Mit gu­tem Bei­spiel vor­an fah­ren

In den meis­ten Fäl­len sind die El­tern Vor­bil­der für das Ver­hal­ten jun­ger Men­schen hin­term Steu­er

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sonntagskinder -

Fahr­an­fän­ger

ha­ben ein sta­tis­tisch nach­weis­bar hö­he­res Un­fall­ri­si­ko im Ver­gleich zu äl­te­ren Fah­rern – und zwar welt­weit. Des­halb hat Goo­dye­ar un­ter dem Mot­to „Vor­fahrt für Vor­bil­der“ge­mein­sam mit dem Au­to­mo­bil­club von Deutsch­land (AvD), dem TÜV Hes­sen, der TÜV | DE­KRA und dem Bun­des­ver­band Deut­scher Fahr­schul­un­ter­neh­men (BDFU) ei­ne Initia­ti­ve zur Ver­bes­se­rung der Ver­kehrs­si­cher­heit von Fahr­an­fän­gern ge­star­tet.

In ei­ner groß an­ge­leg­ten Stu­die hat­te Goo­dye­ar au­to­fah­ren­de El­tern be­fragt, die zur Vor­bild­funk­ti­on ge­gen­über ih­ren Kin­dern, die gera­de den Füh­rer­schein er­wor­ben ha­ben, Aus­kunft ge­ge­ben ha­ben.

„Fahr­an­fän­ger sind ge­fähr­det, weil sie ei­ner­seits un­er­fah­re­ner und an­de­rer­seits ri­si­ko­be­rei­ter sind. Auch die ver­hee­ren­den Kon­se­quen­zen ha­ben sie häu­fig nicht vor Au­gen“, er­klärt der Spre­cher des Au­to­mo­bil­club von Deutsch­land (AvD), Jo­han­nes Hüb­ner. „Sie ha­ben mit­un­ter we­ni­ger Ge­fühl für die phy­si­ka­li­schen Ri­si­ken und Gren­zen und schät­zen Ge­schwin­dig­kei­ten und Ab­stän­de falsch ein. Die­se Fak­to­ren führ­ten zu Feh­l­ein­schät­zun­gen mit schwe­ren Un­fäl­len. Äl­te­re Ver­kehrs­teil­neh­mer ha­ben mehr Er­fah­rung, von der Jün­ge­re pro­fi­tie­ren kön­nen.“

Um­so wich­ti­ger ist die Vor­bild­funk­ti­on im Stra­ßen­ver­kehr ge­gen­über ih­ren Kin­dern. „El­tern sind be­son­ders prä­des­ti­niert da­für, als Vor­bil­der be­trach­tet oder ge­nutzt zu wer­den“, er­klärt Horst Zieg­ler, Ver­kehrs­psy­cho­lo­ge und Be­reichs­lei­ter Li­fe Ser­vice des TÜV Hes­sen. „Die Ge­fahr be­steht je­doch, dass El­tern auch schlech­te Vor­bil­der sein kön­nen und mit fal­schem Ver­hal­ten, das aber von den Kin­dern als ver­meint­lich ‚nor­mal und er­folg­reich‘ an­ge­se­hen wird, zur Ent­wick­lung von pro­ble­ma­ti­schen Ein­stel­lun­gen und Ver­hal­tens­wei­sen im Ver­kehr bei­tra­gen kön­nen. Auch an­de­re ‚fal­sche Vor­bil­der‘ kön­nen ei­nen ent­spre­chen­den ne­ga­ti­ven Ein­fluss auf Ju­gend­li­che ha­ben.“

Die Stu­die zeigt, dass vie­le El­tern als Au­to­fah­rer der Ver­ant­wor­tung nicht ge­recht wer­den.

Ob­wohl die meis­ten Müt­ter und Vä­ter um ih­re wich­ti­ge Rol­le wis­sen, zwei­feln sie an ih­ren ei­ge­nen Kennt­nis­sen der Ver- kehrs­re­geln so­wie an ih­ren Fä­hig­kei­ten im Stra­ßen­ver­kehr. Au­ßer­dem hält sich ein gro­ßer Teil der Er­zie­hungs­be­rech­tig­ten ei­ge­nen Aus­sa­gen zu­fol­ge nicht strikt an die Ver­kehrs­re­geln. Dies sind die zen­tra­len Er­geb­nis­se ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Um­fra­ge, die un­ter rund 6 800 El­tern im Jahr 2014 in 16 Län­dern Eu­ro­pas so­wie in Russ­land, der Tür­kei und in Süd­afri­ka durch­ge­führt wur­de. In Deutsch­land be­tei­lig­ten sich mehr als 500 El­tern an der Er­he­bung.

Je­des zwei­te El­tern­teil in Deutsch­land (51 Pro­zent) ist der An­sicht, dass sein Fahr­stil von sei­nen Kin­dern be­wusst wahr­ge­nom­men wird. In­ter­es­sant an die­sem Be­fund ist, dass Fahr­leh­rer, die im Jahr 2013 zu die­sem The­ma be­fragt wur­den, dies eben­so ein­schätz­ten (zu 56 Pro­zent). 75 Pro­zent der da­mals be­frag­ten Fahr­leh­rer wa­ren da­von über­zeugt, dass sich die schlech­ten Fahr­ge­wohn­hei­ten von El­tern ne­ga­tiv auf die Hal­tung jun­ger Fah­rer zur Ver­kehrs­si­cher­heit aus­wir­ken.

Be­zeich­nend ist auch, dass et­wa die Hälf­te der in der neu­en Stu­die be­frag­ten El­tern sich selbst feh­len­de Theo­rie­kennt­nis­se be­schei­nig­ten und Zwei­fel an ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten äu­ßer­ten. 59 Pro­zent der In­ter- view­ten ge­hen da­von aus, heu­te kei­ne Fahr­prü­fung mehr be­ste­hen zu kön­nen. Von schlech­ten Fahr­ge­wohn­hei­ten geht ei­ne Grup­pe von 25 Pro­zent aus. Die Vor­bild­funk­ti­on wird auch da­durch frag­lich, dass 54 Pro­zent der El­tern an­ga­ben, für zu schnel­les Fah­ren be­straft wor­den zu sein – als sie be­reits Kin­der hat­ten!

Tho­mas Rensch, Ge­schäfts­füh­rer der Fahr­schu­le Go­te mit Sitz in Ha­nau und Vor­sit­zen­der des Bun­des­ver­bands deut­scher Fahr­schul­un­ter­neh­men e. V. (BDFU): „Die El­tern sol­len selbst so fah­ren, wie sie es sich von ih­ren Kin­dern wün­schen. Da­zu zäh­len un­ter an­de­rem na­tür­lich re­gel­kon­for­mes Fah­ren, part­ner­schaft­li­ches Ver­hal­ten so­wie sich und sei­ne Ge­füh­le im Griff ha­ben.“

Ma­thi­as Rü­del, Ge­schäfts­füh­rer von TÜV | DE­KRA ar­ge tp 21, er­gänzt so­wohl an El­tern als auch an die Fahr­an­fän­ger ge­rich­tet: „Nur durch ein le­bens­lan­ges Ler­nen hin­term Steu­er kön­nen die zum Au­to fah­ren not­wen­di­gen Kom­pe­ten­zen er­hal­ten, ak­tua­li­siert und wei­ter aus­ge­baut wer­den.“

„Als fes­ter Be­stand­teil un­se­res ge­sell­schaft­li­chen En­ga­ge­ments set­zen wir uns bei Goo­dye­ar ak­tiv für die Ver­bes­se­rung der Stra­ßen­ver­kehrs­si­cher­heit ein. Mit un­se­ren Stu­di­en ge­ben wir da­bei im­mer wie­der neue Im­pul­se“, er­läu­tert Ge­or­ge Riet­ber­gen, Group Ma­na­ging Di­rec­tor für Goo­dye­ar Dun­lop Ti­res in Deutsch­land, Ös­ter­reich und der Schweiz. „El­tern zäh­len zu den wich­tigs­ten Vor­bil­dern für jun­ge Fahr­an­fän­ger. Mit dem rich­ti­gen Ver­hal­ten kön­nen sie ei­nen wert­vol­len Bei­trag zur Er­hö­hung der Si­cher­heit die­ser be­son­ders ge­fähr­de­ten Al­ters­grup­pe leis­ten. Der Auf­trag an sie, aber auch an al­le an­de­ren, lau­tet klar: Fahrt mit gu­tem Bei­spiel vor­an!“

Der Bun­des­mi­nis­ter für Ver­kehr und di­gi­ta­le In­fra­struk­tur, Alex­an­der Do­brindt, ap­pel­liert in sei­nem Gruß­wort zur Initia­ti­ve an al­le Au­to­fah­re­rin­nen und Au­to­fah­rer: „ Es ist an al­len, un­se­rer Ver­ant­wor­tung ge­gen­über jün­ge­ren Fah­rern ge­recht zu wer­den und als Vor­bild vor­an­zu­ge­hen.

Die Kam­pa­gne ‚Vor­fahrt für Vor­bil­der’ von Goo­dye­ar leis­tet ei­nen wich­ti­gen Bei­trag für un­se­re Ver­kehrs­si­cher­heit, weil sie Auf­merk­sam­keit für das The­ma schafft und so­wohl äl­te­re als auch jün­ge­re Fah­rer da­für sen­si­bi­li­siert.

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