schmud­de­li­gem Ami-Grun­ge-Rock und ju­ve­ni­lem Brit-Pop noch exo­ti­scher als heu­te. Aber auch da­nach pass­ten sich die Erz­ro­man­ti­ker aus Not­ting­ham nie ir­gend­wel­chen Mo­den an, hiel­ten im­mer – ganz oh­ne ver­snob­tes Ge­tue – aus­rei­chend Ab­stand zum Main­stream. Und sie lie­fer­ten stets Qua­li­tät. Auch Stu­dio­al­bum Num­mer zehn macht da kei­ne Aus­nah­me. „The Wait­ing Room“(Ci­ty Slang) ver­eint wie­der elf Songs für die dunk­len St­un­den, die man am bes­ten mit ei­nem gu­ten Glas Rot­wein ge­nießt. Wie schon bei den Vor­gän­gern „The So­me­thing Rain“(2012) und „Across Six Leap Ye­ars“(2013) schlägt das Pen­del ge­le­gent­lich Rich­tung Soul aus („We­re We On­ce Lo­vers?“, „Help Yours­elf“), auch Blues, Jazz und Chan­son ha­ben wei­ter­hin ih­ren fes­ten Platz im opu­len­ten Tin­der­sticks-Klang­kos­mos. Vor al­lem aber sind hier ei­ni­ge der schöns­ten Bal­la­den in der Kar­rie­re die­ses Quin­tetts zu hö­ren. Fa­zit: Das neue Al­bum der Bri­ten lie­fert mit plü­schi­gem In­die­pop und oh­ne Furcht vor Pa­thos wie­der elf­mal Ki­no für die Oh­ren.

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