Den Ti­tel noch im­mer im Vi­sier

Vol­ley­ball: Zweit­li­gist Of­fen­burg darf hof­fen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pe­ter Tre­bing

Nur ei­nen Zäh­ler lie­gen die Zweit­li­gaVol­ley­bal­le­rin­nen des VC Of­fen­burg ak­tu­ell hin­ter Spit­zen­rei­ter Er­furt, da­mit ist drei Spiel­ta­ge vor Sai­son­en­de noch al­les drin – selbst die Meis­ter­schaft. Und die wä­re dann das Sah­ne­häub­chen auf ei­ne sen­sa­tio­nel­le Sai­son – sagt Te­am­ma­na­ger Flo­ri­an Scheu­er, der im „pro­fes­sio­nel­len Fa­mi­li­en­be­trieb VC Of­fen­burg“(Scheu­er) nicht nur Te­am­ma­na­ger ist. Auch Mar­ke­ting und Öf­fent­lich­keits­ar­beit fal­len in sei­ne Zu­stän­dig­keit. Sein Pa­pa Fritz Scheu­er ist Prä­si­dent des Vol­ley­ball­ver­eins, sei­ne Frau Tan­ja Scheu­er trai­niert das Er­folgs­team aus der Or­ten­au. Doch der VC Of­fen­burg, das ist kei­ne „Scheu­er-Show“– das sind ganz vie­le Eh­ren­amt­li­che, je­de Men­ge er­folg­rei­che Teams und ein treu­es und be­geis­te­rungs­fä­hi­ges Pu­bli­kum. Denn beim VCO hat man ei­ne Ver­eins­phi­lo­so­phie, die auf Nach­hal­tig­keit ba­siert. Al­so auf Dau­er­haf­tig­keit, wenn es dar­um geht, den Vol­ley­ball-Sport zu eta­blie­ren. Da­zu kommt ein Prin­zip, dem man bis heu­te treu ge­blie­ben ist. Scheu­er: „Wir wer­den nie­mals Schul­den ma­chen.“Des­halb sei man zwar froh, wenn man ein der­art er­folg­rei­ches Team wie die ers­te Frau­en­mann­schaft als Zu­schau­er­ma­gnet im Ver­ein hat. Das Aben­teu­er Auf­stieg wür­de man trotz des ak­tu­el­len Hö­hen­flu­ges der Zweit­li­ga-Equi­pe aber nicht wa­gen. Doch da­für gibt es an­de­re Am­bi­tio­nen. „Als wir so ex­trem er­folg­reich wa­ren und das The­ma Klas­sen­er­halt da­mit vom Tisch war, hat sich die Mann­schaft zu­sam­men­ge­setzt und das Sai- son­ziel neu de­fi­niert. Und das heißt nun Meis­ter­schaft“, prä­zi­siert Te­am­ma­na­ger Scheu­er den Traum der VCO-Ama­zo­nen. Denn ge­star­tet war man mit nur ei­ner Vor­ga­be: den Ab­stieg ver­mei­den. Doch auch dank her­aus­ra­gen­der Neu­zu­gän­ge lief es von An­fang an wie ge­schmiert. Mit Zu­spie­le­rin Richar­da Zorn und den bei­den Mit­tel­blo­cke­rin­nen Tanya Pau­lin aus Ka­na­da und So­phie Schel­len­ber­ger ha­be man sich qua­li­ta­tiv enorm ver­stärkt, sagt Scheu­er. Au­ßer­dem konn­te die Mann­schaft der Vor­sai­son zu­sam­men­ge­hal­ten wer­den. Ei­ne Kon­stel­la­ti­on, die da­zu ge­führt hat, dass man nach 21 Zweit­li­ga-Spie­len schon 18 Sie­ge auf dem Kon­to hat. „Ei­ne über­ra­gen­de Bi­lanz“, fin­det auch Flo­ri­an Scheu­er: „Da­mit konn­ten wir ei­gent­lich nicht rech­nen.“Und wenn da nicht die­ses „schwar­ze Wo­che­n­en­de“im Os­ten der Re­pu­blik ge­we­sen wä­re, dann wä­re die Meis­ter­schaft jetzt ver­mut­lich so­gar schon un­ter Dach und Fach. Ein 0:3 beim Ver­fol­ger SWE Vol­ley Team (Er­furt) am 20. Fe­bru­ar und ein 0:3 beim Nach­wuchs­team VCO Dres­den am 21. Fe­bru­ar sorg­ten für her­be Rück­schlä­ge. Da­für gab es al­ler­dings plau­si­ble Grün­de: Au­ßen­an­grei­fe­rin Sven­ja En­gel­hardt fehl­te stu­di­en­be­dingt, Jea­ne Mae Hor­ton (USA) hat­te ei­ne Ver­let­zung im Lun­gen­be­reich. Ge­gen Dres­den hat­ten dann auch noch Li­sa Sol­le­der, de­ren Stamm­ver­ein der TV Kap­pel­ro­deck ist, und Richar­da Zorn mit Er­käl­tun­gen zu kämp­fen. Nicht zu ver­ges­sen: Mit Spiel­füh­re­rin Katrin Kreu­zer fiel schon früh in der Sai­son ei­ne Leis­tungs­trä­ge­rin nach ei­nem Kreuz­band­riss aus. Zu vie­le Han­di­caps auf ein­mal, die mit dem Ab­rut­schen auf Platz zwei en­de­ten. Trotz­dem ist man wei­ter dran an Er­furt – ein Punkt Rück­stand ist schnell auf­ge­holt. Flo­ri­an Scheu­er: „Wir sind in Lau­er­stel­lung, war-

Auf­stieg ist kein The­ma für die VCO-Ama­zo­nen

ten auf Pat­zer von Er­furt.“Aber er schränkt gleich­zei­tig ein: „Wir ha­ben im Ver­gleich mit Er­furt das deut­lich schwe­re­re Rest­pro­gramm.“Das setzt sich zu­sam­men aus den bei­den „Di­enst­rei­sen“zum ak­tu­el­len Ta­bel­len­vier­ten SV Loh­hof (heu­te, 16 Uhr) und zum der­zei­ti­gen Ta­bel­len­drit­ten VC Neu­wied 77 (Sams­tag, 2. April, 19.30 Uhr). Da­zwi­schen hat man noch ein Heim­spiel ge­gen die Vol­leys aus En­gels­dorf, die mo­men­tan Ta­bel­len­vor­letz­ter sind (Sams­tag, 19. März, 19.30 Uhr, Sport­hal­le Nord-West in Of­fen­burg). Drei Par­ti­en, aus de­nen man ei­gent­lich nur noch zwei Punk­te braucht, um sich min­des­tens die Vi­ze­meis­ter­schaft zu si­chern, da man sie­ben Punk­te Vor­sprung vor Ver­fol­ger Neu­wied hat. Soll­te es am En­de mehr sein – viel­leicht so­gar der Ti­tel, dann ist der Auf­stieg trotz­dem kein The­ma: „Da­für bräuch­ten wir zwi­schen 450 000 und 600 000 Euro. Die ha­ben wir nicht. Und die krie­gen wir auch nicht. Un­se­re Zu­kunft liegt in der Zwei­ten Bun­des­li­ga. Doch selbst wenn wir nicht Meis­ter wer­den, dann bleibt es für mich und al­le beim VCO da­bei: Wir ha­ben ei­ne sen­sa­tio­nel­le, ei­ne über­ra­gen­de Sai­son ge­spielt.“

Meis­ter­schaft ja, Auf­stieg nein – beim VC Of­fen­burg freut man sich zwar über die sen­sa­tio­nel­le Sai­son der Zweit­li­ga-Frau­en, ein fi­nan­zi­el­les Aben­teu­er wür­de man aber grund­sätz­lich mei­den. Fo­to: Pe­ter Heck

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