Von Le­der­ho­sen und „Gsälz­bro­ten“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - Wolf­gang We­ber

Das ein­zi­ge Ziel, das der Ver­kehrs­ver­ein Spey­er als Initia­tor der schrul­li­gen Ak­ti­on da­mit ver­folgt, ist der, in die Me­di­en zu kom­men. Was nun ja schon ge­lun­gen ist. Eben­falls me­di­en­taug­lich, dar­über hin­aus aber auch noch sinn­voll, ist ein Welt­re­kord, der die­ser Ta­ge un­ter dem Mot­to „Das größ­te Gsälz­brot der Welt“für Schlag­zei­len sorg­te. Die Aka­de­mie für Na­tur- und Um­welt­schutz in Stutt­gart stell­te mit 1 400 Mar­me­la­den­bro­ten auf mehr als 120 Me­tern Län­ge ei­nen Re­kord auf und mach­te da­mit auf den Zu­sam­men­hang zwi­schen Kon­sum und Land­schafts­schutz auf­merk­sam. Wer näm­lich ein Brot mit Gsälz (so nen­nen die Schwa­ben ih­re Mar­me­la­de) es­se, tra­ge nicht un­we­sent­lich zur Un­ter­stüt­zung ei­ner le­ben­di­gen Gar­ten­kul­tur bei. Die Ak­ti­on ver­stand sich auch als Ap­pell an die mehr als 100 000 „Stück­les“-Be­sit­zer im Süd­wes­ten, sich um die tra­di­tio­nel­le Kul­tur­land­schaft zu küm­mern. Die Bro­te aus re­gio­na­ler Pro­duk­ti­on wur­den da­nach in der Men­sa der Uni Ho­hen­heim und in der Kan­ti­ne des Um­welt­mi­nis­te­ri­ums ver­speist. Ins Guin­ness-Buch der Re­kor­de schafft es das größ­te Gsälz­brot der Welt aber nicht. Ei­ner der Or­ga­ni­sa­to­ren be­grün­de­te dies so: „In London, wo man die Re­kor­de an­mel­det, ha­ben sie nicht ka­piert, was ,Gsälz‘ ist.“

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