Die Durst­stre­cke be­en­det

Ske­le­ton-WM: Ti­na Her­mann holt sich in Igls die Gold­me­dail­le

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Tho­mas Wei­te­kamp

Ti­na Her­mann fiel ih­rem Va­ter um den Hals, brüll­te im Ziel­be­reich von Igls im­mer wie­der ih­re Freu­de her­aus und rang vor zahl­rei­chen Ka­me­ras nach Wor­ten. „Geil“, „Wahn­sinn“, „Ham­mer“– viel mehr ver­moch­te die neue Welt­meis­te­rin im Mo­ment des Tri­um­phes nicht zu sa­gen. Nach ei­ner fünf­jäh­ri­gen Durst­stre­cke hat­te die 23Jäh­ri­ge den deut­schen Ske­le­tonsport ge­ra­de zu­rück in die Welt­spit­ze be­för­dert. We­ni­ge Me­ter ent­fernt be­kam da so­gar ihr sonst so har­ter Trai­ner feuch­te Au­gen. „Heu­te ja“, sag­te Trai­ner Dirk Mat­schenz, heu­te sei ein Lob er­laubt: „Sie hat ge­kämpft, hat ver­dient ge­won­nen, muss­te erst­mals die Fa­vo­ri­ten- rol­le bei so ei­nem Wett­kampf er­tra­gen, und die­sem Druck hat sie stand­ge­hal­ten.“Her­manns Gold­me­dail­le bei der WM in Igls ist der ers­te gro­ße Sieg der deut­schen Ske­le­to­nis seit 2011, als Ma­ri­on Thees Welt­meis­te­rin wur­de – der per­so­nel­le Um­bruch ist ge­glückt. Nach vier Läu­fen hat­te die Baye­rin vom Kö­nigs­see 0,46 Se­kun­den Vor­sprung auf Lo­kal­ma­ta­do­rin Ja­ni­ne Flock (Ös­ter­reich), Drit­te wur­de die Rus­sin Je­le­na Ni­kit­i­na. Her­manns Er­folg war ein sou­ve­rä­ner Fa­vo­ri­ten­sieg, schien am Frei­tag und Sams­tag nie ge­fähr­det und ist doch ei­ne ganz be­son­de­re Ge­schich­te. Erst im ver­gan­ge­nen Win­ter hat­te sie ihr Welt­cup-De­büt ge­ge­ben. Und nun ist die ehr­gei­zi­ge Ath­le­tin auch mit Blick auf die Olym­pi­schen Spie­le 2018 in Pyeong­chang plötz­lich die­je­ni­ge, die es zu schla­gen gilt. Bei den Män­nern hat­te am Frei­tag Axel Jungk als Vier­ter sei­ne ers­te WM-Me­dail­le ver­passt. Ki­li­an von Sch­le­i­nitz fuhr auf den sieb­ten Rang, Micha­el Zachrau wur­de Elf­ter. Beim vier­ten WM-Sieg des let­ti­schen Aus­nah­me­pi­lo­ten Mar­tins Du­kurs fehl­ten Jungk letzt­lich mehr als sie­ben Zehn­tel zum Po­dest, er hat­te wie er­war­tet nichts mit dem Kampf um Gold zu tun. Für die Zu­kunft sind aber auch dem 24-Jäh­ri­gen wich­ti­ge Me­dail­len zu­zu­trau­en.

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