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Lothar Frick | Di­rek­tor der Lan­des­zen­tra­le für po­li­ti­sche Bil­dung

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION - Tho­mas Liebs­cher

Wan­dern und Fo­to­gra­fie­ren sind Hob­bys von Lothar Frick. Gern ist er in den Süd­ti­ro­ler Al­pen un­ter­wegs. Auch zu Hau­se in Maul­bronn-Freu­den­stein schnürt er gern die fes­ten Schu­he, um die na­he Na­tur zu er­le­ben. Da­bei wech­selt er im­mer mal wie­der ei­ne we­nig mar­kier­te Gren­ze. Die zwi­schen Ba­den und Würt­tem­berg. „Ich bin Schwa­be, wie ich Deut­scher und Eu­ro­pä­er bin, aber Ba­den ist für mich ge­nau­so Hei­mat, ich woh­ne ja gleich ne­ben­dran“, sagt der Chef ei­ner wich­ti­gen Bil­dungs­ein­rich­tung in Ba­den-Würt­tem­berg. Frick ist da­für ver­ant­wort­lich, dass jun­ge Leu­te und über­haupt al­le in­ter­es­sier­ten Men­schen, sich ver­tie­fend mit Po­li­tik und De­mo­kra­tie be­schäf­ti­gen. Die von Frick ge­lei­te­te Lan­des­zen­tra­le für po­li­ti­sche Bil­dung in­for­miert über­par­tei­lich, will Mei­nungs­bil­dung för­dern so­wie zum Mit­ma­chen im Eh­ren­amt er­mun­tern. Als Lothar Frick 2004 Di­rek­tor der wich­ti­gen hin­ter­grün­di­gen In­sti­tu­ti­on mit Tie­fen­wir­kung wur­de, über­schritt er eben­falls ei­ne Gren­ze. Er wech­sel­te vom Mit­ge­stal­ten in der Po­li­tik hin zum Er­klä­ren ih­rer Re­geln, Ak­teu­re und Ge­scheh­nis­se. „Na­tür­lich hel­fen die­se Er­fah­run­gen als Mit­ar­bei­ter von Hei­ner Geiß­ler im Bun­des­tag oder von Mi­nis­ter­prä­si­dent Er­win Teu­fel. Manch­mal wird näm­lich zu viel hin­ein­ge­heim­nist in Po­li­tik. Es geht dort kei­nes­falls im­mer um Macht­spie­le, im All­tag hat die Sa­che Vor­rang“, so Frick. Der Sohn ei­nes Bau­in­ge­nieurs und ei­ner Haus­frau ar­bei­te­te nach dem Stu­di­um in Hei­del­berg und Los An­ge­les in der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung so­wie der CDUZen­tra­le in Bonn. In den span­nen­den Jah­ren um 1989 ar­bei­te­te er dem CDU-Frak­ti­ons­vi­ze Hei­ner Geiß­ler zu, be­vor er für po­li­ti­sche Pla­nung in die ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Re­gie­rungs­zen­tra­le wech­sel­te. In­zwi­schen pla­nen Frick und sei­ne 90 Mit­ar­bei­ter (auf 55 Stel­len) rund 1 000 Ver­an­stal­tun­gen im Jahr. Sie er­rei­chen da­mit 60 000 Teil­neh­mer. Po­li­tik ver­ständ­lich ma­chen und den mün­di­gen Staats­bür­ger stär­ken – da­für stellt die Lan­des­zen­tra­le Me­di­en, sehr oft kos­ten­los und auch im Netz, zur Ver­fü­gung. „Vie­le Leh­rer sind sehr en­ga­giert, aber es wird ei­gent­lich von Jahr­gang zu Jahr­gang schwe­rer, jun­ge Leu­te zu er­rei­chen. Denn al­le rei­ßen sich um sie, ein ge­wal­ti­ges An­ge­bot steht ih­nen zur Ver­fü­gung“, re­det Frick nicht um die Rea­li­tät her­um und for­dert: „Die Fä­cher Ge­mein­schafts­kun­de und Ge­schich­te sind in der Schu­le ge­nau­so wich­tig zu neh­men wie Ma­the­ma­tik und Deutsch. Ge­mein­schafts­kun­de zu schwä­chen, scha­det der De­mo­kra­tie .“Die po­li­ti­sche Bil­dungs­zen­tra­le in der Lan­des­haupt­stadt mit vier Au­ßen­stel­len und ei­nem Ta­gungs­haus, küm­mert sich um vie­le Grund­la­gen so­wie stets um ak­tu­el­le The­men: Um Mi­gra­ti­on oder Flucht aber auch ganz prak­ti­sche Aspek­te, um In­te­gra­ti­on zu ver­wirk­li­chen. Der Di­rek­tor pen­delt mit dem Zug zu sei­nem Bü­ro in Stutt­gart, weil er die Le­bens­qua­li­tät rund um die Aus­läu­fer von Kraich­gau und Strom­berg schätzt. Sei­nen Lieb­lings­sport al­ler­dings könn­te er nicht nur dort in sei­ner hei­mat­li­chen Lieb­lings­knei­pe aus­üben: Das Wurf­spiel Darts be­treibt man schließ­lich fast übe­r­all.

In der Frei­zeit geht er ger­ne wan­dern, be­ruf­lich en­ga­giert sich Lothar Frick da­für, das Wis­sen um die De­mo­kra­tie und das In­ter­es­se an der Po­li­tik zu för­dern. Fo­to: pri­vat

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