Ganz oben muss ge­dämmt sein

Obers­te Ge­schoss­de­cken be­nö­ti­gen Wär­me­schutz / Al­ter­na­tiv muss es die Dach­schrä­ge sein

Der Sonntag (Mittelbaden) - - MODE & STIL -

Seit

dem 1. Ja­nu­ar müs­sen obers­te Ge­schoss­de­cken zu un­be­heiz­ten Dach­räu­men aus­rei­chend ge­dämmt sein. Als Ziel­wert für die Däm­mung gilt ein Wär­me­durch­gangs­ko­ef­fi­zi­ent von 0,24 Watt pro Qua­drat­me­ter und Kel­vin, er­klärt das vom Um­welt­mi­nis­te­ri­um Ba­denWürt­tem­berg ge­för­der­te Pro­gramm Zu­kunft Alt­bau. Al­ter­na­tiv ist auch die Däm­mung der Dach­schrä­gen mög­lich. „Wer bis­lang noch nicht der ge­setz­li­chen An­for­de­rung nach­ge­kom­men ist, soll­te sie jetzt zeit­nah um­set­zen“, sagt Pe­tra He­gen von Zu­kunft Alt­bau. Wenn die Ge­schoss­de­cke oder die Dach­flä­che be­reits ei­nen Min­dest­wär­me­schutz auf­wei­se, sei ei­ne nach­träg­li­che Däm­mung nicht nö­tig, so He­gen. Ob Hand­lungs­be­darf be­ste­he, könn­ten Ge­bäu­de­ener­gie­be­ra­ter be­ur­tei­len.

Von der Re­ge­lung gänz­lich aus­ge­nom­men sind Haus­ei­gen­tü­mer, die im ei­ge­nen Wohn­ge­bäu­de mit bis zu zwei Wohn­ein­hei­ten le­ben und das Haus schon vor dem 1. Fe­bru­ar 2002 be­zo­gen ha­ben. Die Nach­rüst­pflicht gilt dann nur bei ei­nem Ei­gen­tü­mer­wech­sel und mit ei­ner Frist von zwei Jah­ren.

Die ge­setz­li­che Pflicht lohnt sich für die Ei­gen­tü­mer: Die Däm­mung der obers­ten Ge­schoss­de­cke re­du­ziert die Schim­mel­ge­fahr. Denn be­son­ders bei un­ge­dämm­ten Ober­ge­schoss­de­cken aus Be­ton kommt Schim­mel im­mer wie­der vor. Auch die Som­mer­hit­ze in den obers­ten Wohn­räu­men wird durch ei­ne Däm­mung merk­lich re­du­ziert und trägt zu ei­nem be­hag­li­chen Woh­nen bei.

Bis zum 31. De­zem­ber 2015 muss­ten Haus­ei­gen­tü­mer die obers­ten Ge­schoss­de­cken zu un­be­heiz­ten Dach­räu­men däm­men las­sen. Die Maß­nah­me ent­fiel, wenn die obers­te Ge­schoss­de­cke oder die Dach­flä­chen die DIN-An­for­de­run­gen an den Min­dest­wär­me­schutz er­fül­len. „Exis­tiert be­reits ein Min­dest­wär­me­schutz, gibt sich der Ge­setz­ge­ber da­mit zu­frie­den“, be­stä­tigt Roland Falk vom Fach­ver­band der Stucka­teu­re für Aus­bau und Fas­sa­de Ba­denWürt­tem­berg.

Der Min­dest­wär­me­schutz, ent­spre­chend der DIN-Norm 4108-2, ist ei­ne Maß­nah­me, um die Bau­sub­stanz zu er­hal­ten, nicht um Ener­gie zu spa­ren. Er soll den Wär­me­durch­gang durch die Bau­tei­le be­gren­zen und ei­ne An­rei­che­rung von Feuch­te ver­hin­dern. Das ver­mei­det Bau­schä­den durch Schim­mel und Was­ser.

„Fehlt der Min­dest­wär­me­schutz, reicht es nicht, die­sen nach­träg­lich auf­zu­brin­gen“, er­klärt Falk. „Dann muss rich­tig ge­dämmt wer­den, bis der von der EnEV ge­for­der­te Wär­me­durch­gangs­ko­ef­fi­zi­ent er­reicht ist.“Un­ge­dämmt kann der Wär­me­durch­gangs­ko­ef­fi­zi­ent, auch U-Wert ge­nannt, bis zu zwei Watt pro Qua­drat­me­ter und Kel­vin be­tra­gen.

Da­mit die Wär­me­ver­lus­te bei ei­ner Nach­rüs­tung ma­xi­mal um den Fak­tor acht auf 0,24 Watt pro Qua­drat­me­ter und Kel­vin fal­len kön­nen, wird ei­ne Dämm­di­cke von 12 bis 18 Zen­ti­me­tern be­nö­tigt, je nach­dem, wel­cher Dämm­stoff ein­ge­setzt wird, so die Ex­per­ten.

Pe­tra He­gen von Zu­kunft Alt­bau emp­fiehlt, gleich deut­lich mehr Dämm­stoff ein­zu­bau­en, als der Ge­setz­ge­ber for­dert. Platz ist häu­fig da: Meist be­ste­hen bei der Däm­mung der obers­ten Ge­schoss­de­cke kei­ne Ein­schrän­kun­gen hin­sicht­lich der Dämm­stoff­di­cke.

Lang­fris­tig sehr gu­te U-Wer­te lie­gen un­ter 0,15 Watt pro Qua­drat­me­ter und Kel­vin, nö­tig sind hier 20 bis 30 Zen­ti­me­ter Dämm­stoff­di­cke. Da ein er­heb­li­cher Teil der Kos­ten die Hand­wer­ker­leis­tung ist, neh­men die Kos­ten mit zu­neh­men­der Dämm­stoff­s­tär­ke we­ni­ger stark zu und das Bau­teil ist en­er­ge­tisch für die Zu­kunft ge­rüs­tet.

Wer sich un­si­cher sei, ob die obers­te Ge­schoss­de­cke oder die Dach­schrä­ge ge­dämmt ist oder ei­nen Min­dest­wär­me­schutz auf­weist, soll­te ei­nen Ener­gie­be­ra­ter auf­su­chen, rät He­gen. Er kön­ne be­gut­ach­ten, ob ei­ne Nach­bes­se­rung nö­tig sei, aber auch Tipps zur Ener­gie­ein­spa­rung ge­ben. Mehr da­zu im Netz auf www.zu­kunft-alt­bau.de.

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