Vet­tels neu­er Atta­cken­plan

Sil­ber­pfei­le zum Äu­ßers­ten trei­ben / „Spiel­platz für Mer­ce­des ge­schlos­sen“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Mar­tin Mora­vec

Schon über den Wol­ken Mel­bour­nes feil­te Se­bas­ti­an Vet­tel an sei­ner nächs­ten For­mel-1-Atta­cke auf die Sil­ber­pfei­le. Nach dem stra­te­gi­schen Fehl­griff von Fer­ra­ri beim Auf­takt in Aus­tra­li­en will der vier­ma­li­ge Welt­meis­ter am nächs­ten Sonn­tag (3. April) beim Wüs­ten-Ren­nen in Bah­rain Le­wis Ha­mil­ton und Ni­co Ros­berg hin­ter sich las­sen. Vet­tel be­stieg nur we­ni­ge St­un­den nach sei­nem drit­ten Platz im Al­bert Park den nächs­ten Flie­ger, um über die Os­ter­fei­er­ta­ge in der Hei­mat an sei­nem Plan zu ar­bei­ten. „Das Team scheint in ei­ner gu­ten Form zu sein. Und wir wis­sen, dass wir uns noch stei­gern kön­nen“, ver­si­cher­te Vet­tel. „Wir wol­len auf die­se Jungs Druck aus­üben.“Mit die­sen Jungs mein­te Vet­tel na­tür­lich Mel­bourne-Ge­win­ner Ros­berg und den Zwei­ten Ha­mil­ton. Fer­ra­ri ver­zock­te sich „Down Un­der“oder wie der „Cor­rie­re del­lo Sport“mein­te: „Fer­ra­ri ris­kiert al­les und ver­liert. Die Ro­ten sind da, aber ei­ne fal­sche Rei­fen-Ent­schei­dung wirft Vet­tel auf den drit­ten Platz zu­rück.“Den Start hat­te Vet­tel noch meis­ter­lich für sich ent­schie­den. Nach der Un­ter­bre­chung in­fol­ge des schwe­ren Un­falls von McLa­ren-Mann Fer­nan­do Alon­so setz­te dann die Scu­de­ria auf die schnel­le­ren, wei­chen Rei­fen. Mer­ce- des schick­te sei­ne Pi­lo­ten da­ge­gen mit den lang­le­bi­ge­ren Me­di­um-Pneus auf die Stre­cke – und Vet­tel konn­te am En­de nicht mehr at­ta­ckie­ren. „Wenn du so nah am Sieg bist und ihn förm­lich rie­chen kannst, dann aber nur Drit­ter wirst, ist das nicht ide­al“, mein­te Vet­tel. „Ich kann aber da­mit le­ben, weil das Ren­nen ge­zeigt hat, dass wir den Ab­stand ver­rin- gert ha­ben.“Und wie! Im ver­gan­ge­nen Jahr beim Sai­son­start der For­mel 1 hat­te sein Rück­stand auf den da­ma­li­gen Sie­ger Ha­mil­ton noch fast 35 Se­kun­den be­tra­gen. Dies­mal nur knapp zehn. „Der Spiel­platz für Mer­ce­des hat ge­schlos­sen. Das ers­te Ren­nen zeigt, dass Fer­ra­ri nicht mehr weit weg ist und Mer­ce­des sich kei­ne Feh­ler mehr er­lau­ben darf“, schrieb die ita­lie­ni­sche „La Gaz­zet­ta del­lo Sport“. „Ei­nes ha­be ich ge­lernt“, er­läu­ter­te Vet­tel nach dem 2016er Spek­ta­kel, „Mel­bourne war für uns im ver­gan­ge­nen Jahr ein Schwach­punkt, ei­ne un­se­rer schwächs­ten Stre­cken. Dies­mal ha­ben wir es über­ra­schend gut ge­macht. Das be­deu­tet, dass un­ser Wa­gen stär­ker ist und uns noch mehr Mög­lich­kei­ten er­öff­net. Das soll­te sich in Bah­rain aus­zah­len.“Zer­knirscht hat­te Vet­tels Te­am­chef Mau­ri­zio Ar­riv­a­be­ne nach dem so durch­wach­sen zu En­de ge­gan­ge­nen Grand Prix Stel­lung ge- nom­men. Die Stra­te­gie nach der Ro­ten Flag­ge auf die wei­che­ren Rei­fen zu set­zen, ver­tei­dig­te er. „Zu die­sem Zeit­punkt ei­nes Ren­nens muss man ein­fach ag­gres­si­ver sein“, be­fand der 59-Jäh­ri­ge. „So et­was kann sich am En­de als rich­tig, aber auch als falsch er­wei­sen.“In die­sem Fall lag Fer­ra­ri da­ne­ben. So­mit konn­te Vet­tel auch von der kri­ti­schen Schluss­pha­se bei Ros­berg nicht mehr pro­fi­tie­ren, als sich die Vor­der­brem­sen an sei­nem Mer­ce­des im­mer mehr er­hitz­ten, und so führt der ge­bür­ti­ge Wies­ba­de­ner erst­mals seit Ita­li­en 2014 wie­der die Fah­rer­wer­tung an. Doch Vet­tel will die Sil­ber­pfei­le auf der Jagd nach sei­nem ers­ten Ti­tel mit Fer­ra­ri zum Äu­ßers­ten trei­ben. Am liebs­ten schon beim zwei­ten Sai­son­ren­nen nächs­te Wo­che in Bah­rain. „Je­des Ren­nen hat sei­ne ei­ge­ne See­le“, mein­te Ar­riv­a­be­ne poetisch. Und die Fer­ra­riSee­le sehnt sich am nächs­ten Sonn­tag nach ei­nem Tri­umph in der Wüs­te.

Sonn­tag, 3. April: Gro­ßer Preis von Bah­rain

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