Stutt­garts neue Sach­lich­keit

Un­ter Trai­ner Jür­gen Kram­ny zu­rück zum Er­folg – 3:1 beim 1. FC Köln

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Tho­mas Weit­kamp

Nur die schwä­bi­schen Fans tanz­ten aus der Rei­he. „Oh, wie ist das schön“, san­gen die An­hän­ger des VfB Stutt­gart mi­nu­ten­lang, ge­ra­de­zu eu­pho­risch fei­er­ten sie an­schlie­ßend den Ab­pfiff nach dem wich­ti­gen 3:1 (1:1)-Sieg zum Rück­run­den­auf­takt beim 1. FC Köln – die Stutt­gar­ter Pro­fis hin­ge­gen ver­schrie­ben sich da­ge­gen ganz der neu­en Sach­lich­keit beim VfB. „Bru­tal wich­tig“sei die­ser Er­folg im Ab­stiegs­kampf zwar, sag­te Ver­tei­di­ger Da­ni­el Sch­wa­ab, Ka­pi­tän Christian Gent­ner fand den Er­folg zum Start ins neue Jahr „für den Kopf“un­er­setz­lich, doch es ge­be „noch ei­ni­ges zu ver­bes­sern“. Über­be­wer­ten woll­te den zwei­ten Li­ga-Sieg un­ter Trai­ner Jür­gen Kram­ny in Fol­ge aus­drück­lich nie­mand. Kon­zen­trie­ren, si­cher ste­hen, ein de­fen­si­ves Fun­da­ment für den Er­folg bau­en: So oder so ähn­lich lau­tet die Marsch­rou­te beim VfB seit En­de No­vem­ber, als Kram­ny das Trai­ner­amt von Alex­an­der Zor­ni­ger über­nom­men hat. Und der 44-Jäh­ri­ge fährt da­mit bes­tens. Nach fünf Li­ga­spie­len un­ter sei­ner Re­gie ste­hen acht Punk­te zu Bu­che, Zor­ni­ger brach­te es in 13 Auf­trit­ten gera­de mal auf zehn Zäh­ler. Vor al­lem die Art und Wei­se, wie der VfB der­zeit auf­tritt, macht ein er­neu­tes Ab­rut­schen auf die Ab­stiegs­plät­ze ziem­lich un­wahr­schein­lich. Von den vo­gel­wil­den Auf­trit­ten un­ter Zor­ni­ger ist kaum noch et­was zu er­ken­nen. „Wir agie­ren jetzt ganz an­ders“, er­klärt Gent­ner, „wir ste­hen nicht mehr so hoch, lau­fen nicht mehr so wild an. Es brennt nicht so­fort lich­ter­loh, wenn mal je­mand aus­ge­spielt wird.“Schon droht auch nicht mehr in je­der Pha­se des Spiels ein Ge­gen­tor. Der An­griffs­fuß­ball, auf den Zor­ni­ger ge­ra­de­zu stur bis zum En­de setz­te, kommt da­bei ja kei­nes­wegs zum Er­lie­gen, im Ge­gen­teil. Wett­be­werbs­über­grei­fend ge­wan­nen die Stutt­gar­ter in Köln zum drit­ten Mal in Fol­ge mit drei er­ziel­ten Tref­fern. Die Tor­schüt­zen Da­ni­el Di­da­vi (36.), Ti­mo Wer­ner (51.) und Christian Gent­ner (83.) sta­chen ge­mein­sam mit Flü­gel­spie­ler Fi­lip Kostic her­aus, of­fen­siv ist der VfB wahr­lich nicht wie ein Ab­stei­ger be­setzt. „Das kön­nen wir halt“, sag­te Gent­ner, „un­se­re Qua­li­tät im An­griff wird nie­mand ab­strei­ten. Aber die kommt eben nur zum Tra­gen, wenn wir ins­ge­samt als Team funk­tio­nie­ren.“Das scheint nun im­mer bes­ser zu klap­pen. Ein Teil die­ses vor 50 000 Zu­schau­ern in Köln meist funk­tio­nie­ren­den Kol­lek­tivs war auch Win­ter­zu­gang Ke­vin Groß­kreutz. 352 Ta­ge hat­te der Tür­keiHeim­keh­rer kein Erst­li­ga­spiel ab­sol­viert, das merk­te man dem 27 Jah­re al­ten Welt­meis­ter an. „Was ihm fehlt, ist die Wett­kampf­pra­xis“, sagt Kram­ny zwar auch, „aber er hat sich schon im ers­ten Spiel gut rein­ge­ar­bei­tet.“Groß­kreutz soll als Rechts­ver­tei­di­ger noch wich­tig wer­den in die­ser Sai­son. Ei­ner der Mah­ner in Köln war auch Sport­vor­stand Ro­bin Dutt. „Wir müs­sen ein­fach auf­pas­sen“, sag­te er, „das sieht man an vie­len Klei­nig­kei­ten. Das war ja kei­ne Leis­tung, die über 93 Mi­nu­ten kon­stant war.“Dutt mein­te die Pha­se nach dem Köl­ner 1:0 durch Ant­ho­ny Mo­des­te (19./Foul­elf­me­ter) und vor al­lem die Schluss­mi­nu­ten, in de­nen die Mann­schaft teil­wei­se um den An­schluss­tref­fer „bet­tel­te“, wie Kram­ny sag­te.

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