Schön­heit in­ter­na­tio­nal

Von we­gen kal­ter Kaf­fee: In je­dem Land schwö­ren Frau­en auf an­de­re Mit­tel­chen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Mode & Stil - Mag mag

Roll­kra­gen­pull­over ste­hen nicht je­dem. „Rol­lis be­to­nen den Hals und das Ge­sicht“, er­läu­tert In­ka Mül­ler-Win­kel­mann, Stil-Be­ra­te­rin aus Schil­dow (Bran­den­burg). Run­de Ge­sich­ter wir­ken da­her noch run­der. Un­güns­tig kön­nen die Pul­lis auch bei kur­zen Häl­sen aus­se­hen. Zu­dem hebt das Klei­dungs­stück ein Dop­pel­kinn noch her­vor. Frau­en mit eher lan­gen Häl­sen kön­nen da­ge­gen gut zum Rol­li grei­fen. Wäh­len sie ei­nen Was­ser­fall­rol­li, ver­kürzt die­ser op­tisch den Hals. Nicht zu­letzt kommt es dar­auf an, den Rol­li in der rich­ti­gen Far­be zu wäh­len. Hel­le Pull­over las­sen der Stil­Be­ra­te­rin zu­fol­ge das Ge­sicht leuch­ten und wir­ken wei­cher. Dunk­le Far­ben hin­ge­gen se­hen so na­he am Ge­sicht oft recht hart aus.

Die In­halts­stof­fe von Kos­me­ti­ka muss der Her­stel­ler auf der Ver­pa­ckung an­ge­ben. Aber das ist aus prak­ti­schen Grün­den nicht im­mer mög­lich. Da­für gibt es das Buch­sym­bol auf der Do­se oder Tu­be. Die­ses gilt als Ver­weis dar­auf, dass sich die Lis­te mit den In­halts­stof­fen zum Bei­spiel auf ei­nem bei­ge­leg­ten Zet­tel, Eti­kett oder An­hän­ger be­fin­det, er­klärt Tho­mas Bütt­ner, Fach­an­walt für Kos­me­tik­recht in Frank­furt am Main. Zu­sätz­li­che In­fos las­sen sich beim Her­stel­ler an­fra­gen. Zu­dem gibt es Da­ten­ban­ken, die über In­halts­stof­fe von Kos­me­ti­ka in­for­mie­ren (un­ten zwei Bei­spie­le).

In Deutsch­land sagt man, kal­ter Kaf­fee macht schön. Je­des Land hat sol­che Schön­heits­re­zep­te – hier ei­ni­ge, die durch­aus viel­ver­spre­chend sind:

Dass es der Haut gut­tut, wenn man viel Was­ser trinkt, weiß man in der gan­zen Welt. Aber in Schwe­den und Nor­we­gen ha­ben die Frau­en noch ei­ne an­de­re Ver­wen­dung für das Nass – vor al­lem für Mi­ne­ral­was­ser mit Koh­len­säu­re. Es gilt dort als schnel­ler Mun­ter­ma­cher bei mü­der Haut und ge­schwol­le­nen Au­gen. „Feuch­te Um­schlä­ge wer­den auch in der klas­si­schen Der­ma­to­lo­gie ver­wen­det, um bei­spiels­wei­se ent­zünd­li­che Schwel­lun­gen zu mil­dern“, er­klärt die Düs­sel­dor­fer Der­ma­to­lo­gin An­na Mo­kosch. „Was­ser ver­fügt über ei­ne küh­len­de und ab­schwel­len­de Wir­kung.“

Vie­le Frau­en nut­zen kalt­ge­press­tes Oli­ven­öl dort, wo ei­ne Ex­tra­por­ti­on Pfle­ge be­nö­tigt wird, et­wa auf sprö­den Lip­pen. Be­son­ders ef­fek­tiv wird ei­ne Kur mit Oli­ven­öl, wenn man es über Nacht ein­wir­ken lässt. Da­zu nach dem Ein­mas­sie­ren von an­ge­wärm­tem Oli­ven­öl dün­ne Baum­woll­hand­schu­he an­zie­hen. Auch auf den Haa­ren wirkt Öl: Tro­cke­ne, stro­hi­ge Spit­zen wer­den da­mit ein­ge­rie­ben. Da­nach ei­ne Vier­tel­stun­de zie­hen las­sen und Haa­re wa­schen. „Die Be­au­ty-Wir­kung von Oli­ven­öl ist da­rin be­grün­det, dass es be­son­ders reich an Li­n­ol­säu­re ist. Die­se Fett­säu­re, plus an­de­re Fet­te des Öls, hel­fen tro­cke­ner Haut und sprö­dem Haar, sich zu re­ge­ne­rie­ren“, sagt der Münch­ner Der­ma­to­lo­ge Ste­fan Duve. Au­ßer­dem stel­len sie die Bar­rie­re­funk­ti­on der Haut wie­der her.

Wäh­rend in Eu­ro­pa ein sinn­li­cher Mund oder aus­drucks­star­ke Au­gen als Schön­heits­ide­al gel­ten, steht in Asi­en der per­fek­te Teint im Mit­tel­punkt der weib­li­chen Be­mü­hun­gen. Und in die­sem Zu­sam­men­hang spielt Grü­ner Tee ei­ne Rol­le: Er ent­hält zum ei­nen vie­le Vit­ami­ne, Mi­ne­ra­li­en und Spu­ren­ele­men­te. „Zum an­de­ren aber ist Grü­ner Tee ein hoch­ef­fi­zi­en­ter Ra­di­kal­fän­ger“, er­läu­tert Haut­arzt Jörg Frän­ken aus Schwelm. „Dar­über hin­aus ent­hält Grün­tee Mi­ne­ral­sal­ze, die Feuch­tig­keit bin­den. Des­halb sind sei­ne Ex­trak­te auch in vie­len Cre­mes ent­hal­ten, die Cel­lu­li­te min­dern sol­len.“

Aus dem At­las­ge­bir­ge stammt die Ton­er­de Rhas­soul. Ih­re fei­nen Par­ti­kel zie­hen Schmutz, Schup­pen und über­schüs­si­ges Fett an. Das macht Rhas­soul zu ei­ner idea­len Rei­ni­gungs­sub­stanz für öli­ge Haut und Misch­haut. Da­ne­ben fin­det in Ma­rok­ko auch Ar­gan­öl Ver­wen­dung. „ Ar­gan­öl kann bei sehr tro­cke­ner Haut an­ge­wen­det wer­den“, sagt Mo­kosch. „ Al­ler­dings wird die an­ti­oxi­da­ti­ve und ein­zig­ar­ti­ge Wir­kung mei­ner Mei­nung nach über­schätzt“. So sei et­wa der Vit­amin-E-Ge­halt und da­mit die an­ti­oxi­da­ti­ve Wir­kung bei Ar­gan­öl deut­lich nied­ri­ger als bei Wei­zen­kei­m­öl.

Die Früch­te des Ka­rité­baums gel­ten als Pfle­ge in den West-, Zen­tral- und Ost­afri­ka­ni­schen Staa­ten. Aus ih­nen wird Shea-But­ter ge­won­nen, auch als „Beur­re de Ka­rité“oder Ka­rité-But­ter be­kannt. Sie ent­hält Vit­amin E und Al­lan­to­in, das be­ru­higt und heilt. „Dar­über hin­aus hat sie auch an­ti­oxi­da­ti­ve und an­ti-ent­zünd­li­che Wir­kung“, sagt Frän­ken. „Es gibt al­ler­dings ei­ne in­ter­es­san­te Ein­schrän­kung: Bis­wei­len fin­det man Ve­r­un­rei­ni­gun­gen oder Rück­stän­de von La­tex in Shea-But­ter.“Das lie­ge dar­an, dass in der Frucht Na­tur­la­tex vor­kommt. „Die­ser Um­stand kann zu Pro­ble­men bei Men­schen mit ei­ner La­tex-All­er­gie füh­ren.“

Noch hüb­scher aus­se­hen – da­für hat je­des Land sei­ne ei­ge­nen Tricks.

Fo­to: Bildagentur-on­line

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.