Ty­ran­no­sau­rus Rex: Ein ge­wal­ti­ger Fleisch­fres­ser

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - In­ter­view: Tan­ja Ka­sisch­ke

Tris­tan ist ei­ne Sen­sa­ti­on, fin­det auch Sau­rier­for­scher Eber­hard „Di­no“Frey vom Na­tur­kun­de­mu­se­um Karls­ru­he. Bis er nach Ber­lin fah­ren und den T-Rex be­stau­nen kann, wer­de es noch dau­ern, ver­riet er dem Sonn­tag. Da­bei schlum­mert im Kel­ler sei­nes Hau­ses ein ei­ge­nes tol­les Fos­sil.

Herr Frey, was sa­gen Sie zu Tris­tan?

Eber­hard „Di­no“Frey: Der T-Rex ist ein klas­se Fos­sil, da ha­ben die Ber­li­ner wirk­lich ei­ne Sen­sa­ti­on an Land ge­zo­gen!

Was macht den Ty­ran­no­sau­rus so au­ßer­ge­wöhn­lich?

Frey: Ers­tens, dass er so gut er­hal­ten ist. Zwei­tens, dass es ein Ori­gi­nal­fos­sil ist, das ers­te ech­te Ske­lett ei­nes T-Rex in ganz Eu­ro­pa! Die Mu­se­en hat­ten bis­lang nur Abgüsse, al­so Nach­bil­dun­gen, zum Bei­spiel das Sencken­berg­mu­se­um in Frank­furt am Main. Bes­ser er­hal­ten als Ber­lins Tris­tan ist nur noch T-Rex Sue in Chi­ca­go, ist das rich­tig?

Frey: Ge­nau. Su­es Ske­lett hat mehr ori­gi­na­le Kno­chen. Aber Tris­tans Schä­del ist bes­ser er­hal­ten. Dass er in Ver­bin­dung mit dem üb­ri­gen Ske­lett ge­zeigt wird, fin­de ich be­ein­dru­ckend. In Karls­ru­he ha­ben wir ja auch den Ab­guss ei­nes T-Rex-Schä­dels, des­sen Ori­gi­nal in De­troit in den USA steht. Aber ein Schä­del oder Kör­per ist eben we­ni­ger spek­ta­ku­lär, weil er ganz an­ders wirkt und nur an­satz­wei­se ver­mit­telt, wie rie­sig das Tier war.

Wann be­su­chen Sie Tris­tan in Ber­lin?

Frey: Das wird noch ein Weil­chen dau­ern, viel­leicht im Früh­jahr.

Wel­che Sau­ri­er-Schät­ze kön­nen Be­su­cher im Na­tur­kun­de­mu­se­um in Karls­ru­he be­wun­dern, falls sie auch so schnell nicht nach Ber­lin kom­men?

Frey: Der Flug­sau­ri­er, der bei uns im Licht­hof hängt, ist das größ­te Mo­dell welt­weit, das gleich­zei­tig al­le ak­tu­el­len wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­se über Flug­sau­ri­er ab­bil­det. Dann ha­ben wir noch ei­nen Al­losau­rus im Kel­ler, das Ske­lett ei­nes fleisch­fres­sen­den Di­no­sau­ri­ers, der aber lan­ge vor dem T-Rex leb­te.

War­um zei­gen Sie das Fos­sil nicht, im Kel­ler sieht das doch kei­ner?

Frey: Stimmt, aber wir hat­ten ein­fach noch nicht die Zeit, das Ske­lett zu­sam­men­zu­bau­en.

Als ei­ne der we­ni­gen Sau­rier­ar­ten ging der Ty­ran­no­sau­rus Rex auf­recht auf den Hin­ter­bei­nen. Den schwe­ren Kopf ba­lan­cier­te er durch sei­nen kräf­ti­gen Schwanz aus, wie das Ske­lett im Ber­li­ner Na­tur­kun­de­mu­se­um nach­voll­zieh­bar macht. Was die Fos­si­li­en nicht ver­ra­ten: Wel­che Haut­far­be hat­te Tris­tan? Fo­to: Tan­ja Ka­sisch­ke

Der Karls­ru­her Di­no-For­scher Eber­hard „Di­no“Frey will Tris­tan bald be­su­chen. Fo­to: Fa­b­ry

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