Pein­lich bis un­mög­lich

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - Tho­mas Liebs­cher

Durch ge­mein­sa­mes Nach­den­ken ge­langt man im­mer­hin in die Au­to-Spur. Sich an frem­de Au­tos an­leh­nen ist fast so schlimm, wie an­de­re Men­schen an­zu­fas­sen. Auf der Land­stra­ße lang­sa­mer fah­ren als mög­lich, gilt auch als un­mög­lich. Was sonst noch? Am Te­le­fon den Na­men nicht nen­nen? Un­üb­lich, aber nicht mehr schlimm. In der Sau­na Ba­de­be­klei­dung an­be­hal­ten? Das gilt als un­hy­gie­nisch und ist ja auch un­fair ge­gen­über de­nen, die ih­re Fi­gu­ren zei­gen müs­sen – könn­te man gel­ten las­sen. Aber wür­de man we­gen ei­ner prü­den Mit­schwit­ze­rin na­ckend hin­aus­stür­men und die Auf­sicht ho­len? Dann doch eher den Au­to­fah­rer an­spre­chen, der der­zeit mor­gens für Krach und Gestank sorgt, weil er beim Schei­ben­krat­zen den Mo­tor star­tet. Der wird in­klu­si­ve Ge­blä­se doch nur rich­tig warm, wenn der Wa­gen fährt. Über­haupt ist pri­va­ter Lärm von Er­wach­se­nen der höchs­te Ben­imm-Auf­re­ger. Gera­de an Sonn­ta­gen. Die Bohr­ma­schi­ne des Nach­barn oder die He­cken­sche­re im Gar­ten sind doch un­mög­lich. Kein Krach am Ru­he­tag, bit­te! Noch schlim­mer ist nur, den Be­steck­kas­ten im Ge­schirr­spü­ler kreuz und quer ein­zu­räu­men. Ein ab­so­lu­tes „No Go“.

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