Bloß kei­nen ro­ten Kopf be­kom­men

Beim Läs­tern er­wischt oder das Glas beim Ge­schäfts­es­sen um­ge­wor­fen: Wie man pein­li­che Si­tua­tio­nen im Be­ruf meis­tert

Der Sonntag (Mittelbaden) - - MODE & STIL - Mag

Bo­den, tu’ Dich auf“: Das hat fast je­der Be­rufs­tä­ti­ge im Job schon ein­mal ge­dacht. Pein­li­che Si­tua­tio­nen gibt es vie­le: Da ist der Na­me des Kun­den, der ei­nem nicht ein­fällt oder die Stand­pau­ke des Chefs vor ver­sam­mel­ter Mann­schaft. In so ei­ner Si­tua­ti­on fan­gen vie­le an zu stot­tern. Doch es geht auch an­ders:

E-Mail-Faux­pas: Ein Mit­ar­bei­ter macht sich in ei­ner E-Mail über ei­nen Kol­le­gen lus­tig – doch der war auch im Ver­tei­ler. „Her­aus­re­den nützt nichts, der hat das ja schwarz auf weiß“, sagt Im­me Vo­gel­sang vom Netz­werk Eti­ket­te Trai­ner In­ter­na­tio­nal. Das Bes­te sei, das di­rek­te Ge­spräch zu su­chen: An­ru­fen oder hin­ge­hen und un­ter vier Au­gen re­den. So wirkt ei­ne Ent­schul­di­gung per­sön­li­cher.

Stand­pau­ke vom Chef: In dem An­ge­bot an ei­nen wich­ti­gen Kun­den wa­ren Feh­ler oh­ne En­de. Jetzt macht der Chef den Mit­ar­bei­ter da­für zur Schne­cke – und zwar vor ver­sam­mel­ter Mann­schaft. Es emp­fiehlt sich, erst ein­mal auf Zeit zu spie­len, rät Kar­rie­re­Coach Theo Bergauer. Man kön­ne et­wa sa­gen: „Ich kann Ih­nen das ger­ne er­klä­ren. Kön­nen wir das in Ih­rem Bü­ro be­spre­chen?“So bleibt Be­schäf­tig­ten we­nigs­tens die öf­fent­li­che Schmach er­spart.

Na­me ver­ges­sen: „Hal­lo Frau… äh…“So ei­ne Be­grü­ßung macht bei ei­ner Kun­din kei­nen gu­ten Ein­druck. Sind an­de­re Leu­te da­bei, kann man dar­auf hof­fen, dass der Na­me zu Be­ginn des Ge­sprächs fällt, sagt Bergauer. An­dern­falls nimmt man am bes­ten Be­zug dar­auf, wor­über man mit der Kun­din das letz­te Mal ge­spro­chen hat. Da­mit zeigt man ihr, dass man sich durch­aus an sie er­in­nern kann und ei­nem nur der Na­me ent­fal­len ist. Das neh­men vie­le Men­schen nicht krumm.

Glas um­ge­wor­fen: Ei­ne fal­sche Hand­be­we­gung beim Ge­schäfts­es­sen – und Wein oder Saft lan­den auf der Ho­se des Kun­den. „Vie­le ge­ra­ten dann gleich in Wie­der­gut­ma­chungs­pa­nik“, sagt Mat­thi­as Nöll­ke, Au­tor von ei­nem Buch zum The­ma. Sie grei­fen zur Ser­vi­et­te und be­gin­nen, am an­de­ren her­um­zu­tup­fen. Das sei zwar gut ge­meint, aber un­an­ge­bracht. Statt­des­sen ruft man am bes­ten den Ober. Dann bie­tet man an, die Rei­ni­gung zu be­zah­len und über­gibt sei­ne Kar­te.

Beim Läs­tern er­wischt: Fast je­der läs­tert ein­mal über sei­nen Chef. Dumm nur, wenn der mit­hört. „Da kann man sich nur ent­schul­di­gen“, sagt die Eti­ket­te-Trai­ne­rin Im­me Vo­gel­sang aus Ham­burg. Ei­nen Ret­tungs­an­ker gibt es, wenn die Kri­tik ei­nen sach­li­chen Kern hat. „Dann kann man sa­gen: Tut mir leid, dass Sie es auf die­se Art zu hö­ren be­kom­men. Ich hät­te es bes­ser zu­erst mit Ih­nen be­spre­chen sol­len.“

Klei­dungs­pan­ne: War­um la­chen die al­le? Der Blick nach un­ten ver­rät es: Der Reiß­ver­schluss an der Ho­se ist of­fen. Und das beim Vor­trag vor Dut­zen­den von Zu­hö­rern! Am bes­ten ist es, die Sa­che mit Hu­mor zu neh­men und ein­fach mit­zu­la­chen. Wit­zi­ge Be­mer­kun­gen spart man sich aber lie­ber, meint Nöll­ke. Die wir­ken häu­fig noch pein­li­cher. Bes­ser das The­ma wech­seln – das lenkt die Auf­merk­sam­keit auf et­was an­de­res.

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