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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Tho­mas Schre­cken­ber­ger | Tho­mas Liebs­cher

Im ba­di­schen Kraich­gau ist Tho­mas Schre­cken­ber­ger auf­ge­wach­sen. In­zwi­schen wohnt er mit sei­ner Fa­mi­lie bei Stutt­gart und hat zwei schwä­bi­sche Re­geln ver­in­ner­licht: „Al­les, was sich be­wegt, wird ge­grüßt. Und al­les, was sich nicht be­wegt, wird ge­putzt.“Sol­che Er­kennt­nis­se auf­grund ei­ge­ner völ­ker­kund­li­cher Stu­di­en lässt er gern ein­flie­ßen in sei­ne Ka­ba­rett­pro­gram­me. Das fünf­te, mit dem Ti­tel „Eh­ne, me­ne, muh – wem traust du?“, prä­sen­tiert er zum al­ler­ers­ten Mal am Frei­tag, 5. Fe­bru­ar, in Pfinz­talSöl­lin­gen. Im Bür­ger­haus kommt es um 19.30 Uhr zur Vor­pre­mie­re. (Kar­ten über Ge­mein­de­ver­wal­tung oder Buch­hand­lung Li­ter­aDur). „Die of­fi­zi­el­le Pre­mie­re nach meh­re­ren Vor­pre­mie­ren im Ba­di­schen und Schwä­bi­schen, steigt dann im März in Mün­chen, bei der Lach- und Schieß­ge­sell­schaft“, er­zählt Schre­cken­ber­ger. Der 47-Jäh­ri­ge hat es al­so auf ei­ne der re­nom­mier­tes­ten Klein­kunst­büh­nen ge­schafft. Oh­ne schril­les Aus­se­hen, zo­ti­ge Sprü­che oder mu­si­ka­li­sche Ein­la­gen. Ein­fach mit dem Witz sei­ner prä­zi­sen Wor­te, Par­odi­en und dem Mut, den Be­ruf als Re­al­schul­leh­rer nach und nach ganz auf­zu­ge­ben. „Aus der Re­du­zie­rung wur­de ei­ne Be­ur­lau-

Ka­ba­ret­tist bung 2007 und in­zwi­schen könn­te ich auch gar nicht mehr zu­rück“, er­zählt der frü­he­re Päd­ago­ge für Eng­lisch, Ge­schich­te und Ge­mein­schafts­kun­de. Das Re­fe­ren­da­ri­at ab­sol­vier­te er vor rund 20 Jah­ren an der Re­al­schu­le in Lin­ken­heim. Schon da­mals turn­te Schre­cken­ber­ger, der den Kol­le­gen Tho­mas Frey­tag gern im Fern­se­hen sah, abends auf Büh­nen her­um. „Mit Freun­den hat­te ich zu Stu­den­ten­zei­ten in Hei­del­berg die Ka­ba­rett­grup­pe ,Fla­schen­pfand‘ ge­grün­det.“Noch leb­haft in Er­in­ne­rung aus je­ner Zeit ist Schre­cken­ber­ger ein Auf­tritt beim Ba­di­schen Fuß­ball­ver­band, wo die Al­ten Her­ren des FC Bu­sen­bach mit ei­ner Par­odie der Wild­de­cker Herz­bu­ben den jun­gen Künst­ler die Show stah­len. Nach rund zehn ge­mein­schaft­li­chen Jah­ren mit re­qui­si­ten­träch­ti­gen Sze­nen in noch ver­rauch­ten Kel­lern und Sä­len mach­te er sich al­lein ans Po­in­ten­schmie­den. „Gera­de als ich die Schu­le ver­las­sen hat­te, war mei­ne Frau mit Zwil­lin­gen schwan­ger und ich muss­te mit mei­nen Auf­trit­ten die Fa­mi­lie er­näh­ren“. Im­mer­hin hat­te er be­reits im Al­ter von 17 die har­te Schu­le von Fast­nachts­bei­trä­gen bei sei­nen Fuß­ball­club Sins­heim-Rohr­bach ab­sol- viert. „Nur bei po­li­ti­schen The­men war das Pu­bli­kum ver­stört. Da wuss­te ich, ge­nau das will ich mal ma­chen.“Po­li­tik und All­tag ver­bin­det Schre­cken­ber­ger gern in sei­nen ziem­lich grad­li­ni­gen Er­zäh­lun­gen. Sei­ne Gags kom­men nicht ver­krampft um meh­re­re Ecken, er haut sie gern di­rekt her­aus. Als spür­ba­re Sei­ten­hie­be und Fall­bei­le. Was nicht schwer fällt, wenn ein fre­cher Blick­win­kel auf Phä­no­me­ne die ver­kopf­te Ana­ly­se er­setzt. Dass er Hu­mor­schnei­sen in fast al­len deutsch­spra­chi­gen Ge­gen­den schla­gen kann, be­wei­sen ne­ben TV- und Ra­dio­auf­trit­ten die Lis­te sei­ner Prei­se – vom „Kuf­stei­ner Salz­fassl“bis zur „Hei­li­gen­ha­fe­ner Lach­mö­we“. So­gar die „Bö­blin­ger Mecht­hild“wur­de ihm zu­ge­spro­chen. Und die wird jetzt, trotz ih­res Na­mens, nicht ge­grüßt, son­dern ab­ge­staubt.

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