Plötz­lich war das Was­ser weg

Karls­ru­he saß zwei St­un­den auf dem Tro­cke­nen / KSC-Ab­sa­ge droh­te

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - avs/ww Mehr über den Karls­ru­her Was­ser­rohr­bruch und die Fol­gen le­sen Sie mor­gen in den BNN.

Rund zwei St­un­den ha­ben vie­le Karls­ru­her ges­tern Mor­gen auf dem Tro­cke­nen ge­ses­sen. Ein Rohr­bruch in ei­ner Haupt­lei­tung hat­te die Was­ser­ver­sor­gung in meh­re­ren Stadt­tei­len lahm­ge­legt, sag­te Ger­da Wil­lig, die Lei­te­rin der Ex­ter­nen Un­ter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on bei den Stadt­wer­ken Karls­ru­he. Zum Kaf­fee­ko­chen hat­te es in den meis­ten Haus­hal­ten zwar ge­ra­de noch ge­reicht, zum Du­schen aber nicht mehr. Ge­gen Mit­tag war das Was­ser­netz wie­der sta­bil. Der Scha­den lie­ge wohl bei rund 100 000 Eu­ro, hieß es. Wie es zum Bruch kam, ist der­zeit un­klar. Zu al­lem Un­glück fiel ges­tern auch noch die Home­page der Stadt­wer­ke für meh­re­re St­un­den aus – das dürf­te ver­mut­lich an den vie­len Zu­grif­fen ge­le­gen ha­ben. Et­wa 150 000 Haus­hal­te wa­ren di­rekt vom Rohr­bruch be­trof­fen. Aus der ge­bro­che­nen Lei­tung in der Kö­nigs­ber­ger Stra­ße im Stadt­teil Wald­stadt flos­sen über ei­ne Mil­li­on Li­ter Was­ser, wie die Stadt­wer­ke mit­teil­ten. Das sei rund ein Drit­tel so viel Was­ser wie ganz Karls­ru­he nor­ma­ler­wei­se in ei­ner St­un­de ver­brau­che. Der Druck­ab­fall war vor al­lem im nörd­li­chen Teil der Stadt zu spü­ren. Ver­letzt wur­de nie­mand. Stadt­wer­ke und Feu­er­wehr wa­ren et­wa zwei St­un­den vor Ort im Ein­satz. Der Was­ser­rohr­bruch über­flu­te­te die Stra­ße und den an­gren­zen­den Grün­strei­fen auf rund 100 Me­tern Län­ge und 30 Me­tern Brei­te. Zwei Kel­ler muss­ten leer ge­pumpt wer­den. Wei­te­re Kel­ler wur­den mit Sand­sä­cken ab­ge­si­chert. Die Re­pa­ra­tu­ren an der ab­ge­klemm­ten Haupt­lei­tung soll­ten wohl noch zwei Wo­chen dau­ern. Die Auf­gra­bun­gen sind für Mon­tag ge­plant. Im Ju­li 2014 hat­te es in der Karls­ru­her Süd­stadt ei­nen Roh­bruch ge­ge­ben, des­sen Aus­wir­kun­gen aber nicht so gra­vie­rend wa­ren wie ges­tern. „Die Le­bens­dau­er der bis zu 60 Zen­ti­me­ter di­cken Roh­re be­trägt ei­gent­lich rund 90 Jah­re“, sag­te Ger­da Wil­lig. Die Lei­tung in der Wald­stadt wur­de im Jahr 1962 ein­ge­baut. Die Aus­wir­kun­gen wa­ren am stärks­ten in der Wald­stadt und den an­gren­zen­den Stadt­tei­len zu spü­ren, aber auch in Dur­lach gab es Pro­ble­me. „Durch den enor­men Was­ser­ver­lust kam es im ge­sam­ten Stadt­ge­biet zu ei­nem Druck­ver­lust“, sag­te Ger­da Wil­lig. „Nor­ma­ler­wei­se liegt der Druck bei vier bis fünf bar, in den west­li­chen und süd­li­chen Stadt­tei­len fiel er auf zwei bis drei bar, in Dur­lach auf 1,3 bar und in der Wald­stadt so- gar auf 0,1 bar, so dass dort kaum noch Was­ser aus den Lei­tun­gen kam. Auch das Wild­park­sta­di­on war für kur­ze Zeit von der Was­ser­ver­sor­gung ab­ge­schnit­ten. Des­halb droh­te ges­tern zeit­wei­lig ei­ne Ab­sa­ge des Zweit­li­ga­spiels Karls­ru­her SC ge­gen Ein­tracht Braun­schweig. Das Spiel konn­te dann aber wie ge­plant statt­fin­den.

Auch der Weg par­al­lel zur Kö­nigs­ber­ger Stra­ße in der Wald­stadt war kom­plett über­flu­tet, nach­dem ein Rohr­bruch in ei­ner Haupt­lei­tung die Was­ser­ver­sor­gung in gro­ßen Tei­len Karls­ru­hes lahm­ge­legt hat­te. Fo­to: jo­do

KSC-Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther (rechts) und Si­cher­heits­chef Hol­ger Bran­den­burg vor dem Spiel.

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