Ma­ri­on Strie­bich: Ei­ne Gag­ge­naue­rin lässt es kra­chen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Ma­ri­on Strie­bich | Fast­nach­te­rin, Clown, Co­me­di­an Tho­mas Liebs­cher

Ich bin ei­ne Aben­teue­rin und stürz’ mich gern in Her­aus­for­de­run­gen“, be­kennt Ma­ri­on Strie­bich. „Mit dem Ruck­sack in die Na­tur, die Ber­ge hin­auf im Schwarz­wald oder den Al­pen, so et­was ma­che ich fürs Le­ben gern. Frü­her bin ich auch mit dem Ruck­sack durch Asi­en ge­reist“. Die Lust am Ent­de­cken und Aus­pro­bie­ren hat zu­dem ei­ne bo­den­stän­di­ge Sei­te bei der Murg­tä­le­rin. Strie­bich ist Fast­nach­te­rin mit Leib und See­le. Seit über 20 Jah­ren stürmt sie un­er­schro­cken auf die Büh­nen, um die Men­schen mit ih­rem Hu­mor und ih­rer mit­rei­ßen­den Spiel­freu­de zu un­ter­hal­ten. Ba­sis­sta­ti­on für den Er­folg ist seit Jahr­zehn­ten die Gro­ße Kar­ne­vals­ge­sell­schaft Gag­ge­nau. Au­ßer­dem hat Strie­bich Auf­trit­te in ganz Mit­tel­ba­den, dem Raum Karls­ru­he, in der Pfalz oder in Hes­sen. Übe­r­all er­obert sie mit der Büh­nen­fi­gur Kla­ra Kohl­be­cker die Her­zen der Fast­nach­ter. „Ei­ne schril­le Nu­del ist die­se Kla­ra. Sie geht aus sich her­aus und dann wird sie wie­der schüch­tern. Sie ist alt­mo­disch bei­spiels­wei­se in den Klei­dern und traut sich dann doch wie­der frech zu sein“, be­schreibt Strie­bich Kla­ras Rol­le. In den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren be­kam Kohl­be­cker ei­ne TV-Prä­senz bei der ba­disch-pfäl­zi­schen Sit­zung aus Fran­ken­thal. Heu­te Abend läuft sie wie­der li­ve im SWR-Fern­se­hen, dies­mal pau­siert Kla­ra Kohl­be­cker aber. Al­so kann Ma­ri­on Strie­bich, die ges­tern für ei­nen Auf­tritt in Knie­lin­gen ver­pflich­tet war, ge­müt­lich zu­schau­end in Fran­ken­thal mit­schun­keln. Dann stürzt sie sich in die hei­mi­sche Nar­re­tei. Zu­sam­men mit den Gag­goC­lowns und bei den gro­ßen Um­zü­gen der Re­gi­on. Für die fre­chen Tex­te ei­ner Kla­ra Kohl­be­cker sam­melt die Fast­nach­te­rin das gan­ze Jahr über Witze und Ide­en. „Aus­ge­ar­bei­tet wird das dann eher kurz­fris­tig.“Der Mann, zwei Töch­ter und der Sohn dür­fen dann als Test­pu­bli­kum her­hal­ten. Aber kei­nes­wegs so, dass sich das gan­ze Fa­mi­li­en­le­ben um die künst­le­ri­sche Sei­te von Ma­ri­on Strie­bich dreht. Die frü­he­re Bü­ro­kauf­frau ma­nagt ge­nau­so be­herzt Haus und Gar­ten im schö­nen Wohn­ge­biet auf der lin­ken Gag­ge­nau­er Murg­sei­te. Viel En­ga­ge­ment in­tern und nach drau­ßen kenn­zeich­net über­haupt ihr Le­ben. „Ich war gera­de Mut­ter ge­wor­den, da las ich in der Zei­tung, dass Kli­nik-Clowns ge­sucht wer­den. Da war mir klar, dass ich so et­was zu­sätz­lich ma­chen möch­te, wenn ich nicht mehr bei der Ar­beit bin.“Als Clown Pups tritt Strie­bich nicht nur in ei­ner Fach­kli­nik auf, son­dern bei an­de­ren Ge­le­gen­hei­ten. Au­ßer­dem hat sie au­ßer­halb der Fast­nachts­zeit „Frau Schwa­fel“im Pro­gramm. Da­zu geht für Strie­bich gera­de die Aus­bil­dung zur Tanz­the­ra­peu­tin zu En­de. Bal­lett- und Jazz­tanz oder schau­spie­le­ri­sche Wei­ter­bil­dun­gen hat die Fast­nach­te­rin au­ßer­dem ab­sol­viert. Vom be­weg­ten Le­ben pro­fi­tiert die 48-Jäh­ri­ge in ih­rer Kunst – al­le Er­fah­run­gen flie­ßen in ih­re ein­drucks­vol­len ko­mi­schen Auf­trit­te ein. Zum Le­ben der quir­li­gen Frau ge­hört aber auch der re­gel­mä­ßi­ge Be­such des Sonn­tags­got­tes­diens­tes von St. Jo­sef in Gag­ge­nau. Ein Teil des hei­mi­schen Luft­ho­lens vor den nächs­ten her­aus­for­dern­den Hö­hen­flü­gen.

Fo­to: pr

Büh­nen­fi­gur Kla­ra Kohl­be­cker liebt es gern schrill – bei der Klei­dung wie in der Spra­che. Die Gag­ge­naue­rin Ma­ri­on Strie­bich hat an Fast­nacht die Kla­ra weit­hin be­kannt ge­macht.

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