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Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN -

Als Stür­mer war Gerd Mül­ler nie zu fas­sen. Den Au­to­ren des Buchs „Der Bom­ber der Na­ti­on“ging es jetzt nicht an­ders als frü­her den Ver­tei­di­gern – sie konn­ten Mül­ler ein­fach nicht fas­sen. Sie schrie­ben ei­ne Bio­gra­fie über ihn, oh­ne ihn je­doch selbst be­fra­gen zu kön­nen. Statt­des­sen wälz­ten sie al­te Zei­tungs­ar­chi­ve und be­frag­ten so­wohl Mül­lers ehe­ma­li­ge Freun­de aus Nörd­lin­gen als auch pro­mi­nen­te Ex-Kol­le­gen wie Uli Ho­en­eß, Franz Be­cken­bau­er oder Uwe See­ler. Vie­les von dem, was im Buch steht, hat der auf­merk­sa­me Fuß­ball­fan schon ir­gend­wo an­ders ge­le­sen. Aber eben noch nie so schön zu­sam­men­ge­fasst. Ge­schil­dert wer­den auch Gerd Mül­lers eher schlim­me Zeit in den USA, sei­ne Al­ko­hol­pro­ble­me und sei­ne Angst vor dem Flie­gen. Ge­ra­de­zu rüh­rend sind die mehr­fach ge­äu­ßer­ten Ver­spre­chen ehe­ma­li­ger Kol­le­gen, „ih­ren“Gerd nie al­lei­ne las­sen zu wol­len und im­mer für ihn zu sor­gen. Was jetzt, da er an De­menz lei­det, not­wen­di­ger ist denn je­mals zu­vor. Die Sport­jour­na­lis­ten Patrick Stras­ser und Udo Mu­ras ha­ben mit die­sem Buch ei­ne fa­bel­haf­te Fleiß­ar­beit hin­ge­legt. Über den ver­schlos­se­nen und schweig­sa­men Men­schen Gerd Mül­ler er­fährt man den­noch nur sehr, wehr we­nig.

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