Was ist für Sie das bes­te Al­ter?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - Er/Fo­tos: Fa­b­ry

„Das punk­tu­ell zu be­trach­ten wä­re falsch“, sagt Anne Ter­zi­ba­schitsch (60). Sie ist ei­ne Kla­vier­leh­re­rin aus Karls­ru­he. „Es ist wie bei ei­ner Pflan­ze. Was ist das Bes­te? Die Zwie­bel, der jun­ge Trieb, das Grün? Es ist ei­ne ste­ti­ge Ent­wick­lung in neue Be­wusst­seins­stu­fen und in die in­ne­re Frei­heit hin­ein­zu­wach­sen.“ „In mei­nem Be­rufs­le­ben ha­be ich mich gut ge­fühlt, jetzt als Pen­sio­när tue ich das auch“, gibt Claus-Die­ter Haas (68), Pen­sio­när aus Ett­lin­gen, zur Ant­wort. „Ich bin durch mei­ne Eh­ren­äm­ter und En­kel sehr er­füllt. Je­des Al­ter hat sei­ne Zeit und Vor­zü­ge. Heu­te wie­der 18 sein woll­te ich zum Bei­spiel nicht.“ „Das jet­zi­ge“, ant­wor­tet Mat­thi­as Keh­le (49), Schrift­stel­ler aus Karls­ru­he. „Ich bin mit En­de 40 bei mir an­ge­kom­men. Ich ste­he fest im Le­ben, rei­se viel und ha­be Er­folg und mei­ne Frei­heit. So kann es ger­ne wei­ter­ge­hen. Ich hat­te auch ei­ne schö­ne Kind­heit, trotz­dem woll­te ich nicht wie­der zu­rück.“ „Das sind bei mir zwei Le­bens­pha­sen“, er­wi­dert The­re­sa Br­ein­lich (32), Re­dak­teu­rin in El­tern­zeit aus Karls­ru­he. „Das Stu­di­um brach­te viel Frei­heit. Man konn­te ma­chen, was man woll­te. Als Mut­ter er­le­be ich gera­de die span­nends­te Zeit. Es ist der größ­te Um­bruch im Le­ben mit vie­len neu­en Auf­ga­ben.“ „Das jet­zi­ge“, sagt Ri­ta Ja­ku­bow­ski (57), Re­stau­rant­fach­kraft aus Schöm­berg. „Über die Jah­re ha­be ich ge­lernt, dass man im Hier und Jetzt le­ben soll­te, nicht in der Ver­gan­gen­heit oder Zu­kunft. Das be­deu­tet auch, dass man die Din­ge nimmt, wie sie kom­men, und da­durch im­mer in Be­we­gung bleibt.“ „Vom der­zei­ti­gen Stand­punkt aus: mein ak­tu­el­les Al­ter“, ant­wor­tet Ah­met Öz­de­mir (31), Ar­beits­su­chen­der im Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­reich aus Karls­ru­he. „Ich kann auf die Le­bens­er­fah­rung bau­en, die ich bis­her ge­macht ha­be. Es heißt ja nicht um­sonst, dass man rei­fer wird und nicht bloß äl­ter.“

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