„Jüngs­te Stadt“

Geest­lands Bür­ger­meis­ter Krü­ger im Ge­spräch

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sonntagskinder - Kat kat

Sehr gut! Es ist ei­ne auf­re­gen­de und in­ter­es­san­te Auf­ga­be und ich freue mich je­den Tag auf mei­ne Ar­beit. Es ist mein Traum­job.

Wenn je­mand gar nichts mit dem Stadt­na­men an­fan­gen kann, ma­che ich das schon mal. Dann fällt oft der Gro­schen und es heißt „ach ja, Rö­mer, Por­ta Ni­gra...“. Meis­tens ken­nen mei­ne Ge­sprächs­part­ner aber das au­ßer­ge­wöhn­li­che Al­ter der Stadt be­reits.

Ich ha­be das sehr be­wusst ge­macht, da ich die Stadt und ih­re Men­schen schät­zen lern­te, als ich vor Jah­ren hier als Lei­ter der Ar­beits­agen­tur tä­tig war. Die Ent­schei­dung fiel mir leicht.

Ich be­to­ne stets, dass Tri­er als äl­tes­te Stadt Deutsch­lands, in der man bei ei­nem kur­zen Spa­zier­gang 2 000 Jah­re Ge­schich­te haut­nah er­le­ben kann, gleich­zei­tig ei­ne jun­ge, le­ben­di­ge Uni­ver­si­täts­stadt mit über 20 000 Stu­die­ren­den ist.

Das Trie­rer Rat­haus an sich ist sehr alt und war frü­her ein Klos­ter. Mein Bü­ro ist aber mo­dern und funk­tio­nal ein­ge­rich­tet. Äl­tes­ter Ge­gen­stand ist ei­ne ori­gi­na­le rö­mi­sche Mün­ze, die im Jahr 312 nach Chris­tus hier in Tri­er ge­prägt wur­de.

Mit Englisch und Fran­zö­sisch kom­me ich gut zu­recht. In der Re­gi­on spricht man mo­sel­frän­kisch, in Tri­er selbst wird Trie­rer Platt ge­spro­chen. Das Schwie­ri­ge dar­an ist, dass es nicht nur ei­nen Trie­ri­schen Dia­lekt gibt, son­dern je nach Stadt­teil un­ter­schied­li­che. Zu­dem un­ter­schei­det sich das Trie­rer Platt auch noch deut­lich von den Dia­lek­ten der um­lie­gen­den Ort­schaf­ten. Ich spre­che kein Trie­rer Platt, ver­ste­he es aber gut.

In Nie­der­sach­sen liegt die jüngs­te Stadt Deutsch­lands, Geest­land gibt es seit dem 1. Ja­nu­ar 2015. Da­für ha­ben sich die Or­te Lan­gen und Bad Be­der­ke­sa zu­sam­men­ge­schlos­sen und neu be­nannt. Bür­ger­meis­ter Thorsten Krü­ger (50) ist im na­hen Bre­mer­ha­ven auf­ge­wach­sen.

Es fühlt sich sehr gut an. Die Ar­beit macht Spaß, auch wenn es viel zu tun gibt.

Bei­de Ort­schaf­ten ha­ben neue gel­be Schil­der be­kom­men. Der Orts­na­me ist dar­auf wei­ter­hin groß­ge­schrie­ben. Un­ter dem Na­men steht jetzt, dass der Ort Teil der Stadt Geest­land ist.

Wir wa­ren die ers­te Stadt Eu­ro­pas, die ih­re Stra­ßen­be­leuch­tung kom­plett auf LED-Tech­nik um­ge­stellt hat. 2014, kurz vor der Grün­dung Geest­lands, ha­ben bei­de Stadt­tei­le zu­sam­men den sport­li­chen Städ­te­wett­be­werb „Mis­si­on Olym­pic“ge­won­nen und wur­den „ Ak­tivs­te Stadt Deutsch­lands“. Kin­der kön­nen bei uns Vor­schlä­ge ma­chen, wie Spiel­plät­ze ge­stal­tet wer­den. Und es gibt in Geest­land viel zu ent­de­cken: Wir ha­ben ei­ne Burg, ei­nen ho­hen Turm di­rekt am Fluss We­ser, meh­re­re Se­en, und, und, und . . .

Herr Krü­ger, Sie sind Bür­ger­meis­ter der jüngs­ten Stadt Deutsch­lands. Wie ist das so?

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.