Coach auf Ku­schel­kurs

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ni­co­las Rei­mer

An­dré Brei­ten­rei­ter schwärm­te von der kö­nigs­blau­en Ras­sel­ban­de, lob­te ei­ne „kon­zen­trier­te Leis­tung“und ju­bel­te über drei „wich­ti­ge Punk­te“– das ak­tu­ell hei­ßes­te The­ma im Ruhr­pott aber ließ er un­kom­men­tiert. „Wich­tig war ein­zig und al­lein, in die Er­folgs­spur zu­rück­zu­keh­ren“, ging der Trai­ner des Fuß­ball-Bun­des­li­gis­ten Schal­ke 04 nach dem 2:0(1:0) bei Darm­stadt 98 auf Ku­schel­kurs. Die an­geb­li­che Kri­tik aus den ei­ge­nen Rei­hen und die dar­auf­fol­gen­de Un­ru­he? Kein The­ma! „Wir ha­ben in der ver­gan­ge­nen Wo­che Punk­te ver­lo­ren und woll­ten es dies­mal bes­ser ma­chen. Nur dar­auf kam es an“, sag­te der 42-Jäh­ri­ge: „Das ha­ben die Jungs ta­del­los ge­macht. Wir sind sehr zu­frie­den.“Nach dem sou­ve­rä­nen Sieg beim Auf­stei­ger hät­te Brei­ten­rei­ter da­her ganz ent­spannt sein kön­nen – al­ler­dings mach­te er ei­nen mü­den, ei­nen an­ge­kratz­ten Ein­druck. Wa­ren die tur­bu­len­ten Ta­ge mit den Be­rich­ten über in­ter­ne Kri­tik an Brei­ten­rei­ters Ar­beit doch nicht so spur­los vor­bei­ge­gan­gen? Die Mann­schaft lie­fer­te mit ih­rer Leis­tung je­den­falls ein gu­tes Ge­gen­ar­gu­ment zur ver­meint­lich schlech­ten Stim­mung. Und viel­leicht ver­zich­te­te der Schal­ker Coach, üb­ri­gens eben­so wie Ma­na­ger Horst Heldt, auch des­halb auf Äu­ße­run­gen zur Si­tua­ti­on ab­seits des Spiel­felds. Viel lie­ber wie­der­hol­te er fast schon ge­bets­müh­len­ar­tig, eben so, dass es der letz­te Mensch auf die­sem Pla­ne­ten auch be­grei­fen konn­te, die Lob­lie­der auf sei­ne Ak­teu­re. „ Als Team ha­ben wir wie­der her­vor­ra­gend funk­tio­niert“, ana­ly­sier­te Brei­ten­rei­ter – sich na­tür­lich mit ein­ge­schlos­sen: „Das war ein über­zeu­gen­des Spiel der ge­sam­ten Mann­schaft.“Und die ver­deut­lich­te dann auch wie ihr Chef selbst, dass der Sieg ge­nau die pas­sen- de Ant­wort an die Kri­ti­ker war. Kee­per Ralf Fähr­mann, der un­ter der Wo­che be­reits für sei­nen Trai­ner Par­tei er­grif­fen hat­te, sprach von ei­nem „ein­ge­schwo­re­nen Hau­fen“, den man ge­se­hen hat­te: „Das war in jeg­li­cher Hin­sicht ein wich­ti­ger Sieg. Uns ist da­mit ei­ne gro­ße Last von den Schul­tern ge­fal­len.“Auch Mit­tel­feld­spie­ler Jo­han­nes Geis, der ne­ben den über­ra­gen­den Tor­schüt­zen Max Mey­er (43.) und Le­roy Sa­ne (53.) der auf­fäl­ligs­te Schal­ker Ak­teur ge­we­sen war, be­kräf­tig­te die gu­te At­mo­sphä­re im Team. „Wir wis­sen, wie es in­tern aus­schaut“, sag­te er. Dass je­der für den an­de­ren ein­ste­he, sei Zei­chen ge­nug. „Die Din­ge woll­ten wir nicht auf uns sit­zen las­sen. Wir sind Schal­ke 04 und auf ei­nem gu­ten Weg.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.