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Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN - Rma

Wann ha­ben die Men­schen be­gon­nen, sich mas­sen­wei­se ge­gen­sei­tig den Schä­del ein­zu­schla­gen? Wann gab es erst­mals ei­nen Krieg? Das mit­tel­al­ter­li­che An­noLied aus dem elf­ten Jahr­hun­dert be­rich­tet: „Ni­nus heißt der Mann, der zu­erst ei­nen Krieg be­gann.“Die Men­schen sei­en bis da­hin recht fried­fer­tig ge­we­sen. Bei sol­chen Er­zäh­lun­gen ist es schwie­rig zu er­ken­nen, wo der his­to­ri­sche Kern ver­bor­gen sein könn­te. Hel­fen kön­nen da Bo­den­fun­de. Tho­mas Brock be­schreibt in „Archäo­lo­gie des Krie­ges. Die Schlacht­fel­der der deut­schen Ge­schich­te“vie­le Bo­den-Fun­de von der St­ein­zeit bis zum Zwei­ten Welt­krieg, die Kriegs­hand­lun­gen be­le­gen. Häu­fig ver­hel­fen die Schät­ze aus dem Bo­den zu ei­nem neu­en Ver­ständ­nis be­reits be­kann­ter Kriegs­hand­lun­gen – Schlacht­feld-Archäo­lo­gie als fun­da­men­ta­ler Baustein von Ge­schichts­wis­sen­schaft. Aus­führ­lich geht Brock vor al­lem auf die Vor­und Früh­ge­schich­te ein – die Schlach­ten ab dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg hät­ten viel­leicht ei­nen zwei­ten Band ver­tra­gen, um nicht nur mi­li­tär-, son­dern auch so­zi­al­ge­schicht­li­che Er­kennt­nis­se aus­führ­li­cher wür­di­gen zu kön­nen. Gleich­wohl: das Buch ist auch für Hob­by-Archäo­lo­gen sehr le­sens­wert.

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