Ein Gei­er un­ter Ver­dacht

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell -

der aus­ge­stat­te­ten Vo­gel in ei­ner süd­li­ba-nesi­schen Stadt zei­gen. Der Greif­vo­gel sei et­wa vier Ki­lo­me­ter weit auf li­ba­ne­si­sches Ge­biet ge­flo­gen, sag­te die Be­hör­den­spre­che­rin. Im­mer­hin, der Vo­gel hat­te Glück: Ört­li­chen Me­di­en zu­fol­ge wur­de er nach kur­zer Zeit wie­der frei­ge­las­sen. Ein ab­sur­der Ein­zel­fall? Im Na­hen Os­ten ge­ra­ten im­mer wie­der Tie­re un­ter den Ver­dacht, im Di­enst des is­rae­li­schen Aus­lands­ge­heim­diensts un­ter­wegs zu sein. Be­son­ders häu­fig pas­siert das Zug­vö­geln, die von is­rae­li­schen Or­ni­tho­lo­gen be­ringt und mit Or­tungs­sen­dern aus­ge­stat­tet wur­den, um ih­re Flug­rou­ten zu er­for­schen. So ge­schah es 2012 ei­nem Ad­ler im Su­dan und ein Jahr zu­vor ei­nem Gei­er in Sau­di-Ara­bi­en. Im ver­gan­ge­nen Som­mer sorg­te dann ein an­geb­lich mit Ka­me­ras aus­ge­stat­te­ter Del­fin für Auf­re­gung – die ra­di­kal­is­la­mi­sche Ha­mas will ihn vor der Küs­te des Ga­za­strei­fens auf­ge­spürt ha­ben. 2010 er­ho­ben ägyp­ti­sche Be­hör­den nach ei­ner töd­li­chen Hai-Atta­cke im Ro­ten Meer so­gar den Vor­wurf, der Mossad set­ze Raub­fi­sche ein, um den Tou­ris­mus im Nach­bar­land zu schä­di­gen. Skur­ril sind sol­che Ver­däch­ti­gun­gen si­cher, aber lei­der gar nicht ko­misch. Son­dern tie­risch trau­rig.

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