Ker­ber schafft die Sen­sa­ti­on

Ten­niskö­ni­gin von Aus­tra­li­en

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Fo­to: avs /Mon­ta­ge: SO

An­ge­li­que Ker­ber hat das Grand-Slam-Tur­nier und den Po­kal in Mel­bourne ge­won­nen. Der Kie­le­rin ge­lang ein be­geis­tern­der Fi­nal­sieg ge­gen die Welt­rang­lis­ten-Ers­te Se­re­na Wil­li­ams.

Nach der größ­ten deut­schen Ten­nis­Sen­sa­ti­on seit Bo­ris Be­ckers Wim­ble­don­sieg 1985 be­gann für An­ge­li­que Ker­ber der nächt­li­che Tri­umph­zug. Mit dem Daph­ne Akhurst Me­mo­ri­al Cup in der Hand lief der neue deut­sche Sport-Star durch die Gän­ge der Rod La­ver Are­na von Mel­bourne und konn­te es ein­fach nicht glau­ben. Im­mer wie­der muss­te Ker­ber ki­chern, schüt­tel­te un­gläu­big den Kopf. „Ich kann es ein­fach nicht fas­sen“, sag­te sie im­mer wie­der. Dank ei­ner Welt­klas­se­leis­tung hat­te Ker­ber zu­vor im Fi­na­le der Aus­tra­li­an Open ge­gen die ame­ri­ka­ni­sche Welt­rang­lis­ten-Ers­te Se­re­na Wil­li­ams mit 6:4, 3:6, 6:4 ge­won­nen und da­mit für den ers­ten Grand-Slam-Ti­tel ei­ner deut­schen Spie­le­rin seit dem Tri­umph von St­ef­fi Graf bei den French Open 1999 ge­sorgt. Dass sie in die Fuß­stap­fen ih­res gro­ßen Idols ge­tre­ten war, mach­te Ker­ber be­son­ders stolz. Sie ver­tei­dig­te mit ih­rem Tri­umph zu­gleich Grafs Grand-Slam-Re­kord von 22 Ti­teln. Wil­li­ams bleibt nach ih­rer erst fünf­ten Nie­der­la- ge in ei­nem Fi­na­le der vier Ma­jor-Events bei 21 Er­fol­gen ste­hen. Ker­ber wird nach dem größ­ten Sieg ih­rer Kar­rie­re mor­gen die Num­mer zwei der Ten­nis-Welt sein. „Puuuhhh“, sag­te sie in ih­rer Sie­ger-An­spra­che und rang nach Wor­ten. Dann spru­del­te es aus der 28- Jäh­ri­gen nur noch so her­aus. „An die­sem Abend ist mein Traum wahr ge­wor­den. Ich ha­be mein gan­zes Le­ben hart ge­ar­bei­tet, und jetzt ste­he ich hier und bin ein Grand-SlamCham­pi­on“, sag­te Ker­ber. „Das hört sich ver­rückt an.“Die Kie­le­rin woll­te nicht auf­hö­ren zu re­den. „Dan­ke an mei­ne Fa­mi­lie, an mei­ne Freun­de, an mein Team. Ich weiß, manch­mal bin ich nicht ein­fach. Dan­ke an al­le.“Ker­ber spiel­te bei ih­rer Pre­mie­re in ei­nem Gran­dSlam-Fi­na­le über­ra­gend und wie ent­fes­selt, nach 2:08 St­un­den ver­wan­del­te sie ih­ren ers­ten Match­ball. Wil­li­ams zeig­te sich als fai­re Ver­lie­re­rin. „ An­gie, du hast es so sehr ver­dient. Ich hof­fe, du ge­nießt den Mo­ment“, sag­te sie. Ker­bers Trai­ner Tor­ben Beltz war ein­fach nur stolz auf sei­nen Schütz­ling. „Das war fast un­mensch­lich“, sag­te Beltz. „Sie hat ge­gen die bes­te Spie­le­rin der Welt ge­spielt, aber kei­ne Angst ge­zeigt. Von so ei­nem Mo­ment träumt man“, sag­te Beltz, „auch als Trai­ner“. Auch Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel fie­ber­te mit: „Es war fas­zi­nie­rend, wie un­er­schro­cken und ner­ven­stark Sie sich im Fi­na­le ge­gen die wohl bes­te Spie­le­rin der Welt durch­ge­setzt ha­ben“, schrieb die Re­gie­rungs­che­fin. Ganz Sport-Deutsch­land gra­tu­lier­te der Schles­wig-Hol­stei­ne­rin zu ih­rem Er­folg. „Yeeeeee­es! Gra­tu­la­ti­on zu die­sem his­to­ri­schen Sieg“, schrieb zum Bei­spiel Fuß­bal­lWelt­meis­ter Bas­ti­an Schwein­stei­ger bei Twit­ter. Ski-Olym­pia­sie­ge­rin Vik­to­ria Re­bens­burg fie­ber­te so­gar wäh­rend des Rie­sen­sla­loms in Ma­ri­bor mit. Wim­ble­don-Sie­ger Micha­el Stich mein­te: „Was für ei­ne gran­dio­se Leis­tung in ei­nem Wahn­sinns­match! Ich bin be­geis­tert! Ich freue mich rie­sig für An­gie und ha­be vor dem Fern­se­her auch ei­ne klei­ne Freu­den­trä­ne ver­drückt.“Da­bei hat­te Ker­ber vor der Par­tie noch zu­ge­ge­ben, sehr ner­vös zu sein. Der Tag sei ex­trem lang ge­we­sen, mein­te sie nach dem Ein­schla­gen mit Beltz rund zwei St­un­den vor der Par­tie. Doch als das bis­lang wich­tigs­te Spiel ih­rer Kar­rie­re be­gann, agier­te Ker­ber so, als ha­be sie in ih­rem Le­ben noch nie et­was an­de­res ge­macht, als ein Grand-SlamFi­na­le zu be­strei­ten. Nach gut zwei St­un­den schließ­lich wur­de sie be­lohnt. Da­nach be­gan­nen die Fei­er­lich­kei­ten für die neue deut­sche Ten­nis-Kö­ni­gin.

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Größ­te deut­sche Ten­nis-Sen­sa­ti­on seit Bo­ris Be­ckers Wim­ble­don-Sieg 1985: Die 28-jäh­ri­ge Kie­le­rin An­ge­li­que Ker­ber be­zwang in ei­nem be­geis­tern­den Fi­na­le der Aus­tra­li­an Open in Mel­bourne die US-Ame­ri­ka­ne­rin Se­re­na Wil­li­ams mit 6:4, 3:6, 6:4. Es war der ers­te Grand-Slam-Ti­tel ei­ner deut­schen Spie­le­rin seit dem Tri­umph von St­ef­fi Graf bei den French Open 1999. Kein Wun­der, dass auch Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel gra­tu­lier­te. Fo­to: avs

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