Street View in Knuffin­gen

Das Ham­bur­ger Mi­nia­tur Wun­der­land kann jetzt auch di­gi­tal er­kun­det wer­den

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SONNTAGSKINDER -

Wer kennt es nicht, das fas­zi­nie­ren­de Mi­nia­tur Wun­der­land in der Ham­bur­ger Spei­cher­stadt? Jähr­lich über 1,25 Mil­lio­nen Be­su­cher strö­men zur größ­ten Mo­dell­bahn­an­la­ge der Welt, die es bis ins Guin­ness-Buch der Re­kor­de ge­schafft hat. Auf der mitt­ler­wei­le 1 300 Qua­drat­me­ter gro­ßen Mi­nia­tur­welt im Maß­stab 1:87 wur­den bis jetzt 15,4 Ki­lo­me­ter Glei­se ver­legt auf de­nen 930 di­gi­tal ge­steu­er­te Zü­ge ver­keh­ren. Au­ßer Bah­nen gibt es im Mi­nia­tur Wun­der­land aber noch viel mehr zu er­le­ben. Doch

Für Auf­nah­men wur­de Ka­me­ra „ge­schrumpft“

ganz gleich ob in der Fan­ta­sie­stadt Knuffin­gen, dem Knuffin­gen-Air­port, Ham­burg, Mit­tel­deutsch­land, Bay­ern, Ös­ter­reich und der Schweiz, Skan­di­na­vi­en oder Ame­ri­ka in Mi­nia­tur: Die Lie­be steckt im De­tail. Seit kur­zem nun kann das Mi­nia­tur Wun­der­land auch in Street View er­kun­det wer­den. Ein Jahr lang ha­ben die „Mi­wu­la­ner“mit Goog­le und ei­nem wei­te­ren Part­ner zu­sam­men ge­spielt, ge­tüf­telt, aus­pro­biert – und das Wun­der­land di­gi­ta­li­siert. Um al­le Ecken und Win­kel des Mi­nia­tur Wun­der­lan­des fo­to­gra­fie­ren zu kön­nen, muss­ten ei­gens da­für win­zig klei­ne Ka­me­ras ent­wi­ckelt und auf spe­zi­el­le Mo­dell­fahr­zeu­ge (Au­tos, Zü­ge) mon­tiert wer­den. So sind bei der Fahrt über die Stra­ßen und Glei­se des Wun­der­lan­des völ­lig neue Bil­der aus der klei­nen Welt ent­stan­den. Wäh­rend man als Be­su­cher bis­lang nur von der An­la­gen­kan­te ei­nen Blick auf die klei­nen Sze­nen wer­fen konn­te, ist es nun mög­lich, die An­la­ge aus der Per­spek­ti­ve der Mi­nia­tur-Ein­woh­ner bis in die kleins­te Ein­zel­heit zu er­kun­den. Street-View-Ka­me­ras wur­den schon auf Gon­deln in Ve­ne­dig ein­ge­setzt. Auf Ka­me­len in der Wüs­te. Und auf Schnee­mo­bi­len in Ka­na­da. „Aber zum al­ler­ers­ten Mal ha­ben wir die Ka­me­ra nun ge­schrumpft, um das Mi­nia­tur Wun­der­land zum Bei­spiel mit Hil­fe ei­nes Mo­dell­zu­ges auf­neh­men zu kön­nen“, er­klärt Sven Tresp aus Googles Street-View-Team. So kön­nen nun Men­schen übe­r­all auf der Welt als Pas­sa­gier via Street View die vie­len mit Hu­mor und Lie­be zum De­tail ge­stal­te­ten Sze­nen ent­de­cken. Dar­über­hin­aus gibt es 360-Grad-An­sich­ten von Or­ten, die selbst für Be­su­cher des „ech­ten“Mi­nia­tur Wun­der­lan­des nur schwer oder gar nicht ein­zu­se­hen sind. Da­zu ge­hö­ren Rund­u­man­sich­ten im Flug­ha­fen-Ter­mi­nal Knuffin­gen Air­port, dem Ham­bur­ger Haupt­bahn­hof so­wie der Wüs­ten­und Glücks­spiel­me­tro­po­le Las Ve­gas. „Wie im­mer war die ab­so­lu­te Her­aus­for­de­rung, dass bei uns al­les so klein ist“, er­zählt Ger­rit Braun, Mit­be­grün­der des Mi­nia­tur Wun­der­lan­des. „Wir konn­ten so­gar Auf­nah­men von Be­rei­chen auf un­se­rer An­la­ge ma­chen, an die wir selbst seit der Er­öff­nung nicht mehr her­an­ge­kom­men sind“, sagt er schmun­zelnd. Üb­ri­gens: Im Som­mer 2016 fei­ert das Mi­nia­tur Wun­der­land sei­nen 15. Ge­burts­tag – und stellt sich der nächs­ten Her­aus­for­de­rung. Denn im Herbst soll nach vier Jah­ren Bau­zeit und über 10 000 Ar­beits­stun­den als ne­un­ter Ab­schnitt die 190 Qua­drat­me­ter gro­ße Ita­li­enWelt er­öff­net wer­den.

Auf Tour: Das welt­weit ers­te Mi­ni-Street View er­öff­net ganz neue An­sich­ten aus der Mi­ni-Welt und ih­rer „Be­woh­ner“. In der Mit­te das Goog­le Street View Fahr­zeug im Maß­stab 1:87. Fo­tos: Bo­er­ner/Goog­le

Man­fred Spitz

Raf­fi­niert: Ein Ka­me­ra­zug wird auf die Schie­nen des Ham­bur­ger Mi­nia­tur Wun­der­lan­des ge­stellt. Das spe­zi­ell ausgetüftelte Mo­dell lie­fer­te dann Bil­der der Mi­ni-Welt – aus Lok­füh­rer­sicht.

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