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Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL -

In Ja­pan soll­te man mög­lichst nicht laut la­chen oder frem­de Räu­me, ein­schließ­lich Gast­häu­ser, in Stra­ßen­schu­hen be­tre­ten. In Thai­land gilt es als un­pas­send, ei­nem Kind übers Haar zu strei­chen. Weil Bud­dhis­ten der Kopf hei­lig ist. Mit sol­chen Tipps für den All­tag wer­den Fern­rei­sen­de gern ver­sorgt. Vie­le Rei­se­füh­rer trai­nie­ren da­mit Ur­lau­ber im Aus­wei­chen von Fett­näpf­chen. Es geht nicht um das vor­sätz­li­che, un­zi­vi­li­sier­te Da­ne­ben­be­neh­men, das recht­lich ver­folgt wer­den kann. Son­dern um die klei­nen un­ge­schrie­be­nen Ge­set­ze, de­ren Über­tre­tung ein­fach nur pein­lich ist. Weil’s die Ein­hei­mi­schen ver­stört und den Frem­den als Glo­be­trot­tel da­ste­hen lässt. In den USA stürmt kei­ner in ein Lo­kal, son­dern lässt sich vom Emp­fangs­per­so­nal plat­zie­ren. Und am Strand gilt selbst beim Um­zie­hen die Millisekunde „Oben oh­ne“als „sho­cking“. Heißt es. Was aber ist ei­gent­lich in un­se­rem Land ver­gleichs­wei­se ver­pönt? Ei­ne klei­ne Um­fra­gen nach dem hei­mi­schen „No Go“hilft zu­nächst nicht wei­ter:. „Bei uns ist doch al­les er­laubt“– „Da gibt es nichts“– „Mir fällt da nichts ein“. Klar, wer sich’s ver­meint­lich leicht ma­chen will, goo­gelt wie im­mer und fin­det das un­ge­frag­te Du­zen als Faux­pas in Deutsch­land.

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