Be­reit für den nächs­ten Schritt

Vol­ley­ball: SSC Karls­ru­he hat Am­bi­tio­nen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Die Aus­gangs­la­ge war vor der Sai­son 2015/16 in der 3. Li­ga Süd ziem­lich ku­ri­os, denn ei­gent­lich stan­den die Vol­ley­bal­ler der TG Rüs­sels­heim II be­reits vor dem ers­ten Spiel­tag als Meis­ter fest. Die Hes­sen konn­ten näm­lich ein Team prä­sen­tie­ren, das in der Sai­son da­vor noch Vi­ze­meis­ter der 2. Bun­des­li­ga Süd hin­ter dem SV Fell­bach ge­wor­den war. Zwar ver­zich­te­ten die Fell­ba­cher als Zweit­li­ga-Meis­ter auf ihr Auf­stiegs­recht und auch der po­ten­zi­el­le „Nach­rü­cker“Rüs­sels­heim zier­te sich, doch

Po­si­ti­ve Bi­lanz beim Dritt­li­ga-Vi­ze­meis­ter

ei­ne In­ves­to­ren­grup­pe um Un­ter­neh­mer Jörg Krick nahm den TG-Ver­ant­wort­li­chen die Ent­schei­dung durch ei­ne un­ge­wöhn­li­che Ak­ti­on ab. Krick und Co grün­de­ten die Uni­ted Vol­leys RheinMain, die nicht in Rüs­sels­heim son­dern in der Frank­fur­ter Fra­por­tA­re­na auf Punkt­jagd ge­hen – und zwar dank der va­kan­ten Bun­des­li­ga-Li­zenz der TG Rüs­sels­heim, die man über­nahm. Mit ei­nem gro­ßen Etat aus­ge­stat­tet, leg­ten die Uni­ted Vol­ley­bal­ler ei­ne groß­ar­ti­ge Haupt­run­de hin, die sie auf Rang drei be­en­de­ten. Doch für das Rüs­sels­hei­mer Vi­ze­meis­ter­team war in der Erst­klas­sig­keit kein Platz ge­we­sen. Le­dig­lich Dia­go­nal­an­grei­fer Pe­ter Wolf fand ei­nen Platz im UV-Ka­der, der un­ter an­de­rem mit Na­tio­nal­spie­lern wie Christian Dün­nes, Jan Zim­mer­mann und Lu- kas Bau­er be­stückt wur­de. Für al­le an­de­ren Spie­ler aus Rüs­sels­heim gab es aber ei­ne Al­ter­na­ti­ve. Und die hieß „Zwangs­ab­stieg“in die 3. Li­ga, wo man das Spiel­recht der zwei­ten Mann­schaft über­nahm. So­mit ging fast das kom­plet­te Zweit­li­ga-Team ei­ne Klas­se tie­fer an den Start, um hoch­mo­ti­viert den di­rek­ten Auf­stieg in al­te Ge­fil­de in An­griff zu neh­men. Bit­ter war dies bei­spiels­wei­se für den SSC Karls­ru­he. Der Neu­ling rech­ne­te sich zwar gu­te Chan­cen aus, vor­ne mit­zu­spie­len, doch an den Ti­tel muss­te man nie ei­nen Ge­dan­ken ver­schwen­den. Da­bei war auch das „Pro­jekt“der SSC-Vol­ley­bal­ler al­les an­de­re als ge­wöhn­lich. Man über­nahm näm­lich nicht nur das Spiel­recht des TuS Dur­mers­heim, son­dern auch fast des­sen gan­ze Equi­pe, die zu­vor so er­folg­reich in der 3. Li­ga un­ter­wegs war. In Dur­mers­heim wa­ren die wirt­schaft­li­chen Pro­ble­me zu groß ge­wor­den, auch ge­plan­te Fu­sio­nen mit an­de­ren Ver­ei­nen wa­ren nicht zu rea­li­sie­ren. Am­bi­tio­niert gin­gen die Karls­ru­her Vol­ley­bal­ler in die Sai­son, an­gel­ten sich mit Die­go Ron­co­ni auch den Fell­ba­cher Meis­ter­trai­ner der Sai­son 2014/15 und lan­de­ten da­mit ei­nen Volltreffer. „Na­tür­lich ist die Vi­ze­meis­ter­schaft sehr wert­voll für uns und do­ku­men­tiert, dass wir auf dem rich­ti­gen Weg sind. Mit Die­go Ron­co­ni ha­ben wir aber auch ei­nen Trai­ner ver­pflich­tet, der nicht nur für die gu­te in­di­vi­du­el­le Ent­wick­lung un­se­rer Dritt­li­ga-Spie­ler steht. Er leis­tet auch sehr wert­vol­le Ba­sis­ar­beit beim Nach­wuchs und un­se­ren Schul­pro­jek­ten, von de- nen wir mit­tel- und lang­fris­tig pro­fi­tie­ren wer­den“, sagt Ab­tei­lungs­lei­ter Philipp Schätz­le. Und der nimmt auch kein Blatt vor dem Mund, wenn es um die Zie­le geht: „Ganz kon­kret ist die 2. Bun­des­li­ga un­ser Ziel. Und zwar für die Sai­son 2017/18. Da­für müs­sen wir aber die wirt­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen. Und wer weiß, viel­leicht ste­hen wir ja schon frü­her vor der Fra­ge, ob wir Zweit­li­ga-Vol­ley­ball in Karls­ru­he an­bie­ten kön­nen“, spielt Schätz­le auf et­li­che of­fe­ne Fra­gen bei der Li­zen­zie­rung für die bei­den ers­ten Vol­ley­ball-Li­gen an. „Die müs­sen wir ab­war­ten, viel­leicht wird ja noch ein Platz frei.“Grund­sätz­lich aber plant man jetzt zu­nächst ein­mal die kom­men­de Sai­son, in der man Meis­ter wer­den will, um das Ziel Auf­stieg zu rea­li­sie­ren. Fest steht: Die­go Ron­co­ni wird das Pro­jekt sport­lich wei­ter ge­stal­ten. Fest steht aber auch, dass der SSC mit ei­nem 14 Spie­ler star­ken Ka­der in die neue Run­de ge­hen wird. Drei zweit­li­ga­er­fah­re­ne Neu­zu­gän­ge sind fix, gro­ße Ve­rän­de­run­gen im bis­he­ri­gen Ka­der wird es nicht ge­ben. Sport­lich ist man al­so ge­rüs­tet. Und auch an Pu­bli­kums­un­ter­stüt­zung man­gelt es nicht. Schätz­le: „In der Be­zie­hung ha­ben wir in der ver­gan­ge­nen Sai­son bes­te Wer­bung für uns be­trie­ben. Die Re­so­nanz auf un­se­re Er­fol­ge war wirk­lich un­glaub­lich und un­er­war­tet gut. Die Ak­zep­tanz ist da. Wir sind be­reit für den nächs­ten Schritt.“

Ein star­kes Team: Der SSC Karls­ru­he konn­te sich auf An­hieb die Dritt­li­ga-Vi­ze­meis­ter­schaft si­chern. Ge­gen die Vol­ley­bal­ler der TG Rüs­sels­heim II war man al­ler­dings von Be­ginn an chan­cen­los. Fo­to: GES/Hurst

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