Bit­te­re Heim­kehr

Drax­lers Team ver­liert mit 0:3 bei Schal­ke 04

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Ul­li Brün­ger

Nach sei­ner miss­ra­te­nen Rück­kehr in die Are­na ließ Ju­li­an Drax­ler den Kopf hän­gen. Doch die Pfif­fe der Schal­ke-Fans setz­ten dem Wolfs­bur­ger we­ni­ger zu als die def­ti­ge Nie­der­la­ge. „Es war ge­ne­rell ein Spiel zum Ver­ges­sen. Wir ha­ben 0:3 ver­lo­ren, das ist das was am bit­ters­ten ist“, sag­te Drax­ler ges­tern nach dem 0:3 (0:2) bei sei­nem Ex-Club Schal­ke 04. Wäh­rend der Re­vier­club im Kampf um die Cham­pi­ons-Le­ague-Plät­ze in der Fuß­ball-Bun­des­li­ga wie­der gut im Ren­nen ist, droht der VfL Wolfsburg nach sie­ben Spie­len oh­ne Sieg den An­schluss an die Eu­ro­pa­po­kal­rän­ge zu ver­lie­ren. Vor 61 483 Zu­schau­ern si­cher­ten Klaas-Jan Hun­te­laar (24.), Jo­han­nes Geis (35.) und Neu­zu­gang Ales­san­dro Schöpf (87.) den sechs­ten Heim­sieg ge­gen den VfL in Se­rie. „Die Mann­schaft spielt im Mo­ment nicht wie ei­ne Mann­schaft. Das ist das Grund­übel. Wir ha­ben ei­ne schwie­ri­ge Pha­se“, be­kann­te VfL-Trai­ner Die­ter He­cking, der oh­ne Luiz Gus­ta­vo (ge­sperrt) und An­dré Schürr­le (Ad­duk­to­ren­pro­ble­me) aus­kom­men muss­te. Für Dan­te rück­te Ro­bin Kno­che in die In­nen­ver­tei­di­gung. Drax­ler muss­te sich bei sei­ner Rück­kehr zwar wie er­war­tet Pfif­fe und Schmäh­ru­fe an­hö­ren, doch der 22 Jah­re al­te Welt­meis­ter be­fand an­schlie­ßend: „Es war al­les im Rah­men. Ich wuss­te ja, was mich er­war­tet. Es war trotz­dem schön, die al­ten Ge­sich­ter zu se­hen.“Dem Spiel der Wolfs­bur­ger konn­te Drax­ler wie zu­letzt nicht sei­nen Stem­pel auf­drü­cken. Zwar zeig­te er sich zu Be­ginn un­be­ein­druckt von den Un­muts­be­kun­dun­gen, mit zu­neh­men­der Spiel­dau­er tauch­te er aber im­mer mehr ab. Schal­ke-Trai­ner An­dré Brei­ten­rei­ter, der zum drit­ten Mal in die­sem Jahr die­sel­be Start­elf auf­bie­ten konn­te, war na­tür­lich zu­frie­den. „Es ist ein fan­tas­ti­sches Spiel un­se­rer Mann­schaft ge­we­sen. Das wird uns Selbst­ver­trau­en ge­ben. Wir ge­hen un­se­ren Weg wei­ter.“ Zwei-To­re-Vor­sprung ver­spielt und nur ei­nen bit­te­ren Punkt mit­ge­nom­men. Die­ses Mal war das Re­mis für die Ber­li­ner eher süß. Die Gäs­te konn­ten vor al­lem in der zwei­ten Halb­zeit aus der op­ti­schen Über­le­gen­heit kei­nen Nut­zen zie­hen. „Wir ha­ben bis zum Schluss auf Sieg ge­spielt und al­les in­ves­tiert. Aber wir ha­ben heu­te nicht die Form und das Selbst­ver­ständ­nis aus­ge­strahlt, die du brauchst“, er­klär­te BVB-Coach Tho­mas Tu­chel. 74 244 Zu­schau­er im erst­mals in die­ser Sai­son aus­ver­kauf­ten Olym­pia­sta­di­on sa­hen en­ga­gier­te und dis­zi­pli­nier­te Gast­ge­ber, bei de­nen Jens He­ge­ler für den gelb-ge­sperr­ten Per Sk­jel­b­red die Rol­le im de­fen­si­ven Mit­tel­feld gut über­nahm. Wie von Dar­dai an­ge­kün­digt, agier­te sein Team mu­ti­ger als im Hin­spiel (1:3) und be­saß durch den star­ken John Ant­ho­ny Brooks die bes­te Chan­ce zur Füh­rung (21.). Ein Kopf­ball des US-Na­tio­nal­spie­lers lan­de­te auf dem Tor­netz der Gäs­te. Dort­mund be­kam die Par­tie nach ei­ner Vier­tel­stun­de bes­ser in den Griff, konn­te sich ge­gen ei­ne gut or­ga­ni­sier­te Her­tha kei­ne zwin­gen- den Tor­ge­le­gen­hei­ten er­ar­bei­ten. Na­tio­nal­spie­ler Mar­co Reus, der nach über­stan­de­nem In­fekt eben­so wie Il­kay Gün­do­gan in die Start­elf zu­rück­ge­kehrt war, ge­lang erst nach ei­ner hal­ben St­un­de die ers­te ge­fähr­li­che Ak­ti­on. Doch der star­ke Brooks klär­te. Di­rekt nach der Pau­se zeig­ten sich die Gäs­te un­ter den Au­gen von Star-Trai­ner Jo­sé Mour­in­ho druck­vol­ler. Ein Schuss von Hen­rikh Mk­hi­ta­ryan strich nur knapp am Her­tha-Ge­häu­se vor­bei (49.). Ei­ne Ein­ga­be von Reus fand kurz dar­auf kei­nen Ab­neh­mer. 20-To­reMann Pier­re-Eme­rick Auba­meyang blieb bis zu sei­ner Aus­wechs­lung oh­ne Tor­ak­ti­on. „Wir wa­ren zu un­ge­nau. Das ist zwar nicht mein Be­reich, aber der Platz war auch nicht leicht zu be­spie­len. Da­durch ha­ben wir die letz­ten Päs­se nicht an den Mann ge­bracht“, sag­te Mats Hum­mels.

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