Come­back: Oli P. will’s noch ein­mal wis­sen

Der ehe­ma­li­ge „GZSZ“-Star ver­sucht es jetzt als Sän­ger ganz oh­ne Plat­ten­fir­ma

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE -

En­de der 90er Jah­re wur­de er in der Se­rie „Gu­te Zei­ten, schlech­te Zei­ten“als Ri­cky Mar­quart be­kannt. Sei­ne Co­ver­Ver­si­on „Flug­zeu­ge im Bauch“war ein ech­ter Ohr­wurm. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren wur­de es um Oli­ver Pets­zo­kat ali­as Oli P. al­ler­dings ru­hi­ger. Jetzt plant der 37-Jäh­ri­ge ein mu­si­ka­li­sches Come­back – ganz oh­ne Plat­ten­fir­ma. Die Sing­le „Wie frü­her“er­schien am Frei­tag, das Al­bum folgt im April.

Wie kommt es, dass Sie sich nach mehr als zehn Jah­ren Pau­se wie­der der Mu­sik zu­wen­den?

Oli P.: Ich ha­be al­le zwei Jah­re im­mer wie­der über­legt. Dann bin ich ins Ton­stu­dio ge­gan­gen – und ha­be fest­ge­stellt, dass ich doch nicht will. Es war ein­fach nie der rich­ti­ge Mo­ment da­für, die gan­ze Och­sen­tour noch mal zu ma­chen und viel Zeit, Ener­gie und Kraft in ein Mu­sik-Pro­jekt zu in­ves­tie­ren.

Und nun ist der rich­ti­ge Mo­ment ge­kom­men?

Oli P.: Letz­tes Jahr hat­te ich vie­le An­fra­gen von Fern­seh­sen­dern. „Tritt doch mal wie­der auf.“Und ich dach­te nur: Ich kann doch nicht im­mer mit den al­ten Sa­chen auf­tre­ten. Und die sag­ten ein­fach: „Mach doch was Neu­es!“Die Si­tua­ti­on heu­te ist ja auch ei­ne ganz an­de­re als da­mals. Man kann selbst Mu­sik auf­neh­men, ein Vi­deo dre­hen und auf ei­ne Platt­form pa­cken. Al­les oh­ne Plat­ten­fir­ma.

Durch die RTL-Se­rie „Gu­te Zei­ten, schlech­te Zei­ten“sind Sie be­kannt ge­wor­den, ha­ben im­mer mal wie­der mo­de­riert und ge­sun­gen, mit Ih­rer Frau be­trei­ben Sie ein Hun­de­fut­ter-Ge­schäft in der Köl­ner Süd­stadt. Gibt es so et­was wie ei­nen ro­ten Fa­den in Ih­rem Le­ben?

Oli P.: Ich ha­be viel ge­macht und es hat auch im­mer et­was ge­ge­ben, was mir Spaß ge­macht hat. Dar­um geht es auch. Dass ich am En­de des Ta­ges den­ke: Hey, das er­füllt mich. Für je­den der ver­schie­de­nen Jobs aus den ver­schie­de­nen Be­rei­chen ha­be ich in dem Mo­ment ge­brannt. Es kann aber auch sein, dass ich nach ei­nem Jahr den­ke: Ok, jetzt reicht es.

Sind Sie schnell zu be­geis­tern?

Oli P.: Ich brenne schnell für Din­ge – aber nicht zu schnell – und wenn ich Lust ha­be, dann ma­che ich das auch. Das möch­te ich un­be­dingt bei­be­hal­ten. Ich ha­be aber auch schon Rat­schlä­ge be­kom­men wie: „Oli, du könn­test viel mehr er­reicht ha­ben, aber dir fehlt der ro­te Fa­den. Guck doch mal auf Mo­de­ra­tor XY, der ist seit zehn Jah­ren im glei­chen Job.“Aber zehn Jah­re im­mer das Glei­che? Das kann ich mir für mein Le­ben nicht vor­stel­len.

Das heißt, ei­ne Rück­kehr in ei­ne So­ap ist auch nicht aus­ge­schlos­sen? Wie wä­re es zum Bei­spiel mit „GZSZ“?

Oli P.: Je­der, der dar­auf jetzt „nein, auf kei­nen Fall“ant­wor­ten wür­de, wä­re ja mit dem Klam­mer­beu­tel ge­pu­dert. Das war die prä­gends­te Zeit mei­nes Le­bens da­mals. Oh­ne die­se Se­rie wä­re ich nicht be­kannt! Aber ers­tens wür­den die mich gar nicht fra­gen und zwei­tens hat RTL de fac­to nicht an­ge­ru­fen. Aber klar wä­re das ei­ne Va­ri­an­te für die Zu­kunft.

Ih­re neue Sing­le trägt den Ti­tel „Wie frü­her“. Schwel­gen Sie in Er­in­ne­run­gen?

Oli P.: Oh ja! Ei­gent­lich soll al­les wie frü­her sein. Gleich­zei­tig ist der Ti­tel mit ei­nem Au­gen­zwin­kern ge­meint. Ich tre­te als In­de­pen­dent-Künst­ler oh­ne Plat­ten­fir­ma, oh­ne La­bel und oh­ne Fern­seh-Ko­ope­ra­ti­on an. Ich dre­he bei mir in der Stra­ße mit ei­nem Kum­pel das Mu­sik­vi­deo, schnei­de und stel­le es ins Netz. Ei­gent­lich ist nichts wie frü­her. Vor al­lem ha­be ich kei­ne Haa­re mehr!

Ih­re Num­mer-1-Hits wa­ren Co­ver-Songs. Bei ih­ren ei­ge­nen Stü­cken blieb der Er­folg aus. War­um set­zen Sie bei der Sing­le nicht wie­der auf Alt­be­kann­tes?

Oli P.: Wenn man über ein Jahr­zehnt mu­si­ka­lisch Pau­se macht, soll­te man mit ei­ner ei­ge­nen Num­mer zu­rück­kom­men. Angst vorm Schei­tern ha­be ich kei­ne. Das Pro­jekt ist schon jetzt nicht ge­schei­tert. Es ist toll, was ich für ein Feed­back be­kom­me, auch in den So­zia­len Netz­wer­ken.

Sei­ne Bröt­chen ver­dient er mit ei­nem Hun­de­fut­ter-Ge­schäft in Köln. Jetzt will es Oli P. auch als Sän­ger noch ein­mal wis­sen. Er hat ei­ne neue CD auf­ge­nom­men, die im April er­schei­nen wird. Fo­to: avs

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