Hört das denn nie auf?

War­um man­che Leu­te mit 30 noch Pi­ckel be­kom­men / Ex­per­ten-Tipps zur Er­näh­rung und zur Haut­pfle­ge

Der Sonntag (Mittelbaden) - - MODE & STIL -

Die Pu­ber­tät ist längst vor­bei – und trotz­dem bil­det die Haut noch in schö­ner Re­gel­mä­ßig­keit Pi­ckel aus? Die Ur­sa­chen da­für sind viel­fäl­tig. Dre­hund An­gel­punkt der Er­wach­se­nen­ak­ne sind Talg­drü­sen, die ver­mehrt ak­tiv sind, er­klärt Philipp Ba­bi­las vom Haut­zen­trum Re­gens­burg. Je hö­her die Ak­ti­vi­tät, des­to fet­ti­ger die Haut. Wenn die Talg­drü­sen ver­stop­fen, bil­den sich Mi­tes­ser – auch nach der Pu­ber­tät. Man­che Men­schen ha­ben ein­fach die ge­ne­ti­sche Ver­an­la­gung da­zu, sagt der Pro­fes­sor, der Mit­glied im Be­rufs­ver­band der Deut­schen Der­ma­to­lo­gen ist. Frau­en sind häu­fi­ger be­trof­fen. Das kann an den Hor­mo­ne lie­gen. So kann ei­ne Dys­ba­lan­ce der Se­xu­al­hor­mo­ne – bei Frau­en ein zu gro­ßes Maß an den männ­li­chen Se­xu­al­hor­mo­nen – da­für sor­gen, dass die Po­ren schnel­ler ver­stop­fen. Nach hor­mo­nel­len Ve­rän­de­run­gen, et­wa dem Ab­set­zen der Pil­le oder ei­ner Ge­burt, ent­de­cken Frau­en öf­ter, dass sich ih­re Haut ver­än­dert. Auch die Er­näh­rung kann sich be­merk­bar ma­chen. Le­bens­mit­tel mit ho­hem gly­kämi­schen In­dex ha­ben Ein­fluss auf die Haut ha­ben, sagt Bar­ba­ra Feh­ren­bach vom Bun­des- verband deut­scher Kos­me­ti­ker/in­nen. Es wir­ke sich auf die Talg­drü­sen­pro­duk­ti­on aus, wenn der Blut­zu­cker­spie­gel nach oben geht. Sie rät, bei Le­bens­mit­teln mit reich­lich Zu­cker und Koh­len­hy­dra­ten so­wie ge­sät­tig­ten Fett­säu­ren maß­voll zu sein. Laut Ba­bi­las kön­nen auch Milch­pro­duk­te un­rei­ne Haut ver­stär­ken, da die Pro­te­ine da­rin ent­zün­dungs­för­dernd wir­ken. Es gel­te, tie­ri­sche Pro­te­ine in Ma­ßen kon­su­mie­ren. Pflanz­li­che Pro­te­ine sei­en kein Pro­blem. Gut ist, viel Was­ser zu trin­ken, er­gänzt Emel Bütün von der Ham­bur­ger Be­rufs­fach­schu­le für Kos­me­tik. Da­ne­ben spielt auch die Psy­che ei­ne Rol­le. „Un­se­re Haut ist un­ser Spie­gel“, sagt Bütün. Wie es uns in­ner­lich geht – see­lisch und or­ga­nisch – ma­che sich im Haut­bild be­merk­bar. Er­wach­se­ne hal­ten es oft noch we­ni­ger aus als Ju­gend­li­che, wenn et­was im Ge­sicht ist, be­schreibt Ba­bi­las. Da­her rutscht die Ak­ne auch ger­ne in die Kinn­li­nie: Dort lässt sich leicht knib­beln. Das hat Fol­gen: „Die Hand und die Nä­gel sind nie kli­nisch rein“, warnt Feh­ren­bach. Beim Knib­beln ver­schmiert und streut man die Ak­ne­bak­te­ri­en. Nicht zu­letzt kön­nen sich Feh­ler bei der Pfle­ge nie­der­schla­gen. Bütün rät et­wa von Pro­duk­ten mit Mi­ne­ral­öl ab. Zu­dem wir­ken man­che Mit­tel ge­gen Ak­ne wir­ken nicht wie ge­wünscht: Sie sind ag­gres­siv und trock­nen die Haut aus. Dann hat die Haut zu we­nig Talg und pro­du­ziert noch mehr, sagt Feh­ren­bach. Sie rät zu leich­ten Cre­mes und mil­den Wasch­gels mit mög­lichst we­nig che­mi­schen Zu­satz­stof­fen. Auch Bütün wür­de auf ei­ne Pfle­ge set­zen, die auf Feuch­tig­keit ba­siert. Wich­tig sei, das Ge­sicht nicht nur abends, son­dern auch mor­gens zu rei­ni­gen.

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