Au­ro­ra wühlt die Pop-Welt auf

Ein sin­gen­des Po­lar­licht bringt auch die Her­zen der Stars zum Flat­tern

Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN - Avs Ju­lia Wä­schen­bach

Ein Mann aus der Schweiz hat beim Sky­pen ei­nen Woh­nungs­brand in Mün­chen be­merkt und die Feu­er­wehr in der baye­ri­schen Haupt­stadt alar­miert. Die Be­kann­ten te­le­fo­nier­ten nach An­ga­ben der Po­li­zei in der Nacht zum gest­ri­gen Sams­tag über das In­ter­net, als der Schwei­zer ein Feu­er im Wohn­zim­mer der 41Jäh­ri­gen sah. Da der Kon­takt ab­brach, rief er die Münch­ner Feu­er­wehr an. Et­wa zur sel­ben Zeit alar­mier­ten Nach­barn die Feu­er­wehr, da sie den Brand ge­ro­chen hat­ten. Die Frau war beim Ein­tref­fen der Hel­fer des­ori­en­tiert, sie hat­te ei­ne schwe­re Rauch­ver­gif­tung.

Sie heißt wie das Po­lar­licht, und wenn das Tö­ne ma­chen wür­de, klän­ge es wahr­schein­lich auch so: Die zier­li­che Nor­we­ge­rin Au­ro­ra ist auf dem bes­ten Weg zur Pop­göt­tin. In ih­rer Hei­mat, aber auch an­ders­wo. Mit „All My De­mons Gree­ting Me As A Fri­end“hat die Sän­ge­rin ihr ers­tes Al­bum vor­ge­legt. Dar­auf klingt ih­re Stim­me gleich­zei­tig zer­brech­lich und kraft­voll, im­mer aber ei­nen Hauch ge­heim­nis­voll. Ihr zu­zu­hö­ren, be­ru­higt und wühlt auf. Au­ro­ra scheint weit weg und geht trotz­dem bis un­ter die Haut. Dass sie als Schmet­ter­ling das Co­ver ih­res De­büt­al­bums ziert, könn­te die Nor­we­ge­rin und ih­re Mu­sik nicht tref­fen­der be­schrei­ben. Da­von, dass die 19-Jäh­ri­ge, die mit vol­lem Na­men Au­ro­ra Aks­nes heißt, ei­ne stei­le Kar­rie­re vor sich hat, war US-Sän­ge­rin Ka­ty Perry schon vor ei­nem Jahr über­zeugt: „End­lich. Neue Mu­sik, die mein Herz zum Flat­tern bringt“, twit­ter­te der Pop­star und ver­link­te den Song „Ru­na­way“des Te­enagers. Au­ro­ra selbst hat­te sich da­ge­gen wohl nicht vor­ge­stellt, dass sie ein­mal auf Welt­tour­nee ge­hen wür­de. Ihr ers­tes „rich­ti­ges“Kon­zert vor zwei Jah­ren fand sie schreck­lich: „Ich hass­te es“, sagt sie im In­ter­view. „Du fühlst dich sehr selt­sam, wenn du auf der Büh­ne stehst, und es ist auch selt­sam, wenn die Leu­te dir ap­plau­die­ren, auch wenn es ei­ne schö­ne Sa­che ist.“Kein Wun­der, da­mals war die jun­ge Frau aus der Ha­fen­stadt Ber­gen gera­de 17 Jah­re alt. Mu­sik macht das Nach­wuchs­ta­lent aber schon, seit sie neun ist. „Ich hat­te kei­nen Kla­vier­un­ter­richt. Ich hab mir al­les selbst bei­ge­bracht. No­ten kann ich im­mer noch nicht le­sen“, ver­rät Au­ro­ra im Al­bum-Bei­heft. Wenn sie auf­tritt, fühlt sie sich fast ein biss­chen nackt. „Ich wei­ne oft, wenn ich spie­le, weil ich vie­le dunk­le Songs ha­be“, sagt sie ein­mal. Nach „Ru­na­way“lan­de­te die Nor­we­ge­rin mit dem Oa­sis-Co­ver „Half The World Away“En­de 2015 ei­nen Chart-Er­folg in Groß­bri­tan­ni­en. Auf dem Al­bum ist das Lied nicht ent­hal­ten, da­für die star­ke Num­mer „Run­ning With The Wol­ves“, die als Ti­tel­song der Vo­da­fo­ne-Wer­bung be­kannt wur­de. Jetzt, nach dem Er­schei­nen der Plat­te mit zwölf Songs, tourt Au­ro­ra mit ih­rem durch­drin­gen­den Elek­tro­pop im Ge­päck durch die Welt – und macht mehr­fach in Deutsch­land Halt. An­fang Mai ist sie et­wa in Köln im Glo­ria zu se­hen, im Au­gust tritt die „Troll­frau“, wie ein nor­we­gi­sches Ma­ga­zin sie nennt, beim Dock­vil­le-Fes­ti­val in Ham­burg auf. Auch wenn die Sän­ge­rin mit dem silb­ri­gen Haar dann wohl wie­der Lam­pen­fie­ber ha­ben wird: „Es ist schon bes­ser ge­wor­den. Nach zwei Jah­ren bin ich nicht mehr so ner­vös.“Nur vor ei­nem graut es ihr: vor dem Re­den zwi­schen den Songs. Muss sie aber auch nicht un­be­dingt. Sie spre­che lie­ber mit der Mu­sik, meint die 19-Jäh­ri­ge. Und das klappt ziem­lich gut.

Die erst 19-jäh­ri­ge „Troll­frau“Au­ro­ra aus Nor­we­gen be­ein­druckt mit ih­rem Elek­tro­pop so­gar welt­be­rühm­te Mu­sik­stars. Wer Au­ro­ras De­büt­al­bum ge­hört hat, muss ih­nen recht ge­ben. Fo­to: avs

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