Von Kämp­fen der Ju­gend

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - SO

Ein Schau­spiel des ös­ter­rei­chi­schen Ge­gen­war­t­au­tors Fe­lix Mit­te­rer steht im Fe­bru­ar auf dem Pro­gramm der „klei­nen büh­ne“bei den Volks­schau­spie­len Ötig­heim. In ei­ner Ins­ze­nie­rung von Ger­hard Franz Bru­cker wird „Der Schü­ler Ger­ber“ge­zeigt. Das Stück ba­siert auf ei­nem Ro­man von Fried­rich Tor­berg aus dem Jah­re 1929 und the­ma­ti­siert die Kämp­fe der Ju­gend um An­er­ken­nung von Leh­rern und El­tern, Ge­lieb­ten und Freun­den. Für die ins­ge­samt acht Vor­stel­lun­gen bis 20. Fe­bru­ar sind noch Kar­ten er­hält­lich. Wi­en 1929: Kurt Ger­ber und sei­ne Klas­sen­ka­me­ra­den ge­hen auf ein Re­al­gym­na­si­um und be­fin­den sich im letz­ten Schul­jahr vor der Ma­tu­ra, al­so dem Abitur. Doch Kurt Ger­ber wird von sei­nem Klas­sen­leh­rer „Gott“Pro­fes- sor Kup­fer so ver­ängs­tigt und klein ge­macht, dass er sich kurz vor der No­ten­be­kannt­ga­be aus dem Fens­ter stürzt. Das 1929 von Fried­rich von Tor­berg ver­fass­te und 1999 von Fe­lix Mit­te­rer dra­ma­ti­sier­te Werk ar­bei­tet mit ei­nem Stoff, der ak­tu­ell ge­blie­ben ist. Zwar ha­ben sich die Ge­wich­te zwi­schen Schü­lern und Leh­rern si­cher ge­wal­tig ver­scho­ben. Per­sön­lich­kei­ten wie Pro­fes­sor Kup­fer, die ih­re Stel­lung zum Macht­miss­brauch nut­zen, gibt es aber nach wie vor – und das si­cher nicht nur im Schul­dienst. „Mob­bing“ist vor al­lem ein Be­griff un­se­rer Ta­ge. Re­gis­seur Ger­hard Franz Bru­cker meint da­zu: „Auch heu­te pral­len oft die nach vor­ne, in die Zu­kunft ge­rich­te­te, nach Neu­em stre­ben­de Ju­gend und starr in Tra­di­tio­nen ge­fes­sel­te Ge­sell­schafts­krei­se auf­ein­an­der und schaf­fen kaum zu lö­sen­de Kon­flik­te. Bei­de Par­tei­en müs­sen von­ein­an­der ler­nen, auf­ein­an­der zu­ge­hen und sich aus­tau­schen, in­dem sie mit­ein­an­der über die kon­tro­ver­sen Stand­punk­te spre­chen, und schließ­lich im Stre­ben nach ei­ner Kon­flikt­lö­sung ein Stück weit mit­ein­an­der ge­hen.“Kar­ten für die Auf­füh­run­gen am 3., 12., 13., 14., 19. und 20. Fe­bru­ar sind un­ter Te­le­fon (0 72 22) 96 87 90 und über die Home­page der Volks­schau­spie­le er­hält­lich. Die „klei­ne Büh­ne“ist in der Orts­mit­te Ötig­heim, di­rekt ne­ben der ka­tho­li­schen Kir­che.

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