Hel­fer brau­chen Hil­fe

Zustrom von Flücht­lin­gen: Ta­feln ar­bei­ten am An­schlag

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Avs

Vie­le Ta­feln ar­bei­ten am Ran­de ih­rer Ka­pa­zi­tät und brau­chen mehr Hil­fe. Das lie­ge vor al­lem am Zustrom von Flücht­lin­gen. „Je mehr Flücht­lin­ge in Ge­mein­schafts­un­ter­künf­ten oder ei­ge­nen Woh­nun­gen un­ter­ge­bracht sind, des­to mehr be­zie­hen Le­bens­mit­tel von den Ta­feln“, sagt Udo En­gel­hardt vom Lan­des­ver­band der Ta­feln in Ba­den-Würt­tem­berg. In Ba­denWürt­tem­berg gibt es rund 140 Ta­feln. Sie ver­tei­len Le­bens­mit­tel, die nicht mehr ver­wen­det wer­den, an Men­schen in Not. Die Mit­ar­bei­ter sind Eh­ren­amt­li­che; un­ter­stützt wer­den die Ta­feln von Spen­dern und Spon­so­ren. Auf die Ta­feln an­ge­wie­sen sind meist Leu­te, die ar­beits­los sind oder So­zi­al­leis­tun- gen wie Hartz IV be­zie­hen. Auch Flücht­lin­ge ge­hö­ren da­zu. Mit ei­nem von den Be­hör­den aus­ge­stell­ten Nach­weis zur Be­dürf­tig­keit kön­nen sie zu den Ta­fel­lä­den ge­hen. In Ett­lin­gen kom­men be­reits jetzt so vie­le Flücht­lin­ge zur Ta­fel, dass nur noch ein bis zwei­mal pro Wo­che dort ein­ge­kauft wer­den kön­ne – „und auch das kön­nen wir bald nicht mehr schul­tern“, sagt Ta­fel­la­den-Lei­te­rin Sy­bil­le Tho­ma. Mit 70 Eh­ren­amt­li­chen, dar­un­ter auch sechs Flücht­lin­gen, ver­pfleg­te die Ta­fel im Ja­nu­ar rund 830 Per­so­nen. Et­wa 40 Pro­zent da­von sei­en Asyl­be­wer­ber, sagt Mit­ar­bei­ter Man­fred Speck. In Em­men­din­gen wer­den in­zwi­schen dop­pelt so vie­le Men­schen ver­sorgt wie noch vor ei­nem Jahr. Die Zah­len dürf­ten in den nächs­ten Mo­na­ten wei­ter stei­gen, meint En­gel­hardt. Der Verband der Ta­feln will mit ei­ner Um­fra­ge un­ter den rund 140 Ta­feln im Land er­mit­teln, wel­chen Be­darf es gibt und wel­che Pro­ble­me die Hel­fer um­trei­ben. Die Si­tua­ti­on der Ta­feln im Land sei sehr un­ter­schied­lich, heißt es. Bei man­chen sei­en An­ge­bot und Nach­fra­ge stabil ge­blie­ben, vie­le aber hät­ten mit deut­lich hö­he­ren Zah­len von Be­dürf­ti­gen zu kämp­fen, mit Sprach­pro­ble­men – und auch mit Kon­flik­ten zwi­schen Flücht­lin­gen und an­de­ren Kun­den. „Span­nun­gen ent­ste­hen zwangs­läu­fig, wenn Angst ent­steht, dass die Wa­ren nicht mehr aus­rei­chen“, be­rich­tet Günter Klin­ger von der Reut­lin­ger Ta­fel.

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