Bayer-Sieg auf „Darm­städ­ter Art“

Jun­ge Le­ver­ku­se­ner auf grenz­wer­tig tie­fem Ra­sen 2:1 bei den „Li­li­en“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Jan Mies

Nein, über ihr Er­folgs­ge­heim­nis muss­ten die klitsch­nas­sen Bayer-Pro­fis nicht lan­ge nach­den­ken. „Wir muss­ten eben auch mal ein Drecks­tor schie­ßen“, sag­te Ke­vin Kampl nach dem hart er­kämpf­ten 2:1 (1:1) auf dem „ Acker“bei Darm­stadt 98, durch das Bayer Le­ver­ku­sen den drit­ten Ta­bel­len­platz der Fuß­ball-Bun­des­li­ga er­ober­te: „Es ist scheiß­egal wie – Haupt­sa­che, wir ha­ben ge­won­nen.“Nor­ma­ler­wei­se ist ge­nau das die „Darm­städ­ter Art“.

„Kampf um je­den Qua­drat­zen­ti­me­ter“

„Es war ein Kampf um je­den Qua­drat­zen­ti­me­ter“, sag­te Bayer-Trai­ner Ro­ger Schmidt: „ Aber wir ha­ben uns der Auf­ga­be ge­stellt – die Mann­schaft hat an sich ge­glaubt. Wir ha­ben lei­den­schaft­lich ge­kämpft, um die drei Punk­te zu be­hal­ten.“Zu­frie­den wa­ren die Bayer-Bos­se vor al­lem mit Blick auf die Po­kal­klat­sche vom ver­gan­ge­nen Di­ens­tag, als im Vier­tel­fi­na­le Ab­stiegs­kan­di­dat Wer­der Bre­men zu stark ge­we­sen war (1:3). „Das war die bes­te Re­ak­ti­on, die wir zei­gen konn­ten“, sag­te Tor­schüt­ze Ju­li­an Brandt, der die Par­tie in der 77. Mi­nu­te ent­schie­den hat­te. Am Don­ners­tag wird es je­doch nicht ein­fa­cher. In der Zwi­schen­run­de der Eu­ro­pa Le­ague reist Bayer zum Hin­spiel zu Sporting Lis­s­a­bon/ Por­tu­gal (21.05 Uhr). „Das ist schon ei­ne Num­mer grö­ßer“, sag­te Brandt. Sport­chef Ru­di Völ­ler, der sein jun­ges Team nach dem Po­kal-Aus de­mons­tra­tiv in Schutz ge­nom­men hat­te, mach­te die „ Art und Wei- se, wie wir zu­rück­ge­kom­men sind“Mut für die kom­men­den Auf­ga­ben. “Wir ha­ben in der zwei­ten Halb­zeit al­les raus­ge­hau­en und mit Herz und Lei­den­schaft ge­spielt“, sag­te Kampl. Nö­tig war das, weil Darm­stadt in der 28. Mi­nu­te eben auch durch ein „Drecks­tor“in Füh­rung ge­gan­gen war. San­dro Wagner hat­te auf dem grenz­wer­tig tie­fen Ra­sen im Bayer-Straf­raum ab­ge­staubt und die meis- ten der 16 800 Zu­schau­er vom zwei­ten Heim­sieg träu­men las­sen. Aus­ge­rech­net Aytac Su­lu, der treff­si­chers­te Ab­wehr­spie­ler der Li­ga, lei­te­te mit sei­nem Ei­gen­tor (62.) dann aber den Bayer-Sieg ein. „Wir ha­ben das nö­ti­ge Quänt­chen Glück ge­habt und den Sieg ver­dient“, sag­te Schmidt. Sein Kol­le­ge Dirk Schus­ter sah das al­ler­dings et­was an­ders. „Wir sind vie­le We­ge ge­gan­gen und wa­ren von der kämp­fe­ri­schen No­te her viel­leicht ei­nen Tick bes­ser“, sag­te der Li­li­enCoach: „Für mich hat­te das Spiel kei­nen Sie­ger ver­dient – aber so ist der Fuß­ball.“Und: Beim High­light-Match nächs­ten Sams­tag bei Re­kord­meis­ter Bay­ern Mün­chen muss der Auf­stei­ger nach dem kampf­be­ton­ten Du­ell ge­gen Bayer gleich auf fünf (!) ge­sperr­te Ak­teu­re ver­zich­ten.

Ent­schei­den­der Tref­fer: Ju­li­an Brand (rechts) mach­te in der 77. Mi­nu­te den 2:1-End­stand für Bayer Le­ver­ku­sen beim Auf­stei­ger Darm­stadt 98 und hol­te sich da­für nicht nur bei Team­kol­le­ge Ste­fan Kieß­ling Wor­te des Lo­bes ab. Am Don­ners­tag ge­gen Sporting Lis­s­a­bon wird’s si­cher wie­der schwe­rer. Fo­to: avs

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