Augs­burg „auf dem Zahn­fleisch“

Drei­er­pack von Koo reicht FCA nicht / Nach 3:0 noch 3:3 ge­gen Le­ver­ku­sen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORTS -

Ro­ger Schmidt saß im Pri­vat­jet nach Va­len­cia, als sei­ne Mann­schaft in ei­nem ir­ren Spiel ei­ne wei­te­re Bruch­lan­dung mit Ach und Krach ver­hin­der­te. Der ge­sperr­te Trai­ner von Bayer Le­ver­ku­sen ver­pass­te die Auf­hol­jagd sei­nes arg er­satz­ge­schwäch­ten Teams, das beim FC Augs­burg ein 0:3 mit gro­ßer Moral noch in ein 3:3 (0:2) ver­wan­del­te, weil er Eu­ro­pa-Le­ague-Geg­ner FC Vil­lar­re­al be­ob­ach­ten woll­te – im Stich ge­las­sen fühl­te sich bei Bayer aber nie­mand. „Ich wuss­te gar nicht, dass er nicht im Sta­di­on war“, sag­te Welt­meis­ter Chris­toph Kra­mer schul­ter­zu­ckend. Der Mit­tel­feld­mann wi­der­sprach da­mit der of­fi­zi­el­len Darstel­lung des Klubs, wo­nach sich Schmidt vor dem Spiel von sei­nen Pro­fis ver­ab­schie­det ha­be. „Ich fin­de das rich­tig“, sag­te Ge­schäfts­füh­rer Micha­el Scha­de über Schmidts Aus­flug, „er kann uns auf der Tri­bü­ne in Vil­lar­re­al mehr die­nen als auf der Tri­bü­ne in Augs­burg“. Zu- mal Schmidts Ver­tre­ter Mar­kus Krö­sche die Ab­sti­nenz des Chefs als „rie­si­gen Ver­trau­ens­be­weis“ge­gen­über Mann­schaft und Trai­ner­team emp­fand. Es sei „sehr pro­fes­sio­nel­les Ver­hal­ten“von Schmidt, sich sinn­vol­le­ren Tä- tig­kei­ten zu­zu­wen­den, als ta­ten­los her­um­zu­sit­zen. Sei­ne Mann­schaft je­den­falls kam auch oh­ne den Zu­schau­er Schmidt klar – zu­min­dest in der letz­ten hal­ben St­un­de. Da dreh­te Bayer durch den star­ken Na­tio­nal­spie­ler Ka- rim Bel­la­ra­bi (60.), ein Ei­gen­tor von FCA-Ka­pi­tän Paul Ver­ha­egh (80.) und den Hand­elf­me­ter von Ha­kan Cal­ha­nog­lu (90.+3) das Spiel. Zu­vor hat­te Bayer-Schreck Ja-Cheol Koo Augs­burg mit ei­nem Drei­er­pack (5., 44., 57.) vom ers­ten Li­ga­sieg ge­gen Le­ver­ku­sen träu­men las­sen. Augs­burgs Trai­ner Mar­kus Wein­zierl sah die Ur­sa­che für den Ein­bruch in den schwe­ren letz­ten Wo­chen, de­nen auch die kurz­fris­tig aus­ge­fal­le­nen Raul Bo­ba­dil­la und Ra­g­nar Kla­van (bei­de Mus­kel­ver­let­zun­gen) hät­ten Tri­but zol­len müs­sen. „Man merkt, dass wir auf dem Zahn­fleisch ge­hen“, sag­te er, „wir sind bit­ter be­straft wor­den.“„Wir freu­en uns wahn­sin­nig“, sag­te Bayer-Ge­schäfts­füh­rer Micha­el Scha­de nach dem ers­ten Punkt­ge­winn nach drei Nie­der­la­gen hin­ter­ein­an­der: „Ich hof­fe, dass das ei­nen Mo­ti­va­ti­ons­schub aus­löst in un­se­rer schwe­ren Si­tua­ti­on.“Denn Le­ver­ku­sen und steht noch im­mer „da, wo wir nicht ste­hen wol­len“, wie Bel­la­ra­bi be­ton­te. Näm­lich in­zwi­schen nur noch auf Platz acht, mit deut­li­chem Ab­stand auf die Cham­pi­ons-Le­ague-Plät­ze. Schmidt soll, Schmidt muss für die Wen­de sor­gen. Der Trai­ner ha­be sich in ei­nem Ge­spräch über die jüngs­ten Ge­scheh­nis­se am Frei­tag ein­sich­tig ge­zeigt, sag­te Scha­de. „Wir freu­en uns sehr“, be­ton­te er, dass Schmidt künf­tig wie­der auf der Bank sit­zen wer­de. Denn, so be­rich­te­te Ersatzkapitän Cal­ha­nog­lu glaub­haft, „der Trai­ner ist un­ser Mo­ti­va­tor“. Und im Flie­ger nutzt der nichts. Augs­burg ha­der­te der­weil über den ver­pass­ten Be­frei­ungs­schlag. „Drei To­re sind Wahn­sinn, aber es fühlt sich wie ei­ne Nie­der­la­ge an“, sag­te Koo nach sei­nen Tref­fern vier bis sechs ge­gen Bayer. Spiel­füh­rer Ver­ha­egh nann­te das dra­ma­ti­sche En­de mit der Ro­ten Kar­te ge­gen „Hand­bal­ler“Jef­frey Gou­we­lee­uw (90.+2) und dem 3:3 „un­fass­bar, das tut un­heim­lich weh“.

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