Per­fek­ter Abend für „El Pis­to­le­ro“

Gu­tes Come­back von „Bei­ßer“Sua­rez

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Hei­ner Ger­hardts

Lu­is Sua­rez, Spitz­na­me: El Pis­to­le­ro, schießt wie­der scharf im Ce­les­te-Tri­kot. Gleich im ers­ten Auf­tritt nach der Zwangs­pau­se von neun Pflicht­spie­len für sei­ne Beißat­ta­cke im WM-Du­ell ge­gen Ita­li­en vor zwei Jah­ren sorg­te Lu­is Sua­rez mit sei­nem Aus­gleichs­tor für ein he­roi­sches 2:2 (1:2) Uru­gu­ays im „Cla­si­co“ge­gen Bra­si­li­en in der süd­ame­ri­ka­ni­schen Qua­li­fi­ka­ti­on zur WM-End­run­de 2018. „So wünscht man sich ei­ne Rück­kehr“, be­kann­te der Tor­jä­ger des FC Bar­ce­lo­na nach der ver­rück­ten Par­tie in der WM-Are­na Per­nam­bu­co in Re­ci­fe. Denn erst hat­ten Dou- glas Costa von Bay­ern Mün­chen mit sei­nem Blitz­tor nach 39 Se­kun­den und der Ex-Le­ver­ku­se­ner Re­na­to Au­gus­to (26.) die Se­leção schein­bar si­cher in Füh­rung ge­schos­sen. Nach dem An­schluss­tref­fer von Ed­in­son Ca­va­ni (31.) und Sua­rez Aus­gleich (48.) wa­ren je­doch die „Urus“bei ei­ni­gen Groß­chan­cen dem Sieg na­he. „Ich glau­be nicht an Ge­rech­tig­keit im Fuß­ball“, phi­lo­so­phier­te an­schlie­ßend der 69 Jah­re al­te Gäs­te­trai­ner Os­car Ta­ba­rez und be­grün­de­te mit Blick auf den Spiel­ver­lauf: „Wenn wir se­hen, was Bra­si­li­en die ers­ten 20 Mi­nu­ten ge­spielt hat, wä­re ein Re­mis un­ge­recht. Aber wenn wir die letz­ten 20 Mi­nu­ten uns an­se­hen, hät­ten wir es ver- dient, zu ge­win­nen.“Sinn­bild der Wen­de mit mehr Kampf und Wil­le als die Haus­her­ren war Sua­rez. Auch weil er erst­mals als „Uru“-Ka­pi­tän auf­lief. „Ich ken­ne ihn seit 2006, und weiß ge­nau, wie er Schwie­rig­kei­ten über­win­det, die ihm per­sön­li­che Feh­ler ein­ge­bracht ha­ben“, recht­fer­tig­te Ta­ba­rez die un­ge­wöhn­li­che Spiel­füh­rer­wahl. Da­ge­gen saß bei Bra­si­li­ens Coach Dun­ga der Frust tief. „Wir müs­sen jetzt den Schul­ter­schluss mit den Fans üben, mit den Spie­lern auf dem Platz. Und ei­nen Re­prä­sen­tan­ten beim Con­me­bol ha­ben, der die glei­chen Kri­te­ri­en beim Schieds­rich­ter ein­for­dert“, mo­nier­te der 52-Jäh­ri­ge, des­sen Su­per­star Ney­mar für ein Al­ler­welts­foul Gelb sah, ob­wohl sei­ne Ge­gen­spie­ler beim Kes­sel­trei­ben ge­gen den Bar­ce­lo­na-Drib­bel­künst­ler un­ge­scho­ren da­von ka­men. Auf­grund des wach­sen­den Drucks sucht Dun­ga zur Ver­tu­schung der Un­zu­läng­lich­kei­ten schon wie­der ein­mal Feind­bil­der, wie das des aus sei­ner Sicht ein­sei­ti­gen Schieds­rich­ters. Ney­mar ist nach der zwei­ten Gel­ben Kar­te für die Eli­mi­na­to­ri­as-Par­tie am Di­ens­tag in Pa­ra­gu­ay beim Du­ell des punkt­glei­chen Ta­bel­len­drit­ten ge­gen den Vier­ten (bei­de acht Zäh­ler) eben­so ge­sperrt wie Da­vid Luiz, der an bei­den „Uru“-Tref­fern Mit­schuld trug. Das nächs­te Ka­pi­tel in der Lei­dens­ge­schich­te fin­det am Di­ens­tag in Asun­ci­on statt. Par­al­lel da­zu emp­fängt Uru­gu­ay (10) den Dritt­letz­ten Pe­ru und will mit ei­nem Sieg Kon­takt zum Über­ra­schungs­spit­zen­rei­ter Ecua­dor (13) hal­ten.

Das 2:2 für Uru­gu­ay ge­gen Bra­si­li­en er­zielt

Per­fek­tes Come­back: Lu­is Sua­rez (links, hier ge­gen Da­vid Luiz) kehr­te nach sei­ner Sper­re in die „Ce­les­te“zu­rück und war so­gar Ka­pi­tän in der Par­tie ge­gen Bra­si­li­en. Den 2:2-End­stand er­ziel­te er auch. Fo­to: AFP

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