Dahl­mei­er­holt WM-Bron­ze

Sch­empp schießt da­ne­ben und stürzt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - San­dra De­gen­hardt

Star­ker Tag für die deut­schen Win­ter­sport­ler: Lau­ra Dahl­mei­er hat bei der Bi­ath­lon-Welt­meis­ter­schaft in Os­lo Bron­ze im Sprint ge­won­nen und da­mit dem DLVTeam die zwei­te Me­dail­le be­schert. Fran­zis­ka Hil­de­brand wur­de Zehn­te, Fran­zis­ka Preuß kam auf Rang 14. Das Po­dest ver­fehlt ha­ben im Sprint die deut­schen Her­ren. Beim Sieg des Fran­zo­sen Mar­tin Four­ca­de vor Alt­meis­ter Ole Ei­nar Björn­da­len (Nor­we­gen) war Arnd Peif­fer als Sieb­ter bes­ter Deut­scher vor Si­mon Sch­empp. Beim Welt­cup der Nor­di­schen Kom­bi­nie­rer in Scho­nach hat Olym­pia­sie­ger Eric Fren­zel für den ers­ten Heim­sieg ei­nes Deut­schen nach 29 Jah­ren im Schwarz­wald ge­sorgt.

Lau­ra Dahl­mei­er kam aus dem Grin­sen gar nicht mehr raus. Die 22-Jäh­ri­ge tän­zel­te nach ih­rem Sturm­lauf zu Bi­ath­lonBron­ze im Sprint von Os­lo durch das Sta­di­on, ließ sich für Sie­ger­fo­tos ab­lich­ten und war ein­fach nur hap­py. „Das ist ei­ner der bes­ten Ta­ge mei­nes Le­bens. Ich ha­be mei­ne Me­dail­le und das ist das, was ich woll­te“, sag­te die 22Jäh­ri­ge. Sie be­scher­te dem deut­schen Team nach Sil­ber in der Mi­xed-Staf­fel das zwei­te Edel­me­tall am le­gen­dä­ren Hol­men­kol­len. Dass sie mit ei­nem Feh­ler we­ni­ger so­gar ih­ren ers­ten WM-Ein­zel­ti­tel ge­holt hät­te, konn­te Dahl­mei­er gut ver­kraf­ten. Lag sie doch vor ei­ner Wo­che noch krank im Bett. Eu­pho­risch ge­noss die Baye­rin die Flo­wer-Ze­re­mo­nie vor den 20 000 Fans. Die wa­ren nach dem Sieg von Lo­kal­ma­ta­do­rin Tiril Eck­hoff völ­lig aus dem Häu­schen. Zu­vor war Si­mon Sch­empps Traum von sei­ner ers­ten WM-Ein­zel­me­dail­le jäh ge­platzt. Die Mie­ne des Top-Fa­vo­ri­ten war nach sei­nem ent­täu­schen­den ach­ten Platz in­klu­si­ve Sturz kurz vor der Zi­el­li­nie dem­ent­spre­chend an­ge­säu­ert. „Die Plat­zie­rung ist nicht so ver­kehrt, aber der Ziel­ein­lauf trübt halt ei­ni­ges. Das ist ab­so­lut Sch....“, such­te der Schwa­be erst gar nicht nach Aus­re­den. Den Ti­tel hol­te sich Sch­empps Ge­gen­spie­ler Mar­tin Four­ca­de vor Bi­ath­lon-Le­gen­de Ole Ei­nar Bjørn­da­len. Der 42 Jah­re al­te Re­kord-Welt­meis­ter und -Olym­pia­sie­ger ge­wann sei­ne sa­ge und schrei­be 41. WM-Me­dail­le. In die­se Di­men­sio­nen wird Lau­ra Dahl­mei­er wohl nicht vor­sto­ßen. Aber die erst 22-Jäh­ri­ge un­ter­mau­er­te ein­mal mehr, war­um ihr vie­le Ex­per­ten ei­ne gro­ße Kar­rie­re pro­phe­zei­en. Ob­wohl sie die­ses Jahr mehr­fach von Er­käl­tun­gen aus­ge­bremst wur­de und we­gen ei­nes Ma­gen­in­fekts erst am Mitt­woch in Os­lo an­kam, war sie voll da. Doch nach ei­nem Feh­ler im Lie­gend­an­schlag schie­nen ih­re Chan­cen da­hin. „Da dach­te ich, dass es mit ei­ner Me­dail­le vor­bei ist“, be­rich­te­te die be­geis­ter­te Berg­stei­ge­rin. Aber auf der Schluss­run­de zün­de­te sie den Tur­bo und leg­te mit der schnells­ten Lauf­zeit den Grund­stein für ih­re zwei­te WM-Ein­zel­me­dail­le: „Ich ha­be mich gera­de auf der Schluss­run­de ganz stark ge­fühlt und bin kör­per­lich wie­der bei 100 Pro­zent. Man muss ein­fach den Kopf aus­schal­ten und mir ist es halt vor­ge­kom­men, als hät­te am letz­ten Berg je­mand ei­nen Auf­zug ein­ge­baut.“Da­mit geht sie mit ei­ner her­vor­ra­gen­den Aus­gangs­po­si­ti­on in die heu­ti­ge Ver­fol­gung. Sie hat nur 20 Se­kun­den Rück­stand auf Eck­hoff. Fran­zis­ka Hil­de­brand als Zehn­te (+ 51 Se­kun­den) und Fran­zis­ka Preuß als 14. (+ 1:05 Mi­nu­ten) ha­ben eben­falls noch Chan­cen auf ei­ne Top-Plat­zie­rung. Sch­empp in­des geht mit ei­ner Por­ti­on Wut im Bauch in die Ver­fol­gungs­jagd. „Es sind nur 17 Se­kun­den auf Sil­ber, da ist al­les mög­lich“, mein­te er. Bes­ter Deut­scher über die zehn Ki­lo­me­ter war Arnd Peif­fer, der als Sieb­ter 42 Se­kun­den hin­ter Four­ca­de star­tet. Die Ti­tel­ver­tei­di­gung in der Ver­fol­gung hak­te in­des Erik Les­ser (19.) ab. „Ich darf ak­tiv dran teil­ha­ben, aber das wird nix“, sag­te er an­ge­sichts des Rück­stan­des von 1:19 Mi­nu­ten.

Bi­ath­lon-WM: Zwei­te DSV-Me­dail­le in Os­lo

Auf der Schluss­run­de den Tur­bo ge­zün­det: Nach ei­nem Schieß­feh­ler im Lie­gend­an­schlag schien das Po­dest für Bi­ath­le­tin Lau­ra Dahl­mei­er schon „weg“. Doch die 22-Jäh­ri­ge hol­te mit Lauf­best­zeit noch Bron­ze. Fo­to: avs

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