Tipps ge­gen die Öl­sar­di­nen-En­ge

Fern­flü­ge oh­ne Knie­schmer­zen / Mehr Bein­frei­heit im Flie­ger ist nicht um­sonst zu ha­ben

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub -

Wie ein­fach war das doch noch vor we­ni­gen Jah­ren: Die Flü­ge wa­ren teu­rer, aber al­le Pas­sa­gie­re hat­ten Platz. Heu­te klem­men ge­ra­de Groß­ge­wach­se­ne wie die Klapp­mes­ser in ih­rem Sitz. Das muss aber nicht sein. Hier ei­ni­ge Tipps um der Sar­di­nen­do­sen-En­ge zu ent­flie­hen.

Ken­ner neh­men den Gang. Da kann man ab und zu auf­ste­hen, und wenn nicht ge­ra­de der Kaf­fee­wa­gen vor­bei­rollt, las­sen sich die Bei­ne ge­müt­lich aus­stre­cken. Mit et­was Glück blei­ben die Mit­tel­sit­ze so­gar frei (weil sie be­son­ders un­at­trak­tiv sind) – dann hat man auch mehr Platz in die Brei­te. Die pas­sen­den Sitz­plät­ze si­chert sich der Pro­fi gleich bei der Bu­chung. Kos­ten­los ist das al­ler­dings im­mer sel­te­ner. Heu­te ver­langt selbst die Luft­han­sa schon 25 Eu­ro pro Sitz­platz­re­ser­vie­rung, für Hin- und Rück­flug al­so 50 Eu­ro.

Nicht al­le Flug­zeu­ge ha­ben den sel­ben Sitz­ab­stand. Die deut­schen Fe­ri­en­flie­ger Air Berlin und Con­dor be­stuh­len ih­re Ma­schi­nen be­son­ders eng. Der Ab­stand zwi­schen zwei Sit­zen be­trägt dort oft ge­ra­de mal 76 Zen­ti­me­ter. Deut­lich mehr Platz bie­ten vor al­lem asia­ti­sche Flug­ge­sell­schaf­ten: Ja­pan Air­lines, Ko­re­an und Oman Air schrau­ben ih­re Flug­sit­ze im Ab­stand von 86 Zen­ti­me­tern ein – das sind zehn Zen­ti­me­ter mehr Platz für die Knie. Die gän­gi­gen US-Air­lines lie­gen mit 79 bis 81 Zen­ti­me­tern im Mit­tel­feld. Wer es ge­nau wis­sen will, der schaut in ein­schlä­gi­gen Web­por­ta­len wie Seat­gu­ru, Seatex­pert oder Seat­plans nach. Der wich­tigs­te Fall­strick: Ein und die­sel­be Flug­ge­sell­schaft fliegt bei un­ter­schied­li­chen Ma­schi­nen­ty­pen oft mit ganz un­ter­schied­li­chen Sitz­ab­stän­den. So bie­tet Aus­tri­an Air­lines in der Bo­eing 767 knap­pe 76 Zen­ti­me­ter Sitz­ab­stand, im Schwes­ter­flie­ger Bo­eing 777 da­ge­gen bis zu 84 Zen­ti­me­ter. Au­ßer­dem gilt: Nicht al­le Sitz­plät­ze im Flug­zeug sind gleich at­trak­tiv. Bei­spiels­wei­se muss an den Not­aus­gän­gen ein grö­ße­rer Ab­stand ein­ge­hal­ten wer­den. Wer dort sitzt, hat ver­gleichs­wei­se viel Bein­frei­heit. Mehr Platz gibt es auch in der al­ler­ers­ten Rei­he di­rekt hin­ter dem Cock­pit oder der Busi­ness-Class:. Zahl­rei­che Flug­ge­sell­schaf­ten ver­ge­ben die­se Plät­ze aus­schließ­lich an Müt­ter mit Klein­kin­dern. Aber es gibt noch an­de­re gu­te Sit­ze: bei Groß­raum­ma­schi­nen bei­spiels­wei­se di­rekt an den Ein­stiegs­tü­ren. An der Be­stuh­lungs­über­sicht lässt sich auch gut er­ken­nen, wo sich die An­zahl der Sitz­plät­ze pro Rei­he än­dert. Die­se „Sprung­stel­len“bie­ten ei­ni­ge Lu­xus­sit­ze, vor de­nen kei­ne Sitz­rei­he mehr liegt und wo man des­halb sei­ne Bei­ne weit aus­stre­cken kann.

Längst ver­kau­fen vie­le Flug­ge­sell­schaf­ten die at­trak­tivs­ten Sitz­plät­ze ge­gen Ba­res. Das Zau­ber­wort heißt mal „XL Seats“wie bei Air Berlin oder Con­dor, dann wie­der „Sitz­platz Plus“wie bei Air Fran­ce oder ein­fach „Sit­ze mit mehr Bein­frei­heit“wie bei Luft­han­sa. Das Prin­zip ist aber im­mer das glei­che: Man zahlt zwi­schen 70 und 100 Eu­ro pro Stre­cke (hin und zu­rück al­so 140 bis 200 Eu­ro) zu­sätz­lich und be­kommt da­für ei­nen Platz mit we­nigs­tens zehn Zen­ti­me­ter mehr Bein­frei­heit zu­ge­si­chert. Oft kann man statt Geld auch Viel­flie­ger­mei­len für die­ses Ex­tra ein­set­zen. Mehr und mehr Air­lines ha­ben be­reits ei­ni­ge „nor­ma­le“Sitz­rei­hen mit grö­ße­rem Ab­stand mon­tiert. Bei Uni­ted Air­lines heißt das An­ge­bot „Eco­no­my Plus Ex­tra Le­groom Sea­ting“und kos­tet 88 US-Dol­lar pro Stre­cke. Ame­ri­can Air­lines hält un­ter dem Na­men „Main Ca­bin Ex­tra“und fast iden­ti­schen Prei­sen da­ge­gen. Tuif­ly und Luft­han­sa ver­kau­fen die Ex­tra-Sit­ze un­ter dem sel­ben Na­men wie die XL Seats (sie­he oben). Und ganz neu steigt nun auch Air Berlin in die­ses Ge­schäft ein: Die fünf vor­ders­ten Rei­hen der Eco­no­my-Class wer­den 15 Zen­ti­me­ter wei­ter aus­ein­an­der ge­rückt und ha­ben da­mit 91 Zen­ti­me­ter Sitz­ab­stand. Da­für ver­langt die Air­line 80 Eu­ro Auf­preis pro Stre­cke.

Wich­tig ist, früh dran zu sein. Sonst sind die bes­ten Plät­ze schon be­setzt. Das gilt be­reits bei der Re­ser­vie­rung: Bei vie­len Air­lines las­sen sich Sit­ze mit der Bu­chung re­ser­vie­ren.

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