Ra­batt über Cash­back-Por­tal

Preis­ver­glei­che loh­nen aber im­mer

Der Sonntag (Mittelbaden) - - REISE & URLAUB -

Ha­ben Sie ei­ne Payback-Kar­te? Wer kennt die­se Fra­ge nicht, wenn er an der Su­per­markt- oder Tank­stel­len­kas­se zahlt. Auch bei Rei­sen las­sen sich sol­che elek­tro­ni­schen Ra­batt­mar­ken kle­ben. Doch mit Kärt­chen wie Payback, Deutsch­land­card oder Mi­les & Mo­re spart man nicht viel. In der Re­gel sind we­ni­ger als ein Pro­zent Dis­count drin, hat die Stif­tung Wa­ren­test gera­de erst wie­der fest­ge­stellt. Mehr Spar­po­ten­zi­al be­sit­zen so­ge­nann­te Cash­back-Por­ta­le. Das gilt vor al­lem für Kun­den, die im In­ter­net ih­re Rei­sen bu­chen. Sie kom­men auf Ra­bat­te von bis zu zehn Pro­zent.

Gut­schrif­ten am bes­ten kon­trol­lie­ren

So be­ka­men die Ber­li­ner Tes­ter über das Cash­back-Por­tal Qi­pu beim Rei­se­an­bie­ter Ex­pe­dia ei­nen Dis­count von 10,08 Pro­zent (Zeit­schrift Fi­nanz­test 1/2016). Der Ra­batt hängt al­ler­dings stark von der Rei­se­lei­tung ab, die man kauft: Die höchs­ten Ra­bat­te gibt es bei Ho­tel- und Miet­wa­gen­bu­chun­gen; bei Flü­gen sind da­ge­gen oft „nur“ein bis drei Pro­zent Ra­batt drin. Pau­schal­rei­sen lie­gen da­zwi­schen und wer­den oft mit fi­xen Ra­bat­ten von z. B. 55 Euro be­wor­ben. Cash­back (auf deutsch: „Geld zu­rück“) gibt es nicht nur auf Rei­sen. Die ein­schlä­gi­gen Por­ta­le wie Qi­pu, iGr­aal und Ta­mo­la be­wer­ben auch Schu­he, Te­le­fon­ver­trä­ge und Au­to­ver­si­che­run­gen. Von den gro­ßen Rei­se­an­bie­tern mi­schen ne­ben Ex­pe­dia ganz vorn auch boo­king.com mit (über Akla­mio be­kommt man et­was mehr als vier Pro­zent Ra­batt), au­ßer­dem ho­tels.com (6,7 Pro­zent über iGr­aal und Qi­pu) so­wie HRS (3,78 Pro­zent bei Ta­mo­la). Dis­kon­tier­te Pau­schal­rei­sen fin­den sich vor al­lem von Tho­mas Cook, All­tours, weg.de und ab-in-den-ur­laub.de. Drei bis sechs Pro­zent sind auf die­se Wei­se auch bei Pau­schal­rei­sen drin, bei Kurz- und Last­mi­nu­te-Rei­sen auch bis zu 13 Pro­zent. Nicht ver­wir­ren las­sen darf man sich von noch hö­he­ren Pro­zent­wer­ten, die von den An­bie­tern selbst ge­nannt wer­den: Die las­sen ihr Spar­po­ten­zi­al gern hö­her aus­se­hen, als es ist, ge­ben aber ih­re Ra­bat­te nur auf den Net­to­be­trag oh­ne Mehr­wert­steu­er. Der Ra­batt fällt al­so meist 19 Pro­zent nied­ri­ger aus als be­wor­ben. Wie funk­tio­niert Cash­back? Wer die Ra­bat­te und Gut­schei­ne nut­zen will, der kauft nicht ein­fach nur so bei ei­nem In­ter­net­an­bie­ter ein, son­dern über das Cash­back-Por­tal sei­ner Wahl. Dort be­kommt man dann ent­we­der Pro­zen­te oder fes­te Euro-Be­trä­ge gut­ge­schrie­ben. Zu­erst muss man sich da­zu bei dem Por­tal an­mel­den. Die be­kann­tes­ten Cash­back-An­bie­ter sind au­ßer Qi­pu, iGr­aal und Ta­mo­la noch Akla­mio, An­dee, Cas­hee und Ye­no­mi. Ha­ben Kauf und Be­zah­lung ge­klappt, dann wird der Ra­batt beim Cash­back-Por­tal re­gis­triert. Al­ler­dings dau­ert es in der Re­gel bis zu acht Wo­chen, bis die Sum­me wirk­lich auf dem ei­ge­nen Kon­to lan­det. Das soll­te man üb­ri­gens kon­trol­lie­ren: In bis zu zehn Pro­zent der Fäl­le lan­det die Gut­schrift erst nach An­mah­nung auf dem Kon­to, teilt die Stif­tung Wa­ren­test mit. Da sind die Cash­back-Por­ta­le nicht an­ders als Ra­batt- kar­ten à la Payback. Im­mer­hin lohnt sich die Mü­he eher. Laut „Fi­nanz­test“ist ein wei­te­rer Vor­teil der Cash­back-An­bie­ter ge­gen­über Ra­batt­kar­ten ihr ge­rin­ge­rer Da­ten­hun­ger: Sie ver­lan­gen vom Kun­den nur ein Mi­ni­mum an In­for­ma­tio­nen. Mail­adres­se und Pass­wort rei­chen zum Sam­meln. Nicht mal ei­ne Kon­to­ver­bin­dung muss mit­ge­teilt wer­den, meist reicht auch Pay­pal. Die Ra­batt­kar­ten­an­bie­ter wie Mi­les & Mo­re le­ben da­ge­gen von den Kun­den­da­ten und sind des­halb über die Ma­ßen neu­gie­rig, mo­nie­ren die Tes­ter. Aber egal ob Ra­batt­kar­te oder Cash­backPor­tal: In kei­nem Fall soll­te man sich von den Ra­bat­ten al­lein blen­den las­sen. Selbst oh­ne Ra­batt kann ei­ne Rei­se näm­lich an­ders­wo noch bil­li­ger sein. Ums Prei­seVer­glei­chen kommt man al­so auch in der schö­nen neu­en Ra­batt­welt nicht her­um.

Wirk­li­che Schnäpp­chen sind Trips per Cash­back meist nicht: Oh­ne Ra­batt kann ei­ne Rei­se an­ders­wo so­gar noch bil­li­ger sein. Des­halb lohnt ein di­rek­ter Ver­gleich im­mer. Wenn aber Cash­back, dann aber am bes­ten über ei­nes der Por­ta­le, die nicht so da­ten­hung­rig sind. Fo­to: TL

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