Gi­an­ni­kis oder Kor­kut?

KSC-Trai­ner­fra­ge – es kann nur ei­nen ge­ben / Ent­schei­dung naht

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Harald Lin­der

Von „ nicht ein­mal ei­ner Hand­voll Kan­di­da­ten“, die in der nä­he­ren Aus­wahl für den Chef­trai­ner­pos­ten beim Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten Karls­ru­her SC wa­ren, wie Sport­di­rek­tor Jens Todt kürz­lich sag­te, sind noch zwei üb­rig ge­blie­ben. Nach In­for­ma­tio­nen des SONN­TAG sind dies der bis­he­ri­ge CoTrai­ner Ar­gi­ri­os Gi­an­ni­kis (35) und der Ex­Coach von Hannover 96, Tay­fun Kor­kut (41). Mit bei­den hat die KSC-Füh­rung aus­führ­li­che Ge­sprä­che ge­führt, auch wenn Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther das Tref­fen mit Kor­kut An­fang Ja­nu­ar im­mer noch nicht of­fi­zi­ell be­stä­ti­gen will. Da­bei hin­ter­ließ der ehe­ma­li­ge tür­ki­sche Na­tio­nal­spie­ler, der vie­le Jah­re in Spa­ni­en ge­spielt hat, wo er im Ju­gend­be­reich in San Se­bas­ti­an auch sei­ne Trai­ner­tä­tig­keit be­gann, bei sei­ner Vor­stel­lung of­fen­bar ei­nen nach­drück­li­chen Ein­druck bei den Ver­ant­wort­li­chen des KSC. Er scheint of­fen­bar sehr gu­te Kar­ten zu ha­ben, was ein En­ga­ge­ment im Wild­park an­be­langt. Zu­letzt war Kor­kut beim Erst­li­gis­ten Hannover 96 un­ter Ver­trag, wo er im April 2015 nach 16-mo­na­ti­ger Tä­tig­keit ent­las­sen wur­de. Dort soll der 41-Jäh­ri­ge Kor­kut laut „Fuß­ball-Geld.de“ein Jah­res­ge­halt von rund ei­ner Mil­li­on Euro ge­habt ha­ben. Ei­ne Sum­me, die beim KSC al­ler­dings nicht ein­mal an­satz­wei­se zu rea­li­sie­ren sein dürf­te, es sei denn Kor­kut, zu des­sen Stab noch sei­ne As­sis­tenz­trai­ner Xa­ver Zem­brod und Ju­len Ma­sach ge­hö­ren, lie­ße sich in Sa­chen Ge­halt auf KSC-Ni­veau her­un­ter­han­deln. Ar­gi­ri­os Gi­an­ni­kis der gera­de sei­ne Aus­bil­dung zum Fuß­ball-Leh­rer ab­sol­viert, wür­de zwar auch kaum für ei­nen war­men Hän­de­druck den Trai­ner­job beim KSC an­tre­ten, aber für den 35-Jäh­ri­gen wä­re es die gro­ße Chan­ce, sich als Chef­trai­ner zu be­wei­sen, nach­dem er bis­lang zwar 160 Spie­le in der Zwei­ten Li­ga als Co-Trai­ner mit­be­glei­tet hat­te und sich auch schon Lor­bee­ren als Chef­trai­ner der U19 in der Ju­nio­ren-Bun­des­li­ga ver­dient hat. Dort hat er ge­zeigt, dass er ei­ne Mann­schaft zu füh­ren ver­mag und auch mit teil­wei­se schwie­ri­gen Cha­rak­te­ren um­ge­hen kann. Soll­te der KSC Tay­fun Kor­kut als neu­en Chef­trai­ner ver­pflich­ten, wird Gi­an­ni­kis den KSC ver­mut­lich zum Sai­son­en­de ver­las- sen und nach ei­ner neu­en Her­aus­for­de­rung Aus­schau hal­ten. Soll­te sich der KSC für Gi­an­ni­kis ent­schei­den, wür­de der Ver­ein zwar ei­nen Chef­trai­ner oh­ne den „Stall­ge­ruch“des ehe­ma­li­gen Pro­fis und Trai­ners mit Erst­li­ga­er­fah­rung ver­pflich­ten, aber ei­nen, der den KSC und al­les, was da­zu ge­hört, ge­nau kennt und weiß, was im Wild­park mög­lich ist und was nicht. Ge­wiss kei­ne leich­te Ent­schei­dung, die das Prä­si­di­um zu­sam­men mit Sport­di­rek­tor Jens Todt zu fäl­len hat, denn die „Trai­ner­fra­ge ist die wich­tigs­te Per­so­nal­ent­schei­dung, die wir tref­fen müs­sen“, wie KSC-Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther die lan­ge Su­che nach ei­nem ge­eig­ne­ten neu­en Übungs­lei­ter be­grün­det. Wäh­rend die­se Su­che laut Sport­di­rek­tor Jens Todt noch im Fe­bru­ar be­en­det sein soll, hat Todt bei den Ka­der­pla­nun­gen die ers­ten Pf­lö­cke ein­ge­schla­gen. Von Ein­tracht Frank­furt wech­selt Ab­wehr­spie­ler Da­vid Kin­som­bi mit so­for­ti­ger Wir­kung zum KSC. Er un­ter­schrieb ei­nen Ver­trag bis zum 30. Ju­ni 2018. Der 20-jäh­ri­ge Deutsch-Kon­go­le­se wird zu­nächst al­ler­dings beim Dritt­li­gis­ten 1. FC Mag­de­burg spie­len, wo­hin ihn der KSC bis zum Sai­son­en­de aus­ge­lie­hen hat. Fün­dig ge­wor­den ist Jens Todt of­fen­bar auch, was den Er­satz von Jo­nas Mef­fert an­be­langt, denn Mef­fert wird den KSC mit sehr gro­ßer Wahr­schein­lich­keit zum Sai­son­en­de ver­las­sen. Bayer Le­ver­ku­sen wird von ei­ner Rück­kauf­op­ti­on für den 21-jäh­ri­gen Mit­tel­feld­spie­ler Ge­brauch ma­chen (rund 600 000 Euro soll der KSC für Mef­fert er­hal­ten), der auch beim SC Frei­burg auf der Agen­da steht. Als Mef­fert-Er­satz könn­te Paul Se­gu­in vom VfL Wolfsburg zum KSC kom­men. Für den 20-jäh­ri­gen, der bei der U-20 WM zum er­wei­ter­ten DFB-Ka­der ge­hör­te, ist im Star­ensem­ble der „Wöl­fe“of­fen­sicht­lich kein Platz. Se­gu­in spielt in der Re­gio­nal­li­ga­mann­schaft des Erst­li­gis­ten und soll ei­nem Wech­sel nicht ab­ge­neigt sein.

Jo­nas Mef­fert geht – kommt Paul Se­gu­in?

... oder tritt der Ex-Hannover-96-Coach Tay­fun Kor­kut die Kauc­zin­ski-Nach­fol­ge an? Fo­tos (2): GES

Ent­schei­dung naht: Darf sich Ar­gi­ri­os Gi­an­ni­kis nächs­te Sai­son als KSC-Chef­trai­ner be­wei­sen...

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