Zu­frie­den und glück­lich

Ski Al­pin: Vik­to­ria Re­bens­burg Drit­te bei Ab­fahrt auf der Kan­da­har

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Tho­mas Hä­ber­lein

Das Pu­bli­kum ju­bel­te ihr vol­ler Be­geis­te­rung zu, Fähn­chen wur­den ge­schwenkt, Rat­schen ge­dreht – Vik­to­ria Re­bens­burg ge­noss den Mo­ment, brei­te­te die Ar­me aus und ver­neig­te sich spon­tan vor der im­po­san­ten Tri­bü­ne am Fu­ße der Kan­da­har in Gar­misch-Par­ten­kir­chen. Als Zwei­te hin­ter der Schwei­ze­rin Fa­bi­en­ne Su­ter war sie ins Ziel ge­kom­men, am En­de wur­de sie im­mer noch her­vor­ra­gen­de Drit­te, weil Lind­sey Vonn gleich dar­auf wie­der mal in ei­ner ei­ge­nen Di­men­si­on fuhr. Re­bens­burg, das war nicht zu über­se­hen und zu über­hö­ren, war zu­frie­den und glück­lich. Zwei Rie­sen­sla­loms hat­te sie zu­letzt ge­won­nen im al­pi­nen Welt­cup, nun fuhr sie in der Ab­fahrt erst zum drit­ten Mal über­haupt auf das Sie­ger­po­dest. Sie hat ei­nen Lauf. „Man sagt ja im­mer so schön: Wenn es läuft, dann

Macht­lo­se Kon­kur­renz von Vonn de­klas­siert

läufts. Und so ist es im Mo­ment“, sag­te Re­bens­burg, die sich mit ih­rer nun vier­ten Po­dest­plat­zie­rung in die­sem Win­ter prompt auf Rang drei im Ge­samt­welt­cup ver­bes­ser­te. Wäh­rend Re­bens­burg „froh“war, dass es in der Kö­nigs­dis­zi­plin „end­lich mal aufs Po­dest ge­klappt hat“, fuhr Vonn auf der sehr her­aus­for­dern­den Kan­da­har wie von ei­nem an­de­ren Stern. „Es war heu­te nicht leicht“, er­klär­te sie, weil: „Es war un­ge­fähr neun Se­kun­den schnel­ler als im Trai­ning, es war un­ru­hig, die Sicht war schlecht vor der Höl­le, ich war ein biss­chen vor­sich­tig.“Vor­sich­tig? Vonn lag ge­wal­ti­ge 1,51 Se­kun­den vor Su­ter und 1,57 Se­kun­den vor Re­bens­burg. „Hut ab“, sag­te Re­bens­burg über Vonn, „das war schon ei­ne star­ke Leis­tung von ihr.“In Zah­len über­setzt heißt das für die Ame­ri­ka­ne­rin: Ne­un­ter Sai­son­sieg, der 76. ins­ge­samt im Welt­cup und der 38. in ei­ner Ab­fahrt. „Ich weiß nicht, was ich sa­gen soll“, sag­te Vonn, „ich war auch nicht feh­ler­frei, aber ich hat­te schnel­le Ski, das ha­be ich gleich ge­spürt. Ich den­ke, ich bin auch gut ge­fah­ren.“Tat­säch­lich schien es, als fah­re sie auf Schie­nen. Im Ge­samt­welt­cup liegt Vonn nun 127 Punk­te vor La­ra Gut aus der Schweiz – und 260 vor Re­bens­burg. Die Van­cou­ver-Olym­pia­sie­ge­rin im Rie­sen­sla­lom be­eil­te sich frei­lich um­ge­hend, dies als Mo­ment­auf­nah­me dar­zu­stel­len. Nein, be­ton­te sie, sie schaue nun si­cher „nicht be­wusst“auf die Welt­cup-Stän­de, „das wer­de ich nicht an­fan­gen“. Tat­säch­lich sind die Chan­cen im Kampf um die gro­ße Ku­gel ge­ring, im Rie­sen­sla­lom-Welt­cup aber liegt sie nur 32 Punk­te hin­ter Eva-Ma­ria Brem aus Ös­ter­reich. Klar, sagt Re­bens­burg, der Lauf, den sie gera­de ha­be, sol­le wei­ter­ge­hen, aber: „Für mich ist es wich­tig, dass ich im Ziel un­ten ab­schwin­gen und sa­gen kann: Okay, ich bin gut ge­fah­ren, ich ha­be al­les ge­ge­ben, ich ha­be al­les raus­ge­holt, ich bin mit mei­ner Fahrt zu­frie­den. Das ist jetzt mein Haupt­ziel für die nächs­ten Wo­chen.“Und mit die­ser Ein­stel­lung fährt sie der­zeit aus­ge­spro­chen gut.

Ei­ne star­ke Vor­stel­lung ge­bo­ten: Vik­to­ria Re­bens­burg wur­de bei der gest­ri­gen Ab­fahrt in Gar­misch­Par­ten­kir­chen Drit­te hin­ter der über­ra­gen­den Lind­sey Vonn und Fa­bi­en­ne Su­ter. Fo­to: AFP

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